Stephanie Neumann: No risk, no fun –Trau dich und gründe!

Treffen Sie Stephanie Neumann Gründerin von Prelovee auf der herCAREER in München

Stephanie Neumann Gründerin von Prelovee wird auf der herCAREER ein Meetup zum Thema Gründung-zwischen Selbstverwirklichung und Selbstzweifel halten

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen doch kurz vor!
Stephanie Neumann: Mein Name ist Stephanie Neumann und ich bin eine der Gründerinnen von Prelovee. Prelovee ist die Suchmaschine für Secondhand Mode mit dem ersten und einzigen persönlichen Suchagenten. Sie vereint alle Secondhand Online Shops des fragmentierten Marktes auf einer Webseite und übernimmt die Suche nach Einzelstückendank des Suchagenten für den Kunden.

Vor der Gründung von Prelovee war ich lange Jahre im Ausland tätig, unter anderem bei Google in Irland und zuletzt zog es mich wieder in die Heimat, wo ich im Bereich Corporate Finance/ M&A bei Ernst and Young gearbeitet habe.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
Stephanie Neumann: Das war schon immer klar wie das Amen in der Kirche, wie man so schön sagt. Geprägt durch die, in meinem familiären Umfeld vorhandenen, selbstständigen Personen, angefangen bei meinem Vater als Landwirt bis hin zu meinen Onkeln, der eine mit mehreren Steinbrüchen, der anderen mit einer Head Hunting Agentur oder meinen Tanten mit einem Damenoberbekleidungsgeschäft. Die breite Palette des Unternehmertums ist in meiner Familie zu finden. Der Wunsch des Gründens wurde mir buchstäblich in die Wiege gelegt. Ich möchte auf jeden Fall etwas schaffen, an das ich zu 1000% glaube und bei dem ich, wie bei Prelovee, jeden Tag beobachten und mich freuen kann, wie es weiterwächst und gedeiht.

Was war bei der Gründung Ihres Unternehmens die größte Herausforderung?
Stephanie Neumann: Die größte Herausforderung bei der Gründung selbst war es, dies sozusagen in Teilzeit zu tun. Ich war während der Pre-launch Phase und auch noch danach bei Ernst and Young im M&A Team tätig, was leider kein 9 to 5 Job war. Dies hat die Gründungsphase für mich und mein gesamtes Umfeld zu einem unglaublichen Kraftakt gemacht. Auch dadurch, dass ich mich zu 150% meiner Geschäftsidee widmen wollte, war ich super zerrissen, weil beide „Jobs“ zu dem Zeitpunkt darunter gelitten haben, was auch nicht zu meinen Ansprüchen an mich und meine Arbeit gepasst hat. Deswegen habe ich lieber früher als später die Reißleine gezogen und bereue es keine Sekunde.

Kann man auch mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?
Stephanie Neumann: Man sollte sogar starten, ohne dass die Idee perfekt ist, denn oftmals reifen die Ideen erst zu richtig erfolgreichen Unternehmen, wenn sie mit dem Markt in Berührung kommen. Was wir gelernt haben, ist, dass man das Produkt an den Markt anpassen muss und nicht den Markt an das Produkt. Wenn man herausfindet – und das tut man mit einer Idee meist am besten und schnellsten, indem man loslegt und an den Markt geht – was die Kunden wirklich wollen, dann kann eine Geschäftsidee fast wie von alleine laufen lernen.

Wie sind Sie auf die herCAREER aufmerksam geworden?
Wir, also meine Mitgründerin Swantje und ich kennen Natascha, die fleißige Biene und der kluge Kopf hinter der herCAREER schon länger und finden das Konzept einfach super! Es gibt viel zu wenig Veranstaltungen, die sich mit dem Thema Frauen und Karriere beschäftigen. Dies soll nicht heißen, dass es dafür immer separate Veranstaltungen geben muss, leider wird jedoch auf anderen Veranstaltungen zu wenig auf die Bedürfnisse von Frauen eingegangen, die nicht immer mit denen ihrer männlichen Kollegen gleichzusetzen sind. Familie und Karriere schließen sich definitiv nicht aus, müssen aber einfach anders gemanaged werden. Dazu findet man einfach zu wenig Infoveranstaltungen, Diskussionen, Austausch mit Gleichgesinnten und angepasste Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Die herCAREER bietet hierfür die perfekte Möglichkeit und eine super Plattform. Wir freuen uns schon darauf!

