Treffen Sie Stefanie Feder  Gründerin myProjectroom auf der herCAREER in München

Stefanie Feder, Gründerin myProjectRoom wird auf der herCAREER ein Meetup über Ihre Erfahrungen mit KI und dem Einsatz im Bereich HR und Recruiting geben

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen doch kurz vor!Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
Hallo, ich bin Stefanie Feder, bin 30 Jahre alt und habe 2015 das Unternehmen myProjectroom GmbH gegründet. ProjectRoom ist eine Online Plattform, auf der sich Bewerber eine Alternative zum Lebenslauf erstellen und sich mit Kompetenzprofil und Projekterfahrungen bewerben können. Die Grundidee eine Alternative zum Lebenslauf zu haben stammt aus einem persönlichen Problem. Durch mein „buntes“ Profil, das in einem Standard Lebenslauf keinen guten Eindruck macht, habe ich viele Absagen bekommen. Niemand hat meine Kompetenzen und Potenziale erkannt:

Ich habe einen Bachlorabschluss in Film&Medien mit dem Schwerpunkt auf Regie und Storytelling und einen Masterabschluss in Personalmanagement & Kompetenzentwicklung mit neuen Medien abgeschlossen. Vom Filmbusiness, über Werbung und interne Unternehmenskommunikation bin ich dann zum eLearning Bereich gekommen. Seit 7 Jahren bin ich nun als Konzeptionistin, Learning Designerin und Beraterin und im Bereich Medienkommunikation, eLearning und Erwachsenenweiterbildung tätig.

Was war bei der Gründung Ihres Unternehmens die größte Herausforderung?
Hier muss man ein bisschen differenzieren. Die reine Gründung eines Unternehmens ist „nur“ eine administrative, organisatorische Aufgabe, die man zusammen mit seinen Geschäftspartner, Investoren, Anwälten und Notaren zu erledigen hat. Die größte Herausforderung für mich war hier, dass ich alle Gesetzte, Regel und Abläufe von 0 auf lernen musste und das Prozedere doch sehr lange dauert.

Bei einem ungeduldigen Menschen wie mir, der eine Idee verwirklichen will, ist das diese schwierige Geduldsprobe gewesen.

Viel entscheidender ist aber die Gründungsphase davor. Die größte Herausforderung ist es in meinen Augen, Menschen zu finden, die genauso für etwas „brennen“ wie du selbst, die dir vertrauen und denen auch du vertraust. Es ist unmöglich am Anfang alles zu klären und alle „Was passiert wen?“ Fragen zu beantworten. Die Antwort auf vieles ist eine Art Grundvertrauen im Team, das zusammenweißt und man sich sicher ist, gemeinsam alles schaffen zu können.

Kann man auch mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?
Gegenfrage: Ab wann kann man sagen, dass man als Gründer mit seiner Idee gestartet ist? Für mich „startet“ eine Idee mit den ersten Gedanken im Kopf, die man sich über ein Problem, ein Thema oder ein Konzept macht. Und wie so oft bei dem Thema Gründung und Startup kommt es dann bei der weiteren Ausarbeitung immer drauf an. Ein innovatives und technologisches Produkt oder eine intelligente Lösung wird nie perfekt sein. Ganz nach den Startup Prinzipien werden diese Dinge nah am Markt entwickelt und Kunden früh in erste Prototypen mit einbezogen. Ein Produkte im Lebensmittel oder Gesundheitsbereich gelten natürlich gewisse Gesetzte, die man bei einem ersten Markteintritt und Tests beachten muss.

Ich denke, diese Produkte müssen einen anderen Reifegrad haben.

Mit einer Idee starten, erste Prototypen und Marktanalysen zu betreiben und mit Menschen darüber sprechen kann man auch ohne ein Unternehmen zu gründen. Für mich ist das aber schon ein Start. Der Rest läuft dann eh parallel, so dass man zum Beispiel Investoren sucht, während man weitere Marktrecherche betreibt und man die Firma dann gründet, während man die ersten Kunden überzeugt.

Wie sind Sie auf die herCAREER aufmerksam geworden?
Da ich vielen Menschen bei der Bewerbung helfe, bin ich natürlich da, wo diese Menschen sind: auf Karrieremessen. Und so bin ich auf herCareer gestoßen. Als ich dann gesehen habe, dass Natascha Hoffner und das herCareer Büro in München direkt in dem Ort sitzen, wo ich aufgewachsen bin, hat das natürlich gleich verbunden

Zu welchem Thema werden Sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen auf der herCAREER weitergeben?
Ich spreche über den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in unserem Business. Dabei geht es nicht um die technische Entwicklung, sondern um die Chancen von KI bezogen auf unseren Business Case. Dabei möchte ich Fragen wie zum Beispiel „Was sind die Chancen von KI in Verbindung mit HR, Recruiting und Bewerbung?“ und „Welche Chancen und auch Risiken bringt es mit sich?“ beantworten und schildern, wie wir die Konzeption und Umsetzung dann durchgeführt haben.

