#stayhome – Von wegen #Coronaferien!

Tipps zur Vermeidung von Mega-Streß

#stayhome ist im Moment gewiss richtig, zumal viel Zeit vergeudet wurde, in der man hätte handeln können. Nach China in Europa und auch bei uns, als sich die italienische Katastrophe abzeichnete.

#stayhome wird Leben retten, so die Experten. #Flattenthecurve  – wir müssen versuchen, die Neuinfektionen zu verlangsamen. Soweit der Befund, der mir klingt einleuchtet.

#stayhome ist jedoch auch eine riesige #Herausforderung, die jeder anders empfindet: Wir schwanken je nach Mentalität und finanziellem Background zwischen Entschleunigung und dem anderen großen E, der Existenzangst. Hinzu kommt Streß, weil viele Menschen nun ungewohnt beengt rund um die Uhr ganz allein oder – je nachdem vielleicht noch stressiger – mit anderen – Familien, Partner oder WG – zusammen sein müssen, oft ohne Rückzugsmöglichkeit und ohne strukturierten Tagesablauf. Eltern genervt, Kinder gestresst. Großeltern fallen als Betreuer wegen der Gefahrenlage für sie wegen. Für viele Eltern wird das sein wie die langen Sommerferien – nur krasser, denn hinzu kommen Sorgen um die eigene Gesundheit, die von Freunden, Verwandten, den Arbeitsplatz, das Unternehmen, die Mitarbeiter, die Auftragslage.

Beziehungen und Familienbande auf dem Prüfstand

Meine Prognose lautet: Es wird einerseits einen #Babyboom geben und andererseits Jubelrufe bei den #Scheidungsanwälten. Nähe schmiedet zusammen oder macht offenkundig, was zuvor vom Alltag übertüncht war. Ungewollt, doch unausweichlich.

Scheidungen sind nicht erfreulich, doch mich beunruhigt, die Befürchtung von Experten, dass häusliche Gewalt eskaliert. Die Opfer haben durch die Ausgangsbegrenzungen noch weniger Chancen haben, ihren Peinigern zu entrinnen als vor #Corona, denn auch die Peiniger sitzen drinnen fest. Gegen häusliche Gewalt können wir oft nicht viel mehr tun, als auf unsere Mitmenschen zu achten, ggf. nachzufragen, wenn Verletzungen auffallen. Vielleicht wissen manche jedoch auch, was in der Wohnung, dem Haus gegenüber abgeht. Seid wachsam. Holt Euch Rat bei Beratungshotlines, was Ihr tun könnt. Im Zweifel informiert die Polizei. 

Und noch etwas wird befürchtet: Depressionen werden zunehmen. Alleinlebende könnten sich erstmals oder verstärkt einsam fühlen, gerade Ältere. Wenn Ihr also Menschen kennt, die vor #Corona eh schon einsam oder gar depressiv waren, ruft sie regelmäßig an, schreibt Emails, nutzt Skype oder das gute alte Fax – egal wie – kümmert Euch. Auch Päckchen schicken geht derzeit noch.

Zu viele Stunden für viel zu wenig Spannendes

Heute ist Montag, der Tag mit den meisten Jammertweets und -posts. Es ist erstaunlich, wie viele der Montagsblues ereilt. Doch derzeit hören wir davon wenig. Gut so, der Montagsblues ist ein Petitesse – nicht nur in Zeiten von Corona. Doch nun geht es bei vielen auch darum, sich selbst auszuhalten. Wir können uns schwerer als sonst in Scheinaktivitäten flüchten und schon gar nicht ins Vergnügen stürzen, um uns selbst zu entrinnen. Corona wirft uns auf uns selbst zurück und bringt uns zum Nachdenken. Das ist nicht leicht, doch vielleicht liegt sie genau darin, die Chance zur Entschleunigung, deren lobende Erwähnung auf mich ansonsten dumm und zynisch wirkt, wenn Menschen gerade die Existenz wegbricht, Freunde oder Bekannte mit dem Virus auf der Intensivstation kämpfen.

