Samstag, Mai 8, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Stephan Krehl Country Manager Agicap: Wie das FinTech Unternehmen in der Krise unterstützt

Stellen Sie sich doch kurz unseren Lesern kurz vor!

Mein Name ist Stephan Krehl und seit Oktober 2020 bin ich bei Agicap als Country Manager für den deutschen Markt verantwortlich. Während meiner vorherigen Station als Berater bei der Unternehmensberatung McKinsey habe ich vielseitige Erfahrungen in der Banken- und Versicherungsbranche sammeln können. Im Rahmen des McKinsey Social Leave Programms habe ich zudem im vergangenen Jahr das Social Start-up GoVolunteer als Venture Builder unterstützt.  

Ich habe mich schon sehr früh für die Start-up-Welt interessiert, weshalb ich auch meine Management-Master an der HEC Paris und dem MIT mit besonderem Fokus auf Entrepreneurship absolviert habe. Tatsächlich habe ich auch schon selber in der Vergangenheit gegründet und weiß daher, wie es sich anfühlt eine Geschäftsidee umzusetzen, aber auch welche Fehler einem dabei unterlaufen können. Das wichtigste ist am Ende des Tages aber aus diesen Fehlern zu lernen!

Wie sieht ein normaler Arbeitstag von Stephan Krehl aus?

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass es nicht den normalen Arbeitstag für mich gibt. Da sieht jeder Tag tatsächlich anders aus. In meiner Rolle als Country Manager steht es für mich an oberster Stelle, den deutschen Markt in all seinen Facetten für Agicap zu erschließen und unsere Lösung so vielen Partnern wie möglich anbieten zu können. Dabei stehe ich tagtäglich in engem Kontakt sowohl mit unseren Bestands- als auch unseren Neukunden und koordiniere dafür unsere Abteilungen innerhalb des Unternehmens. Damit wir unseren Kunden immer die bestmögliche Experience anbieten können, arbeite ich kontinuierlich an der Weiterentwicklung unseres Produktes und gebe die Empfehlungen direkt an das Produktteam weiter. So ist ständig Bewegung in meinem Arbeitsalltag.

Stellen Sie uns und unseren Lesern Das FinTech Agicap kurz vor!

Agicap ist ein Fintech Start-up aus Frankreich, das Unternehmen eine Softwarelösung zur Liquiditätsplanung anbietet. Unsere beiden Gründer Clément Mauguet und Sebastien Beyet haben damals in ihrem Arbeitsalltag als Unternehmensberater gemerkt, wie viel Zeit Entscheidungsträger für die Liquiditätsplanung aufwenden mussten. Meistens fehlte es kleinen und mittelständischen Unternehmen an einer Software, die ein transparentes Liquiditätsmanagement in Echtzeit ermöglicht. Deswegen machten sie sich selber an die Arbeit und führten Hunderte von Interviews mit Managern und CFOs aus den verschiedensten Branchen, um die perfekte Softwarelösung zu entwickeln. Daraus entstand 2016 dann Agicap. Heute beschäftigen wir mehr als 150 Mitarbeiter, 25 arbeiten davon bereits im deutschen Team. Mitte 2020 haben wir den deutschen Markt gelauncht, der bis zum Ende des Jahres der größte Markt weltweit werden soll. Auch in Spanien sind wir bereits live. Weitere Standorteröffnungen in den Niederlanden und in Italien folgen in wenigen Wochen.

Welche Vision steckt hinter Agicap?

Agicap wurde damals mit der Vision gegründet, den Millionen kleinen Unternehmen zu helfen, ihre Finanzen im Blick zu behalten und so auch vor vermeidbaren Liquiditätsengpässen zu bewahren. Mittlerweile vertrauen über 3500 Kunden in Europa auf unsere Lösung, allein 500 davon mit Sitz in Deutschland. Unsere Kunden kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen, u.a. aus der Immobilienbranche und E-Commerce, sowie aus dem Bauwesen und der Gastronomie. Dazu zählen u.a. das Immobilienportal Engel&Völkers, die Agentur Gecko.1 und das nachhaltige Mode-Start-up Phyne. 

Wie funktioniert Agicap und was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir haben mit Agicap eine Software entwickelt, die als einzige Lösung auf dem Markt direkt alle Bankkonten synchronisiert. So sind Gründer jederzeit über ihre Liquidität im Bilde. Denn dieses Wissen ist essentiell für Unternehmer und Manager. Dabei steht bei uns der Datenschutz an erster Stelle: Über fünf zertifizierte API-Schnittstellen werden die Daten mit leistungsstarken Algorithmen verschlüsselt. Die Open Banking Partner, mit denen wir zusammenarbeiten, sind dabei selbstverständlich alle BaFin- und TÜV-zertifiziert und arbeiten nach europäischem Recht. Agicap kann auch mit der Buchhaltungssoftware verbunden werden und zeigt so alle ein- und ausgehenden Zahlungen in Echtzeit an. Über ein Dashboard werden die Prognosen anschaulich visualisiert. So können Finanzmanager verschiedene Szenarien durchspielen und auf deren Grundlage zuverlässige Entscheidungen treffen.

