Geballte niederländische Innovationskraft in Hannover

Start-ups aus den Niederlanden gemeinsam auf der Hannover Messe

Rund 20 vielversprechende Start-ups aus den Niederlanden geben gemeinsam auf dem „Start-up & Innovation Square“ auf der Hannover Messe 2017 ein Eindruck vom innovativen Potenzial der Niederlande.

Innovationsfreudig, flexibel und ganz nah dran: Die Niederlande zählen zu den wichtigsten Handelspartnern Deutschlands. Die bilateralen Ein- und Ausfuhren erreichten im Jahr 2016 ein Gesamtvolumen rund 162,7 Milliarden Euro. Um die sehr guten wirtschaftlichen Beziehungen auch in Zukunft weiter ausbauen zu können, präsentieren sich rund 20 vielversprechende Start-ups aus dem Nachbarland gemeinsam auf dem „Start-up & Innovation Square“ in Halle 4 C52 auf der Hannover Messe 2017. Vom 24. bis zum 28. April vermitteln sie dort einen Eindruck vom innovativen Potenzial der Niederlande – das insbesondere für deutsche Unternehmen enorme Chancen bietet. Ermöglicht wird der gemeinsame Messeauftritt, der mit „Matching“-Gesprächen einhergeht, durch 13 niederländische Partnerorganisationen, darunter öffentlich-rechtliche Organisationen, Branchenverbände und private Inkubatoren.

Der „Start-up & Innovation Square“ bietet dabei eine große thematische Vielfalt. Er konzentriert sich auf die Vorstellung neuer Ideen, Produkte und Dienstleistungen aus den Niederlanden. Alle Aussteller beziehen sich auf mindestens eines der Zukunftsfelder Energie, Industrie 4.0 und Mobilität. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Präsentation aktueller niederländischer Forschungs- und Technologieprojekte. Unter dem Motto „Meet the Industry Giants“ werden die vor Ort vertretenen Start-ups gezielt mit potenziellen Investoren und Vertretern von Großunternehmen ins Gespräch gebracht. Im Folgenden vier Beispiele für Vorzeigeunternehmen auf dem diesjährigen „Start-up & Innovation Square“.

Mobilitätsgarantie zum Fixpreis

„Unsere Stadt ist voller Wagen, die 23 von 24 Stunden am Tag nicht gebraucht werden“, berichtet CEO Steven Nelemans, CEO des Unternehmens Amber Mobility aus Eindhoven. „Man denke nur daran, wie viel Geld hierbei verschwendet wird.“ Die durchschnittlichen Kosten bei einem Autobesitz betragen mindestens 520 Euro im Monat. Beim Shared-Car-Konzept von Amber Mobilty können die Kunden für 33 Euro pro Monat, immer auf ein E-Fahrzeug zurückgreifen. Aktuell entwickelt das Start-up ein eigenes Elektroauto, das genau auf die speziellen Bedürfnisse des Carsharings zugeschnitten ist. Der „Amber One“, der nicht käuflich sein wird, soll eine Reichweite von 400 Kilometern haben, 650 Kilogramm wiegen, über eine Höchstgeschwindigkeit von über 150 km/h verfügen und eine Gebrauchsdauer von 1,5 Millionen Kilometern besitzen. Er soll zudem ein autonomes Fahren und eine Fahrassistenz bieten und ab 2018 – zunächst in den Niederlanden – zur Verfügung stehen. Mit den besonderen Eigenschaften des Amber One wird Amber Mobility in der Lage sein, eine Mobilitätsgarantie zum Fixpreis anbieten zu können.

Rekordverdächtige Solartechnik

Solarus Sunpower aus Venlo konstruiert ein Solarpaneel, das durch eine Energieeffizienz von 70 Prozent überzeugt – den sogenannten PowerCollector. 2012 hat der TÜV bei einer Messung an einem PowerCollector in Arizona (USA) die höchste jemals gemessene Ausbeute für ein Solarpaneel festgestellt. Die Spitzenleistungen des PowerCollectors liegen bei 1.250 W (thermisch) und 250 W (Strom). Mit diesem Produkt befindet sich das Unternehmen konsequent auf Wachstumskurs. Und ein Ende ist nicht in Sicht: „Wir erwarten für die kommenden Jahre ein Umsatzwachstum auf 20 Millionen Euro und mehr“, prognostiziert Jacko D’Agnolo, COO bei Solarus Sunpower.

Pulsform-Technologie schafft Verbindungen

Nahezu jeder industrielle Produktionsprozess verbindet und verformt Komponenten – meist aber traditionell durch Schweißen, Löten oder Kleben. „Doch diese Verfahren erweisen sich zum Teil als arbeitsintensiv, nicht immer sauber und zuverlässig sowie als große Energie- und Materialverbraucher“, erläutert Koen Goorman, Projektingenieur bei Blue Engineering, einem Ingenieursteam, das an den Standorten Eindhoven und Venlo angesiedelt ist. Die elektromagnetische Pulsform-Technologie (EMPF) könnte sich aber als alternatives Verbindungsverfahren anbieten, etwa beim Verbinden von Hybridmaterialien. Beispielsweise ließen sich Hydraulikverrohrungen, Zugschächte und elektrische Anschlüsse damit realisieren. Bei Blue Engineering zählt das Pulsformen bereits zu den Schlüsselaktivitäten, „die Marktchancen sollen erweitert werden“, so Koen Goorman. Daher beabsichtigt Blue Engineering, mit Industriepartnern zusammenzuarbeiten, „um festzustellen, wo Pulsformen eine Rolle bei der Lösung von Verbindungsproblemen spielen kann.“

Perfekte Bedingungen

Frisch auf den Tisch – für den Verbraucher ein entscheidendes Kriterium beim Kauf von Lebensmitteln. Um die geforderte Qualität gewährleisten zu können, muss die Ware zuvor optimal gelagert und transportiert werden. Die lückenlose Kontrolle von Temperatur und Feuchtigkeit ist dabei unter anderem entscheidend. Dabei unterstützt SenseAnywhere. Das Unternehmen aus Oud Gastel in der niederländischen Provinz Noord-Brabant entwickelt, produziert und vertreibt innovative Sensor- und Datenverarbeitungstechnologie, mit deren Unterstützung bestimmte raumklimatische Bedingungen verlässlich sichergestellt werden können. Auch in extremen Temperaturbereichen. Zudem hilft das Know-how von SenseAnyware bei der Einsparung von Energie. Der Plan für die Hannover Messe ist deutlich formuliert: „Wir streben nach mehr Markenbekanntheit und nach einer Umsatzsteigerung in ganz Europa, einschließlich Deutschland“, sagt CEO Tom Heijnen.

Der niederländische „Start-up & Innovation Square“ befindet sich in Halle 4 C52. Die dort vertreten jungen Unternehmen freuen sich auf interessierte Standbesucher aus aller Welt, insbesondere aus Deutschland.

Bild: Neuentwicklung aus den Niederlanden: Der „Amber One“ (Bildquelle: Amber Mobility)

Quelle mediamixx GmbH

redaktion

Startups sind mit ihrer Innovationskraft und Kreativität der Motor der globalen Wirtschaft und der gesellschaftlichen Entwicklung. Wir bieten akribisch recherchierte Informationen über Gründer und Startups. Neben Porträts junger Unternehmer und erfolgreicher Startups und deren Erfahrungen liegt der Fokus auf KnowHow von A bis Z sowohl für Gründer und Startups als auch für Investoren, Ideengeber und Interessierte. Wir begleiten, Startups von der Gründungsphase bis zum erfolgreichen Exit.

X
X