Wahrheit oder Lüge: Start-up-Mythen auf dem Prüfstand

PaulCamper, Sharingplattform für Camper, Wohnwagen und Co., macht den Selbstcheck

Start-ups – für die einen ein wahrgewordener Arbeitstraum, für die anderen der größte Horror. Und wie ist es nun wirklich? Das 2103 gegründete Berliner Unternehmen PaulCamper hat sich einem gnadenlosen Selbsttest unterzogen und die größten Mythen rund um Start-ups auf ihren Wahrheitsgehalt gecheckt. Arbeiten bis in die Mitternachtsstunden? Kickertisch, Obstkorb und Feel-Good-Oma sind obligatorisch? Es arbeiten grundsätzlich beinaheausschließlich Männer in Start-ups, die auch noch unter 30 Jahre alt sind? Und zu guter Letzt tragen hier alle Hoodies und lümmeln auf einer alten Ledercouch? Dirk Fehse, Gründer von PaulCamper, Verena Keimer, Head of Marketing, und Jule Wadehn, Head of Operations, verraten, wie es im PaulCamper Office wirklich zugeht!

Dirk, erfüllt PaulCamper aus deiner Sicht die klassischen Start-up-Klischees?
Dirk: „Ein klares nein! Wir arbeiten zwar hart und mit voller Leidenschaft daran, Camping wieder cool und PaulCamper noch erfolgreicher zu machen, aber es bleibt alles im Rahmen. Nach 19 Uhr ist eigentlich nur noch das Marketing im Büro. Die fangen allerdings auch erst am Vormittag an (lacht). Kickertisch und Obstkorb haben wir auch nicht. Was wir jedoch haben ist eine sehr lockere Arbeitsatmosphäre, Flexibilität und eine Menge Spaß. Unsere gemeinsamen Campingtrips etwa sind immer wieder richtig toll. Das Geschlechterverhältnis ist im Übrigen mehr als ausgeglichen bei uns!“

Wie wichtig ist es dir, dass sich das Team wohlfühlt und was tust du als Chef dafür?
„Für mich ist das Team der Erfolgsfaktor Nummer eins. Zudem darf bei aller Ernsthaftigkeit und Erfolgsdruck, die Freude nicht zu kurz kommen. Ich selbst bin am erfolgreichsten, wenn ich Spaß an der Sache habe. Demzufolge ist es mir wichtig, dass mein Team sich wohlfühlt und sich jeden Morgen auf den Tag freut. Ich versuche, die allgemeinen und individuellen Voraussetzungen zu schaffen, damit sie erfolgreich sein können. Auch Wertschätzung ist enorm wichtig.“

Nach welchen Kriterien stellt ihr neue Teammitglieder ein?
„Mir ist es wichtig, dass das Team heterogen in der Sache, aber homogen in den Werten ist. Teamfit, intrinsische Motivation und Potenzial sind entscheidender als fachliche Skills. Wenn die einzelnen Visionen mit der von PaulCamper übereinstimmen bzw. sich ergänzen, laufen wir automatisch in dieselbe Richtung. Das ist nicht nur effizient, sondern führt auch bei allem Stress zu Freude.“

Jule und Verena, seit wann seid ihr bei PaulCamper dabei und wieso habt ihr euch für PaulCamper als Arbeitgeber entschieden?
Verena: „Ich bin seit Anfang September bei PaulCamper an Bord. Auf die Stellenausschreibung bin ich bei Xing gestoßen und war begeistert, wie sich die Marke online präsentiert. Aber auch die Mitarbeiter, die mich interviewt haben, haben mich überzeugt: sehr persönlich, authentisch und mit ganz viel Leidenschaft. Es hat mich einfach überzeugt und richtig viel Lust gemacht, das Thema Camping und die Marke PaulCamper voranzubringen.“

Jule: „Im September 2016 haben unser Gründer Dirk und ich auf einem Festival darauf angestoßen, dass wir es gemeinsam wagen wollen. Was spontan klingt, war durchaus wohlüberlegt. Entscheidend waren damals für mich die konsequente Wertorientierung von PaulCamper, die Neugierde auf den neuen Horizont und eine starke Identifikation mit dem Produkt. Ich bin nämlich selbst passionierte Camperin. Inzwischen ist da noch mehr: Ich habe Vertrauen in die Menschen, mit denen ich arbeite, es gibt enorme Gestaltungsfreiheit, und unsere Vermieter-Community ist echt klasse.“

Wie wichtig war es euch, dass PaulCamper ein Start-up ist? War das eher abschreckend oder anziehend?
Verena: „Für mich persönlich war es interessant, dass PaulCamper ein Start-up ist, da ich bis dato eher in etwas erwachsen gewordenen Start-ups gearbeitet habe, von daher hat mich ein echtes Start-up sehr gereizt. Vor allem die kurzen Wege und das Empowerment!“

Jule: „Anziehend. Da ist Musik drin, es gibt Raum für Versuch und Irrtum, und nichts ist unveränderlich!“

Erfüllt PaulCamper aus eurer Sicht die klassischen Klischees eines Start-ups?
Verena: „PaulCamper ist insofern ein echtes Start-up, dass wir einen großen Fokus auf die Kosten legen müssen. Ansonsten sind hier alle mit ganz viel Begeisterung dabei. Teamwork und Einsatz der Kollegen sind einfach toll, dadurch bekommen wir Dinge schneller umgesetzt als ich das aus anderen Firmen gewohnt bin.“

Jule: „Unseren Hoffnungsträger in Sachen Start-up-Coolness, einen kleinen Billardtisch, haben wir tatsächlich unbenutzt in die Damentoilette verfrachtet. Und auch ansonsten geht es bei PaulCamper eher um Substanz, Freude am Thema und Teamgeist – weniger um den schönen Schein. Dazu passt auch, dass wir ganz unprätentiös von einer großen Altbauwohnung in Bernau aus operieren und nicht aus einem Kreuzberger Loft.“

Start-ups gelten dem Klischee nach nicht unbedingt als frauenfreundlich: Wie seht ihr das – vor allem in Bezug auf PaulCamper?
Verena: „PaulCamper hat ein komplett ausgewogenes Verhältnis von Männern und Frauen! Einerseits auf der zweiten Ebene bei Führungskräften aber auch in anderen Funktionen!“

Jule: „In einem Management Team, in dem 50 Prozent Frauen vertreten sind und der Umgang von Frauen und Männern miteinander wirklich entspannt ist – what’s not to love?“

Arbeiten bis zum Umfallen – Wahrheit oder Mythos?
Verena: „Grundsätzlich ist eine gute Work-Life-Balance wichtig. Im Marketing gelingt es nicht immer, pünktlich Feierabend zu machen, weil Deadlines nahen. Das ist aber kein Start-up spezifisches Phänomen. Dadurch dass das Thema so viel Freude und Spaß macht, habe ich manchmal gar nicht das Gefühl, auf der Arbeit zu sein.“

Jule: „Ich möchte etwas tun, für das ich auch in meiner Freizeit aus eigenem Antrieb neue Ideen entwickle. Das habe ich bei PaulCamper gefunden. In der jetzigen Wachstumsphase arbeiten wir alle viel. Trotzdem sitzt bei uns keiner nach 20 Uhr im Büro, und wer es schafft, in seinem Camper eine stabile Internetverbindung sicherzustellen, der arbeitet auch schon mal vom Strand aus.“

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