Perfektionismus ist Gift für Gründer

Sternglas Uhrenmarke: Uhren im hochwertigen Design

Stellen Sie sich und das Startup Sternglas doch kurz unseren Lesern vor!


Ich bin Dustin Fontaine, bin 29 Jahre alt und komme aus Hamburg. Ich habe früher mal BWL studiert, aber mich währenddessen sehr viel mit Design und Gestaltung beschäftigt. So bin ich nach dem Studium Webdesigner geworden und habe kleine Online-Shops und Webseiten aufgebaut. Schon immer hatte ich jedoch eine Leidenschaft für Uhren. Gepaart mit der Liebe zum Design, ist so der erste Gedanke entstanden eine Uhrenmarke zu gründen. Meine persönliche Mission dabei ist hochwertiges Design bezahlbar zu machen.

Sternglas bin nicht nur ich, sondern 14 tolle Mitstreiter ohne die Sternglas heute gar nicht mehr möglich wäre. Aktuell haben wir ein kleines Büro in der Hamburger Innenstadt und unsere eigene Logistik nahe des Flughafens Hamburg.

Wie ist die Idee zu Sternglas entstanden?

Durch meine Arbeit bei einem deutschen Uhrenhersteller während meiner Schulzeit und meines Studiums, entstand bereits 2011 die Idee zu einer Uhrenmarke für minimalistische Uhren. 5 Jahre später in 2016 konnte ich diese dann mit Hilfe einer Kickstarter-Kampagne endlich umsetzen. 2017 sind wir gewachsen, im Markt bekannter geworden und haben unsere Produkte optimiert bis wir 2018 dann mit einer ganz neuen Kollektion gestartet sind.

Welche Vision steckt hinter Sternglas?

Ich verstehe bis heute Luxusmarken nicht, bei denen man mehrere Tausend Euro für eine Uhr ausgeben kann. Gerade Bauhaus-Produkte sind immer enorm teuer, welches im Kontrast zum eigentlichen Grundgedanken steht: Gutes Design, für jeden zugänglich zu machen.

Sternglas Uhren soll sich jeder leisten können. Gleichzeitig soll man bei Qualität und Design keine Abstriche machen müssen. Sowohl gestalterisch als auch qualitativ sind Sternglas Uhren auf dem Niveau einer Luxusuhr.

Was waren bisher die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Zur Verwirklichung des ersten Modells startete ich 2016 erstmals eine Kickstarter Kampagne, zusätzlich hatte ich etwas Geld gespart. Dadurch konnte ich die Produktion der ersten Uhren finanzieren. Mittlerweile finanzieren wir uns aus den eigenen Verkäufen.

Zu den größten Herausforderungen zählt, meiner Meinung nach, vor allem ein Team aufzubauen, das aus zueinander passenden Persönlichkeiten besteht. Außerdem Modelle zu entwickeln, die den Menschen wirklich gefallen und dabei die Qualität der Produkte und Marke kontinuierlich zu verbessern.

Warum haben Sie sich für eine Crowdfunding Finanzierung entschieden?

An Crowdfunding gefällt mir vor allem das Gefühl der Gemeinschaft und die Möglichkeit sich als Kunde in den Entwicklungsprozess einbringen zu können.

Am 24. Februar startet daher unsere zweite Crowdfunding Kampagne, da uns viele Kunden gefragt haben, ob es nochmal eine Kampagne geben wird. 

Eine Automatikversion unseres beliebtesten Modells Naos war schon länger geplant, also haben wir einfach beides zusammengeführt. Über die Crowdfunding Plattform hat man als Backer dann auch schon die Möglichkeit die Naos Automatik zum Vorzugspreis vorzubestellen und erhält diese dann als einer der Ersten.

Wo sehen Sie die Vorteile für sich?

Wir können mit einem neuen Modell quasi sofort starten und das Feedback unserer Kunden einholen ohne direkt große Mengen produzieren zu müssen. Mit dem Feedback ist es uns möglich das Modell noch mehr an die Vorstellungen unserer Kunden anzupassen. 

Was werden Sie nach erfolgreicher Finanzierung umsetzen?

Wir werden mit der Naos Automatik in Produktion gehen und nach Fertigstellung allen Unterstützern zuschicken. Das Modell ist soweit durchgeplant, nach Einbezug des Feedbacks unserer Kunden, müssen wir unseren Lieferanten und Partnern nur noch das GO geben. Das ermöglicht im besten Fall bereits eine Lieferung im Juni.

Wer ist die Zielgruppe von Sternglas?

Im Kontrast zu vielen anderen Online-Uhrenmarken sind wir keine verspielte Modemarke, die sich primär an Frauen um die 20 richtet. Aktuell sind unsere Kunden primär Männer ab 25 Jahren aufwärts. Vor allem Akademiker mit klassischen Berufen wie Steuerberater, Anwälte, aber auch designaffine Menschen, wie Architekten oder Fotografen. Wir werden unsere Kundengruppe natürlich erweitern, da wir eine für jeden zugängliche Marke sein wollen. 

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Qualität: Sowohl von der gestalterischen Qualität als auch von der Produktqualität.
Wir verbauen beispielsweise nur gewölbtes Saphirglas, Markenuhrwerke und wertige Lederarmbänder.

Marke: Wir sind keine ausgeflippt-tropische Bloggermarke, sondern pflegen unseren zurückhaltend-nordischen Stil mit dezenter Bildsprache. Wir wollen vor allem zeigen, wie das Produkt im Alltag funktioniert. Deswegen findet man bei uns vor allem Abbildungen, wie  z.B. Wristshots mit Hemd und Sakko.

Sternglas, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?


Gute Frage: Wir möchten vor allem noch mehr spannende und anspruchsvoll designte Uhrenmodelle rausbringen, dafür brennen und leben wir. Wir haben noch so viele Ideen im Kopf. Nur die Umsetzung ist natürlich zeitaufwendig. Wir immer sehr intensiv und detailliert neuen Modellen entwickeln, bevor wir diese auf den Markt bringen.

In fünf Jahren sehe ich Sternglas als gewachsene, etablierte Marke mit spannenden Modellen, erstklassigem Kundenservice, vielleicht mit eigenen Geschäften in den größten deutschen Städten. Weiterhin natürlich bestehend aus einem starken Team mit spannenden und inspirierenden Charakteren. Ich freue mich auf die Reise.

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?


Perfektionismus ist Gift für Gründer.
Man kann am Anfang nicht alles richtig machen und erst recht nicht perfekt. Um wirklich Perfektion zu erreichen, braucht man Misserfolge und vor allem dadurch gewonnene wertvolle Learnings.

Schnell an den Markt gehen.
Schnell am Markt sein und sich Feedback von der Zielgruppe einholen ist enorm wertvoll. Zudem gibt das der Gründung eine völlig andere Dynamik. Man ist viel motivierter, wenn das Produkt schon draußen in der Welt ist, als wenn man Zuhause daran bastelt.

Konzentration auf Bekanntheit.

Am Anfang ist man komplett unbekannt, das sollte man schnell ändern. Denn egal wie cool das Produkt ist, wenn niemand davon weiß, wird es auch keiner kaufen. Kluge Social-Media-Strategien kann ich da klar empfehlen.

Link zum Crowdfunding

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Dustin Fontaine für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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