Klar definieren, welches Risiko man tragen will und dann umsetzen

StandSmart hat die Vision, die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen während des Stehens zu fördern

Stellen Sie sich und das Startup StandSmart doch kurz unseren Lesern vor!
StandSmart bietet innovative Ergonomie-Lösungen für das Arbeiten im Stehen an. Das Startup ist eine Ausgründung der TU München und wurde von Martin Sprenger und Markus Hackner gegründet. Beide sind Studierende des Executive MBAs für Innovation & Business Creation an der TU München.

Wie ist die Idee zu StandSmart entstanden?
Lösungen für Menschen, die im Stehen arbeiten, gibt es in der Industrie schon länger, zum Beispiel ergonomische Stehmatten an Fließbändern in der Auto-Industrie. StandSmart hatte die Idee, diese auch im nicht-industriellen Bereich anzubieten. Hierzu hat das Startup ein Design gewählt, das den Anforderungen für entsprechende Einsätze, zum Beispiel in Büros, gerecht wird. Es ist unter anderem wichtig, dass die Härte der Matte auch mit normalen Büroschuhen ein angenehmes Stehgefühl erzeugt und dass das Design ansprechend für moderne Büroeinrichtungen ist. Das physikalische Produkt ist nur der Anfang. StandSmart wird dieses smart machen und arbeitet bereits an digitalen Lösungen für ergonomische Anwendungen.

StandSmartWelche Vision steckt hinter StandSmart?
StandSmart hat die Vision, die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen während des Stehens zu fördern. Immer wenn Menschen im Stehen arbeiten oder viel stehen bietet StandSmart Lösungen an, um den Rücken zu entlasten, die Gelenke zu schonen und schweren Beinen vorzubeugen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Eine große Hürde war das finden, der richtigen Produktionsvariante. Nach diversen Tests haben wir uns für ein Produktionsverfahren entschieden, dass zwar teurer ist, aber eine sehr hohe Qualität und Langlebigkeit bietet. Die Fertigung ist aus „einem Guss“, also ohne Klebestellen. Denn bei Tests haben wir gesehen, das Klebestellen aufreißen können.

Die nächste Hürde war die Zertifizierung. Das hat länger gedauert als gedacht. Es hat sich aber gelohnt. Das DGUV Test Zertifikat vom Institut für Arbeitsschutz bietet Unternehmen eine sehr hohe Sicherheit, die Arbeitsschutz-Bestimmungen einzuhalten.

Außerdem ist es eine Herausforderung herauszufinden, welches Kundensegment am Anfang die schnellsten Umsätze bringt. Mit limitierten Ressourcen für Marketing und Sales ist es essentiell, genau dieses Kundensegment und die richtige Ansprache zu finden. Da wir uns aus eigenen Mitteln finanziert haben, ist es besonders wichtig, das weitere Wachstum schnellstmöglich mit eigenen Umsätzen zu finanzieren.

Wer ist die Zielgruppe von StandSmart?
Im ersten Schritt sind es B2B Kunden, die Arbeiten im Stehen verrichten, z.B. an höhenverstellbaren Schreibtischen im Büro, an Rezeptionen in Hotels oder an Verkaufsschaltern und Kassen im Einzelhandel.
Langfristig sehen wir den B2C Markt auch als vielversprechend an. Denn überall wo Menschen länger stehen, können wir einen Mehrwert bieten. Zum Beispiel in der Küche, an der Bügelstation, im Hobbykeller oder am Grill.

Wie funktioniert die Fußmatte?
Die Fußmatte ist so beschaffen, dass sie immer leicht nachgibt und zurückfedert. Dadurch entstehen Mikrobewegungen. Diese führen dazu, dass die Beinmuskulatur arbeitet und die Durchblutung gefördert wird, da die Venenpumpe aktiv bleibt. Das wirkt schweren Beinen entgegen. Außerdem richtet sich der Körper automatisch auf, wenn er in Bewegung ist. Eine aufrechtere Haltung und das In-Bewegung-Bleiben unterstützen die Entlastung des Rückens und wirken Verspannungen entgegen. Die weiche Beschaffenheit der Matte hilft zudem, den Körper zu entlasten. Das kann bei Knie- oder Hüftproblemen oder Fersensporn Linderung bringen.

Welche Vorteile bietet die Fußmatte?
Die beschriebenen Effekte der Schonung der Gelenke, der Rückenentlastung und Vermeidung schwerer Beine bieten vor allem im Büro die Vorteile, dass eine höhere Produktivität, weniger Krankheitstage und eine gesteigerte Mitarbeiterzufriedenheit erreicht werden können. Ein wichtiger Aspekt ist darüber hinaus, dass Büroangestellte länger am hochgefahrenen Schreibtisch arbeiten können und für viel Geld angeschaffte höhenverstellbare Schreibtische auch genutzt werden. Sie sind fitter und das Stehen auf der Matte fühlt sich sehr angenehm an.

Durch das Wohlgefühl werden Büroangestellte motiviert, weniger im Sitzen zu arbeiten. Sie stehen aus eigener Motivation heraus öfter auf und nutzen den hochgefahrenen Schreibtisch gerne. Für Unternehmer bietet das den Vorteil, dass sie keinen Appell an ihre Mitarbeiter aussprechen müssen, etwas für ihre Gesundheit zu tun. Wenn das Verhältnis von Sitzen und Stehen nach ergonomischen Erkenntnissen optimiert wird, kann eine sehr hohe Mitarbeiterzufriedenheit erzielt werden. StandSmart arbeitet diesbezüglich mit führenden Physiotherapeuten und BGMs (Betrieblichen Gesundheitsmanagern) zusammen.

Wie ist das Feedback?
Das Feedback ist hervorragend. Circa 80% der Tester sagen, dass sich die Matte sehr gut anfühlt und sie eine Entlastung spüren. Auch die Weiterempfehlungsrate ist sehr hoch. Viele sind erstaunt, dass sie noch nichts von derartigen Lösungen gehört haben. Eine wichtige Aufgabe für StandSmart ist es, das Bewusstsein für die Existenz solcher Lösungen zu schaffen.

StandSmart, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Das rein physikalische Produkt ist erst der Einstieg. Langfristig wollen wir digitale Lösungen für die Ergonomie anbieten. Die persönlichen Erfahrungen der Gründer als Digitalisierungsberater bzw. Elektrotechnik-Ingenieur sind eine gute Basis. Außerdem ist Digitalisierung ein wichtiger Baustein des MBAs Innovation & Business Creation an der TU München. Das Cluster um das UnternehmerTUM bietet hervorragende Möglichkeiten, Ideen umzusetzen und Partner für die Realisierung zu finden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Genaue Kundensegmentierung. Das genaue Kennen der Zielgruppe und die gezielte Ansprache dieser ist sehr wichtig
Durchhaltevermögen. Viele Dinge dauern deutlich länger als gedacht. Diese Phasen, bis die Erfolge kommen, muss man mental und finanziell durchstehen
Mut. Klar definieren, welches Risiko man tragen will und dann umsetzen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Martin Sprenger und Markus Hackner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

KOSTENLOSER NEWSLETTER

Erhalten Sie regelmäßig die neuesten Updates der internationalen Startup-Szene!

Hier finden Sie unsere Datenschutzerklärung

X