Steuererklärung effizient: Wo die Digitalisierung hilft

Im Durchschnitt bekommen Sie derzeit bei der Steuererklärung circa 900 Euro zurückerstattet. Geübte schaffen die Steuererklärung in einer halben Stunde. Lesen Sie in diesem Beitrag, wie Sie sich diesem lukrativen “Stundenlohn” annähern können.

ELSTER

ELSTER ist das elektronische Verfahren zur Übermittlung einer Steuererklärung an das Finanzamt. Mithilfe dieses Programms können Sie Ihre Steuerdaten eingeben und die Steuererklärung online erledigen. Entscheidender Nachteil: Sie erhalten keine Ratschläge zur genauen Vorgehensweise, wie Ausgaben steuerlich absetzbar sind.

Steuersoftware, Online-Dienste oder Apps

Steuerprogramme können für Sie hilfreich sein. Bestimmte Steuermuster werden per Video veranschaulicht, und die Steuerrückerstattung berechnet.

Nach dem konkreten Produktnamen werden solche digitalen Helfer oft mit Jahrgang bezeichnet. Wenn Sie also die Steuererklärung für 2017 mit einem Steuerprogramm erledigt haben, benötigten Sie quasi “einen Jahrgang höher”, beispielsweise “Tax 2018” des Anbieters Buhl Data. Mit dieser oder ähnlicher Software dürften Sie in einfachen Steuerangelegenheiten auskommen.

Für kompliziertere Steuerfälle, wenn Sie beispielsweise Vermieter oder selbständig sind, bietet sich das WISO-Steuersparbuch (Anbieter ebenfalls Buhl Data) oder alternativ die SteuerSparErklärung (Anbieter: Wolters Kluwer) an.

Wenn Sie Online-Dienste als Pendant zur Download-Software nutzen, sollten Sie  wissen, dass Ihre Steuerdaten auf dem Server des betreffenden Anbieters liegen. Für einfache Fälle kommt hier Lexware Smartsteuer in Frage, für umfangreichere Steuererklärungen wiederum das Produkt WISO steuer:Web (Anbieter: Buhl Data).

Zukunftsmusik liegt wohl auch in der Steuererklärung per App: Taxfix und Taxbutler sind hier Beispiele.

Trotz Digitalisierung: Wenn’s kompliziert wird, müssen Lohnsteuerhilfeverein bzw. Steuerberater ran

Die entscheidende Frage ist: Schaffen Sie das wirklich alleine, wenn es schwierig wird? Die vielen Lohnsteuerhilfevereine kommen nicht von ungefähr: Sie unterstützen bei Steuererklärungen von Arbeitnehmern und Rentnern. Und auf der Website des Verbraucherportals “Finanztip” ist nachzulesen: “ … Freiberufler, Gewerbetreibende und Unternehmer jeglicher Couleur kommen meist an einem Steuerberater nicht vorbei. …”. All das sind nur Beispiel-Zielgruppen, bei denen Wissen von Spezialisten erforderlich ist.

Also wenig zu holen bei der Steuererklärung, mit Hilfe der Digitalisierung?

Das stimmt so nicht. Richtig ist vielmehr: Die Notwendigkeit zur Digitalisierung hat die Lohnsteuerhilfevereine längst eingeholt. FOCUS-MONEY beauftragte in 2018 das Analyse- und Beratungsunternehmen ServiceValue mit einer Studie zur Fairness von Lohnsteuerhilfevereinen. Hierbei war “Online-Service zur Steuererklärungserstellung” ein Bewertungskriterium. Allerdings war nachzulesen: “… Jeder fünfte Befragte wünscht sich hier einen besseren Support bei der digitalen Steuererklärung. …”

Tipp! Suchen Sie als Arbeitnehmer oder Rentner zunächst unter www.zvlonline.de nach dem passenden Lohnsteuerhilfeverein. Selbständige werden unter www.bstbk.de oder www.steuerberater-suchservice.de fündig.Fühlen Sie als potenzieller Mandant einer Steuerkanzlei auf den Zahn, was digitale Themen betrifft. Beim aktuell sich abzeichnenden Trend kann man vermuten: Je digitalisierter die Steuerkanzlei, desto weniger “ordnet sie Akten”, sondern desto mehr Zeit kann sie sich nehmen, Sie als Unternehmer betriebswirtschaftlich zu beraten.