Doch wie mit der zusätzlichen Zeit oder dem Home-Office umgehen? Selbständige, Freiberufler oder Angestellte, die Home-Office gewohnt sind, kommen sicher mit der jetzigen Situation besser klar, als die, die erstmals und völlig unvorbereitet von zu Hause aus arbeiten oder eine komplette Zwangspause einlegen müssen wie Kurzarbeiter, Mitarbeiter, deren Läden geschlossen haben und auch Künstler, die derzeit nicht auftreten können. Für Euch anderen habe ich einen Tipp, der ganz leicht umzusetzen ist.

Make your bed – ein Signal mit weitreichenden Folgen 

Allen, die derzeit „nur“ das Problem des unstrukturierten Tages haben oder gar die persönliche „Verwahrlosung“ befürchten wie eine Lady bei #Twitter, denen empfehle ich ein grandioses Buch: „MAKE YOUR BED – Little things can change your life… and maybe the world“. Autor ist der pensionierte US Navy Admiral William R. McRaven, der 2014 in seiner Rede auf der Abschlussfeier der Abschlussklasse der Universität von Texas über die 10 Lektionen sprach, die er als Navy Seal gelernt hatte. Die Zuhörer waren derart begeistert und wißbegierig, dass er 2017 dieses Buch dazu veröffentlichte.

McRaven rät, den Tag mit etwas erfolgreich Abgeschlossenem zu beginnen. Denkt an Einstein, der sagte, dass Menschen deshalb so gerne Holz hacken, weil sie ein Ergebnis sehen. Für einen Navy Seal ist die erste Aufgabe des Tages, sein Bett zu machen und zwar richtig, akkurat, ohne Fältchen, nur rechte Winkel, ein Münze, die man darauf fallen läßt, muss hochspringen! Sonst darf man es gleich noch einmal tun. Das Bett richtig zu machen, ist ein Zeichen von Disziplin und sorgfältigem Umgang mit Details. McRaven ist davon überzeugt, dass der Alltag eines jeden Struktur braucht. Der einfache Akt, sein Bett gemacht zu haben, kann einem seiner Meinung nach den Auftrieb geben, den man braucht, um in den Tag zu starten. das ist wichtig, denn viele tun sich schon mit dem Aufstehen schwer, wenn der Wecket klingelt. Sie drücken sich und die Snooze- oder Schlummer-Taste:

Der schlichte Vorgang des Bettmachens  verschafft eine gewisse Befriedigung und motiviert, den Tag auch richtig zu beenden. Selbst wenn letzteres nicht klappen sollte, ist es an diesen weniger guten Tagen eine Freude, in ein sauberes, gemachtes Bett und nicht in zerknüllte Laken zu steigen. Wir können zusätzlich zum inneren Chaos nicht auch noch äußeres Chaos gebrachen. Für Euch getestet.

Dass ich mit meiner Begeisterung für „Make your bed“ nicht allein stehe, zeigt dieses Beispiel: Voriges Jahr lernte ich die Chefin einer Werbeagentur kennen. Sie hatte einige Zeit zuvor wegen eines komplizierten Beinbruchs eine abrupte, längere Zwangspause. Sie berichtete mir, dass sie auf „Make your bed“ stieß und davon sehr profitierte in dieser ungewohnten Situation, wo sie gerade nicht von Meeting zu Meeting eilen konnte, sondern festsaß.

