Start-Up-Projekte scheitern durch schlechte Planung und Führung

Ob eine Idee die Chance hat, erfolgreich auf den Markt zu kommen, entscheidet sich schon zu Beginn des Vorhabens, denn: Die meisten Produkte und Dienstleistungen scheitern nicht daran, dass sie schlecht sind, sie scheitern, weil die Erfinder nicht das nötige Know-How für die Planung des Projektes mitbringen.

Jedes erfolgreiche Vorhaben beginnt mit einer sauberen Planung. Ist die Planung schlecht, ist die Umsetzung schlecht. Schlecht bedeutet hier: Es dauert länger, kostet viel mehr und die Qualität ist mangelhaft – typische Themen des teuflischen Projekt-Dreiecks.

Die Erfahrung zeigt, dass es keinen Unterschied zu Produkt, Branche und Umfang des Projektes gibt. Jedes Vorhaben muss nach denselben Prinzipien aufgesetzt, sprich, geplant werden.

Zusätzlich zur Planung steht das Thema Führung, im Sinne von Koordination, im Fokus.

Wer es nicht schafft, die Aufgaben im Überblick zu behalten und entsprechend zu steuern, wird sich im Aufgaben-Dschungel verirren.

Führung wird oft missverstanden. Für die meisten bedeutet es, Kollegen zu führen. Doch Führung geht weit darüber hinaus und beginnt mit der Führung von sich selbst. Nur wer sich selbst führen kann, wird andere führen. Das bedeutet, dass eine hohe Selbstdisziplin, Selbstmanagement und Eigen-Organisation erwartet wird.

Geführt und koordiniert werden, neben einem selbst, die Mitarbeiter, externe Dienstleister, Lieferanten und Kunden. Die Kollegen müssen von der Vision überzeugt sein, damit die Performance hoch ist. Externe Dienstleister müssen sehr gut instruiert werden, wie die Erwartungshaltung aussieht und welche Ziele erreicht werden sollen. Lieferanten benötigen richtig gute Spezifikationen, um entsprechende Qualität liefern zu können. Kunden müssen darüber informiert werden, welchen Nutzen sie erwarten können.

Zum Thema Führung gehört auch das Thema “Projekt-Marketing”. Darunter ist keinesfalls Werbung im klassischen Sinne zu verstehen, sondern Themen, die direkten Einfluss auf den Erfolg des Projektes nehmen. Mein lieber Freund Hermann Scherer meint dazu: “Was nützt es gut zu sein, wenn es keiner weiß?”.

Zum Beispiel muss im Kernteam klar sein, welche Informationen nach außen kommuniziert werden sollen und welche nicht. Der Arbeitstitel des Projektes hat oftmals auch schon Einfluss darauf, wie das Vorhaben wahrgenommen wird. Je konkreter die Aufgaben zur Außenwirkung verteilt sind, umso leichter die Markteinführung.

Beide Themen, Planung und Führung, sind selbstverständlich miteinander verwoben. In der Planungsphase werden sämtliche bekannten Themen zugeordnet und verteilt. Damit ist klar, wer für welche Aufgaben zu welchem Zeitpunkt zuständig ist und welche Abhängigkeiten bestehen. Am Anfang jeder Reise muss klar sein, in welche Richtung es gehen soll.

Nachdem jedes Start-Up irgendwann mal größer wird, macht es Sinn, darüber nachzudenken, WIE die Arbeit zu erfolgen hat. Gerade zu Beginn ist es ganz wichtig, dass die Vorgehensweise GEMEINSAM besprochen und beschlossen wird. Nur so lässt sich vermeiden, dass Missverständnisse aufkommen und Tätigkeiten gemacht werden, die nicht oder noch nicht zielführend sind.

Obwohl es den meisten ein Dorn im Auge ist, gerade zu Beginn viel Zeit mit der Planung zu verbringen, wird hier der Erfolg garantiert. Ich höre oft genug auch in großen Unternehmen, dass gerade keine Zeit sei, um das gesamte Team für drei Tage für die Planung abzustellen, nur um sich am Ende zu beklagen, warum die Ziele nicht erreicht wurden.

Wer schneller fertig sein möchte, weniger Budget ausgeben möchte und dabei entspannter arbeiten möchte, nimmt sich zu Beginn ausreichend Zeit.

 

Zum Autor Ronald Hanisch:

Ronald Hanisch wird in Fachkreisen mit dem Titel “Projekt-Doctor” empfohlen. Medien zitieren ihn als den “führenden deutschsprachigen Management-Experten und Referent in Sachen Projektmanagement” (NVZ). Er kennt alle Ebenen der Unternehmen, von der Lehre bis zum Vorstand. Heute führt er Projekte zum Erfolg in mittelständischen Unternehmen bis hin zu DAX- und US-Konzernen in unterschiedlichen Branchen.

www.ronaldhanisch.com

redaktion

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