Gehen Sie jedoch auch parallel, nämlich offline, einen wichtigen Weg: Berücksichtigen Sie die Mundpropaganda. Hören Sie sich wenn möglich mindestens drei Meinungen zu einem bestimmten Lohnsteuerhilfeverein bzw. Steuerberater an.

Kosten der Steuerberatung: Wann Sie verhandeln können

Für viele ist das Nervige an der Steuererklärung der unstrukturierte Papierhaufen. Unterlagen, Zettel und Belege müssen in einen Zusammenhang gebracht werden, damit man Geld zurück kriegt. Also oft das Gefühl: “Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.”

Wer profitiert hier von der Digitalisierung? Der Lohnsteuerhilfeverein? Der Steuerberater? Oder Sie selbst?

Beim Lohnsteuerhilfeverein fallen als Kosten Jahresgebühren an, die sich nach dem Einkommen richten. Allerdings spart es beim Termin Zeit und Nerven, wenn Unterlagen gut geordnet sind.

Der Steuerberater könnten sagen: “Ich nehme es Ihnen ab, Ordnung in Ihre Unterlagen zu bringen. Aber Sie zahlen dafür.” Bedeutet im Umkehrschluss: Falls Sie dem Steuerberater gut geordnete Unterlagen übermitteln, können Sie nach niedrigeren Gebühren fragen. Denn in der Steuerberatergebührenordnung gibt es bestimmte Bandbreiten, innerhalb derer der Steuerberater Spielraum hat.

Machen Sie sich die Digitalisierung auch zu Nutze, indem Sie Unterlagen einscannen und virtuell ordnen. Da uns der gesamte Digitalisierungsprozess in der Zukunft begleiten wird: Informieren Sie sich regelmäßig über Scanning-Lösungen, ersetzendes Scannen, Digitalisierung von Belegen und damit verwandte Themen. Können auch Sie sich zum Beispiel einer Lösung anschließen à la “ein Ordner ist gleich ein QR-Code”? Das auf die Marke Canon fokussierte Unternehmen page one GmbH aus Nürnberg ist ein Beispiel, das Sie in solchen Fragestellungen inspirieren kann.

Beschäftigen Sie sich also auch mit der Ordnung in Ihren Steuerunterlagen – offline und online. Das könnte in einem positiven Nebeneffekt dafür sorgen, dass Sie sich so mit der Steuermaterie beschäftigen und für Fehlberechnungen und falsche Steuerbescheide sensibler werden.

Fazit und Ausblick

Mit ELSTER können Sie Ihre Steuererklärung elektronisch abgeben. Aber es fehlt die “How-to-Anleitung”.

Steuersoftware für einfache Fälle bei Arbeitnehmern und Rentnern gibt es für circa 15 Euro. Steuerprogramme, die in umfangreicheren Fällen weiterhelfen, gibt es je nach Betriebssystem für etwa 35 bis 40 Euro.Steuersoftware ersetzt nicht das Knowhow guter Lohnsteuerhilfevereine oder Steuerberater. Sparen Sie Zeit, Geld und Nerven, indem Sie Steuerunterlagen vorsortieren. Online und offline. Erhöhen Sie dadurch Effizienz und Rendite.

Mehr zu Effizienz und Rendite durch Digitalisierung finden Sie unter:
www.digi-news24.de

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Anselm Dönhoff

Anselm Dönhoff, Dipl.-Betriebswirt (FH), ist Client Manager bei einem weltweit tätigen Dateninformationsdienstleister. In dieser Funktion unterstützt er Unternehmen bei der Neukundengewinnung. Während seines nebenberuflichen Fernstudiums sammelte er umfangreiche Akquise-Erfahrung bei der Direktvertriebstochter einer bayerischen Großbank. Dönhoff betreibt folgenden Blog zum Thema Digitalisierung: https://digi-news24.de/

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