Inwiefern kann Agicap Startups in der Krise helfen?

Gerade in der aktuellen Situation ist es wichtig, dass Unternehmen ihren Cashflow transparent visualisieren können. Wir haben kürzlich eine Studie durchgeführt, die gezeigt hat, dass 50 Prozent aller KMUs für ihre Finanzplanung tatsächlich noch immer Excel nutzen. Excel als Liquiditätsplan ist allerdings extrem statisch und zudem enorm zeitaufwendig. Die meisten CFOs oder Gründer wenden monatlich mehr als zehn Stunden für das Finanzmanagement auf. Die Automatisierung von manuellen Prozessen spart dabei nicht nur Zeit, sondern verhindert auch typische Fehler, die Unternehmen in Krisenzeiten nicht passieren sollten. 

Gerade für Start-ups ist es in Krisenzeiten extrem wichtig zu wissen, wie lange das Geld noch reicht. Insbesondere wenn Investoren mit im Spiel sind, sollte die Finanzübersicht lückenlos abgebildet werden können. Deswegen kann unser Tool auch bei regelmäßigen Investorengesprächen für Klarheit helfen. Dafür steht unser  Serviceteam jederzeit bereit und hilft bei der umfassenden Darstellung des Cashflows. 

Warum ist es für Startups wichtig Liquiditätsszenarien durchzuspielen?

Die Liquidität ist die wichtigste Grundlage für die Unternehmensführung. Die Aussage ‘Cash is King’ zählt vor allem in der aktuellen Situation mehr denn je. Um den Cashflow sichern zu können muss man immer bedenken, dass sich die Lage im Laufe eines Jahres unerwartet verändern kann. Stichwort: Corona-Krise. Vor allem für junge Unternehmen ist die Berechnung von Liquiditätsszenarien daher enorm wichtig, um sich auf jegliche Eventualitäten vorzubereiten. Vor allem in der Anfangsphase eines Unternehmens bilden aussagekräftige Szenarien die Grundlage für wichtige unternehmerische Entscheidungen. Am Ende des Tages steht und fällt der Erfolg eines Unternehmens mit der richtigen Planung. 

Welches sind die größten Fehler junger Gründer?

Häufig besitzen junge Unternehmer keine vollständige Übersicht über die Finanzlage ihres Unternehmens. Der Großteil der Gründer plant immer noch mit Excel, womit man allerdings nie alle Einnahmen und Ausgaben in Echtzeit auf einen Blick hat. Auch eine anfänglich lückenhafte Finanzierung stellt oftmals ein Problem dar. Vielen Gründern geht ohne Finanzpuffer dann schnell die Luft aus. Beispielsweise müssen Verzögerungen bei der Zahlung von Rechnungen einkalkuliert werden, da man nicht davon ausgehen kann, dass die ersten Kunden auch sofort bezahlen. Deswegen sollten eventuelle Zahlungsverzögerungen und -ausfälle auf jeden Fall im Rahmen von Planungsszenarien berücksichtigt werden, um einen fortlaufenden Cashflow garantieren zu können.

Welche 3 Tipps haben Sie für Gründer?

Mein erster Tipp an die Gründer wäre: Kümmert euch von Anfang an um eure Finanzen. Viele Gründer – gerade mit technischem Hintergrund – mögen das Thema nicht. Im Endeffekt dreht sich jedoch alles in jungen Unternehmen um die Liquiditätssituation und man kann nie früh genug anfangen, diese so regelmäßig wie möglich zu analysieren. 

Zweitens: Keep it lean! Gerade am Anfang macht es Sinn die eigenen Ressourcen sinnvoll einzuteilen und so viele Teilprozesse, die nicht direkt Wert stiften, zu automatisieren. Kurz gesagt: Überflüssiges radikal ausstreichen und Teilprozesse outsourcen, damit der Fokus auf die Kernprozesse gelegt werden kann. Nutzt Agicap, um keinen manuellen Aufwand mehr bei der Liquiditätsplanung zu haben.

Last but not least – Bleibt liquide! Die oberste Priorität sollte immer die Gewährleistung des Cashflows sein. Habt eure Liquidität immer im Blick, wenn ihr strategische Entscheidungen trefft! 

Wir bedanken uns bei Stephan Krehl  für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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