Hübscht Euch auf

Und noch etwas: Wenn Ihr Euch bisher täglich die Haare gewaschen habt, dann tut dies auch  weiterhin in der Zeit des unfreiwilligen Home-Office. Lebt Ihr mit einem Partner zusammen, dann mutet diesem nicht zu, Euch nur noch in gammeligen Klamotten zu sehen. Wenn Ihr fürs Business am Schreibtisch sitzt, dann tut das also nicht im Schlafanzug oder ausgebeulten oder gar verfleckten Jogginghosen. Jeans und ein sauberes Hemd,  T- oder Sweet- Shirt, leichte Schuhe/Sneaker sollten nicht zu viel verlangt sein. Ihr fühlt Euch anders. Versprochen. Kleider machen Leute, auch in Krisen. Allzu bequeme Hausschuhe, die ausgelatschten Lieblingsschluffs – sie alle signalisieren Eurem Hirn: Pause… Standby-Modus. Wie wollt Ihr da auf Tour kommen für die Arbeit an dem Konzept oder Angebot, an dem Ihr schreibt? 

Das gilt auch, wenn Ihr alleine lebt und zwar aus Respekt, Respekt vor Euch selbst. Seid Euch diesen kleinen Aufwand wert. Er macht etwas mit Euch.

Haltet Ordnung

Ebenso wichtig ist: Räumt abends den Arbeitsplatz auf, tragt die Kaffeetasse in die Küche. Ist die Küche derzeit der Arbeitsplatz: Wascht sie ab oder tut sie in die Spülmaschine. Und deckt den Tisch schön fürs Abendessen. Das alles ist kostenlos…

Macht  regelmäßig Pausen 

Lasst häufig frische Luft in die Räume, stellt Euch mit Eurem Tee oder Kaffee ans Fenster und genießt die Sonne, falls Ihr keinen Balkon oder Garten habt. Geht mal um den Block, das dürfen wir, wenn wir den Sicherheitsabstand zu anderen wahren. 

Seid nett zu Euch und anderen

Bringt Euch vom Einkaufen Blumen mit und stellt Euren Nachbarn ein Mini-Sträußchen hin oder eine bunte Priemel mit einem Gruß. #Networking funktioniert auch in Zeiten von Social Distancing. In Krisen zeigt sich der Charakter, sagt man, also zeigt Eure guten Seiten.

Und Ihr Ladys: Legt ruhig wie bisher ein paar Tropfen Parfum und etwas Lippenstift auf, selbst wenn Ihr allein lebt – einfach für Euch, um die kleinen Freuden zu feiern, die das Leben parat hält.

Bleibt alle gesund und macht Euer Bett!

Mit den besten Wünschen: Eure Martina Haas

Bildquelle/ Fotograf: Michael Hagedorn

Martina Haas ist Expertin für Networking und Kommunikation, Redner, Bestsellerautorin und Hochschuldozentin. Ihre Karriere begann als Rechtsanwältin in einer renommierten Freiburger Wirtschafts- und Steuerrechtskanzlei. Danach war sie unter anderem Führungskraft und Geschäftsführerin in einem internationalen Banken- und Immobilienkonzern. Die gefragte Vortragsrednerin begeistert mit neuen Ideen zur professionellen Vernetzung und Karrierestrategien.

Der Ratgeber „Crashkurs Networking – In 7 Schritten zu starken Netzwerken“ ist ein Bestseller aus dem Haus C.H. Beck. 2019 erschien das fünfte Buch von Martina Haas: „Vergesst Networking – oder macht es richtig! …sonst sind 90% der Kontakte für den Müll!“

www.martinahaas.com

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

redaktion

Startups sind mit ihrer Innovationskraft und Kreativität der Motor der globalen Wirtschaft und der gesellschaftlichen Entwicklung. Wir bieten akribisch recherchierte Informationen über Gründer und Startups. Neben Porträts junger Unternehmer und erfolgreicher Startups und deren Erfahrungen liegt der Fokus auf KnowHow von A bis Z sowohl für Gründer und Startups als auch für Investoren, Ideengeber und Interessierte. Wir begleiten, Startups von der Gründungsphase bis zum erfolgreichen Exit.

Schreibe einen Kommentar