Wien könnte das neue Berlin werden

Am 19. September veranstaltet Alphazirkel (alphazirkel.com), eine Plattform für Familienunternehmen, gemeinsam mit dem Venture Network der Deutschen Börse (venture-network.com) den „Start-up-Day Wien“.Startupvalley News sprach mit Dr. Albert Geiger, Managing Director des Alphazirkels.

Warum veranstalten Sie einen „Start-up-Day“ mit Familienunternehmern?

Die bei uns im Netzwerk vertretenen Mittelständler zeigen oft noch Berührungsängste mit Start-ups, und seien wir mal ehrlich: Die Strukturen von Familienunternehmen, die manchmal schon in der vierten oder fünften Generation existieren, eignen sich meist nicht besonders gut für Kooperationen mit Gründern. Start-ups dagegen sind extrem flexibel organisiert – und sie ziehen genau die Mitarbeiter an, die unseren Familienunternehmen heute fehlen. Mit dem Start-up-Day wollen wir die Unternehmer anregen, offener für Kooperationen mit jungen Firmen zu sein.

Was soll dabei herauskommen?

Die Familienunternehmen könnten bei den Start-ups Referenzkunden werden – oder man strebt einfach eine stärkere Zusammenarbeit bei einem bereits existierenden Produkt oder Prozess an, um das Geschäftsmodell der Mittelständler zukunftssicherer zu machen.

Sie sitzen in München – warum organisieren Sie ein Start-up-Event in Wien?

Wir sitzen in München, haben aber in Österreich auch einen eigenen „Alphazirkel Austria“ gegründet. Die Wiener Szene ist noch jung und hungrig, die Vernetzung von ost- und westeuropäischen Start-ups läuft dort auf Hochtouren. Der „Austria Wirtschaftsservice“ stellte kürzlich fest, dass mittlerweile die Hälfte der neu geschaffenen Jobs in Österreich von Start-ups angeboten wird. Die etwa 5700 IT-Unternehmen in Wien setzen heute knapp 20 Milliarden Euro jährlich um, womit Österreichs Hauptstadt die drittgrößte IT-Metropole Europas ist. Ganz ehrlich, Wien hat durchaus Chancen, das neue Berlin zu werden.

Nach welchen Kriterien haben Sie die teilnehmenden Start-ups ausgesucht?

Nach ihrer Relevanz für Familienunternehmen. Vor allem die Bereiche B2B und Deep Tech sind für uns interessant. Wir besuchen etwa Finnest (finnest.com), wo Mittelständler per Crowdfunding Finanzierungen erhalten können. Wir gehen zu Whatchado (whatchado.com), wo sich Familienunternehmen mithilfe von Videostories als moderne Arbeitgeber präsentieren. Bei Invitario (invitario.com) schauen wir uns eine Software für smartes Einladungsmanagement an, und bei Waytation (waytation.com) stellt man uns ein Tracking-Tool für Messen und Kongresse vor.

Planen Sie weitere Projekte, um Familienunternehmen mit Start-ups zusammenzubringen?

Anfang November fahren wir nach Boston, um die dortige Start-up-Szene zu erkunden sowie um die Ivy League Colleges und Risikokapitalfonds wie Converge, Greentown Labs und Bolt zu besuchen. Aber wir organisieren natürlich auch in Deutschland viele Events, um Gründer mit Mittelständlern zu vernetzen – und zwar in vielen Branchen. Am 11. Oktober etwa diskutieren wir in München, welche Chancen sich aus der Digitalisierung des Immobilienbereichs ergeben.

Wir bedanken uns bei Dr. Albert Geiger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Quelle: ALPHAZIRKEL GmbH

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