Wie wichtig sind solche Events für Gründerinnen?
Da die herCareer ja vor allem eine Karrieremesse für Frauen ist, unterscheidet sie sich stark von den typischen Startup Veranstaltungen. Das spannende auf den Karrieremessen ist, dass dort nicht nur Menschen sind, die sich mit Gründen, eigenen Ideen und Startups schon beschäftigt haben. Sondern dort gibt es auch viele Personen, die durch Schule, Ausbildung und Elternhaus eher die klassischen Karrierewege und Arbeitsmöglichkeiten im Kopf haben.

Und genau die bekommen durch Vorträge von Gründerinnen neue Perspektiven und Chancen gezeigt.

Für Gründerinnen wie mich (und ich denke ich spreche da für viele Unternehmerinnen), ist es eine Art Berufung anderen Frauen zu zeigen, dass man auch eigene Wege gehe und sich Träume erfüllen kann. Für angehende Gründerinnen sind diese Events eine tolle Chance fürs Netzwerken und um Verbündete zu finden. Und für alle anderen sind diese Events Inspiration, Mut-Macher und eine tolle Möglichkeit über den Tellerrand zu schauen.

Wo sehen Sie sich in den nächsten 5 Jahren?
Gerne würde ich diese Frage ein wenig umformulieren. Leider wird diese auch immer wieder in Bewerbungsgesprächen gestellt. Ich denke, es ist fast unmöglich diese Frage wirklich konkret zu beantworten, denn die Welt verändert sic so rasant und keiner kann sagen, was in den kommenden Jahren passiert. Diese Frage formuliere ich für mich immer um und denke hier allgemeiner. Ich habe für mich meine „Big Five of Life“ gesetzt und all meine Handlungen richten sich danach. Die „Big Five of Life“ sind meine fünf großen Lebenswünsche, die mich mit Glück, Zufriedenheit und Sinn erfüllen.

Eins meiner „Big Five“ ist es, Menschen zu helfen, einen Job zu finden, glücklich macht – so wie ich das für mich mit meiner Arbeit und Berufung gefunden habe. Ein anderes „Big Five“ Ziel ist es, finanziell unabhängig zu sein. Das heißt nicht, dass ich finanziell reich sein will, sondern dass ich für meine Träume und nicht die Träume anderer arbeite und davon leben kann. So werde ich in 5 Jahren irgendetwas machen, dass sich unter anderem nach diesen Vorstellungen richtet.

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?
Allgemeine Tipps für Gründerinnen zu geben fällt mir immer recht schwer, da jeder Weg so individuell ist und bei mir haben viele Tipps weder gepasst noch das sie mir wirklich geholfen haben. Allerdings habe ich folgende Erfahrungen gemacht, die ich gerne weiter gebe. Da kann dann jeder schauen, wie er daraus selber lernen kann.

Der Glaube an mich selber und an meine Big Five of Life

Ich möchte einmal auf mein Leben zurück schauen und meine größten Herzenswünsche erfüllt haben. Und auch wenn einige unrealistisch erscheinen, sind sie irgendwie möglich. Oft muss man dafür den Weg ändern, aber nie das höhere Ziel. Das erfordert Mut und einen starken glauben an sich selber und an seine Wünsche!

Die eigene Disziplin und Durchhaltevermögen.

Ich halte „Overnight“ Success Stories nur für nette Geschichten, die dazu da sind, um Menschen zu unterhalten. Denn blickt man hinter die Kulissen steckt hinter jeder Erfolgsgeschichte viel harte Arbeit. Menschen verfolgen mit einer hohen Disziplin, Geduld und einem hohem Durchhaltevermögen ihre Ziele und genau das versuche ich auch. Kein Zauber oder Einhorn-Feen-Staub

„Du bist nur so gut, wie der Durchschnitt der 5 Menschen mit denen du die meiste Zeit verbringst!“

In den letzten Jahren habe ich stark darauf geachtet, mit welchen Menschen ich mich umgebe und hier auch schon immer eine gesunde Portion Egoismus an den Tag gelegt. Leider gibt es viele Menschen die einen selber Energie und Kraft kosten und negativ beeinflussen. Diese Personen versuche ich auf längere Sicht zu meiden und mich mit Menschen zu umgeben, mit denen man lernen, lachen und die Welt entdecken kann.

Wir bedanken uns bei Stefanie Feder für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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