Zu welchem Thema werden Sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen auf der herCAREER weitergeben?
Ich spreche auf der herCAREER über das Thema Gründung und die dazugehörigen Hoch und Tiefs, Auf und Abs – eben dem ständigen Wechsel zwischen Selbstverwirklichung und Selbstzweifeln, die wohl jede/r Gründer/in kennt. Wir wollen damit zeigen, dass hier niemand alleine ist und es vielen so geht. Wir möchten aus unseren Erfahrungen erzählen und damit zeigen, dass dies normal ist und sogar in gewissem Maße gesund für die Entwicklung des Unternehmens, denn es zeugt von einer gewissen Selbstreflektion des/r Gründers/in, dem Eingestehen von Schwächen und dem darauffolgenden aktiven Arbeiten an diesen Schwächen, um daraus Stärken für sich persönlich und damit fürs Unternehmen zu entwickeln.

Gründen und ein Unternehmen aufbauen ist nun mal kein Zuckerschlecken, auch wenn diese Phrasen immer relativ abgedroschen klingen, aber sie kommen nicht von ungefähr und meist nur wenn der/die Gründer/in dabei über sich selbst hinauswachsen.

Wie wichtig sind solche Events für Gründerinnen?
Solche Events sind für alle Frauen und Gründerinnen wichtig. Wenn ich eins im Unternehmertum gelernt habe, dann ist es, wie wichtig der Austausch mit anderen ist. In der Uni und Schule wurde früher immer von Netzwerken gesprochen…“Ihr müsst Netzwerken“. Als Gründerin habe ich erst richtig verstanden, was es bedeutet und wie essentiell der Austausch für die Weiterentwicklung des eigenen Unternehmens ist. Allerdings hat es mir auch gezeigt, wie erfüllend es sein kann, wenn man mit seinem eigenen Know-How anderen Gründern oder Gründerinnen weiterhelfen oder mit Tipps und Tricks zur Seite zu stehen kann. Daher freuen wir uns auch bei der herCAREER mit dabei sein zu können.

Wo sehen Sie sich in den nächsten 5 Jahren?
In den nächsten 5 Jahren möchte ich mit Prelovee zu einem festen Bestandteil der internationalen Secondhand Mode Szene herangewachsen sein und weiterhin meiner Leidenschaft, dann nicht mehr als Gründerin, sondern Unternehmerin nachgehen. Gerne wäre ich dann in der Lage als Mentorin anderen Startups und Gründer(innen) weiterzuhelfen aus ihren Ideen profitable Unternehmen zu entwickeln.

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?
1. No risk, no fun –Trau dich und gründe! Du lebst nur einmal und wenn es schon immer ein Traum von dir war, dich selbstständig zu machen, dann versuch es und leg los. In Deutschland gibt es viele Möglichkeiten, sich hierfür abzusichern und die erste Zeit ohne Umsätze oder finanzieller Sicherheit einigermaßen gut zu überstehen.

2. Netzwerken, netzwerken, netzwerken – Du kannst dich nie genug austauschen und Kontakte finden oder Feedback egal, ob positiv oder negativ, zu deinem Startup, Pitchdeck, Pitches, Businessmodell und vielen anderen Dingen erhalten. Feedback ist essentiell und bringt dich und dein Unternehmen immer weiter

3. Wenn es einfach wäre, würde es jeder tun – Also nicht aufgeben, auch wenn es schwierig ist und dranbleiben! Als Gründer wirst du noch lange durch viele Höhen und Tiefen gehen, aber nur, wenn du weiterhin fest an dich und dein Unternehmen glaubst, wirst du damit irgendwann erfolgreich und kannst schon jetzt stolz auf dich sein, es probiert zu haben, denn wie gesagt: Wenn es einfach wäre, würde es jeder tun.

Wir bedanken uns bei Stephanie Neumann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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