Mit Online-Gutscheinen durch die Krise

Wie Stammi die Kundenbindung fördert

Die Corona-Krise trifft Start-ups besonders hart, wenn deren Geschäftsmodell unmittelbar von Beschränkungen in Handel oder Tourismus betroffen ist. Eigentlich ist das Fintech Leaf Labs, das digitale Kassenbons und Kundenbindungstools entwickelt, da keine Ausnahme. Das Thema Kassenbons war Anfang 2020 in aller Munde, weil die Bonpflicht nicht nur Bäckereikunden zum Staunen brachte. Die Krise brachte die ursprüngliche Planung allerdings ins Wanken, als die Hauptzielgruppe des Unternehmens, stationäre Geschäfte, vorerst schließen musste.

Daher brachte das Unternehmen kurzfristig ein Zusatzprodukt auf den Markt:

Ein Tool, das es besonders kleinen und mittelgroßen stationären Händlern und Gastronomen erlaubt, einfach digitale Gutscheine zu erstellen, gehörte von Anfang an zum Konzept von Leaf. Daher entschieden sich die Gründer Mitul Jain und Christopher Kane, den Service früher als geplant anzubieten. „Wir haben überlegt, was wir tun können, um die Einkommenseinbußen unserer Kunden während der Geschäftsschließungen wenigstens ein bisschen abzufedern“, berichtet Mitul Jain.

Ein Projekt, das aus der Krise entstand: Stammi

Deshalb investierte das Gründungsteam hundert Prozent seiner Zeit in ein neues Projekt: Stammi. Über die digitale Plattform können Händler und Gastronomen Gutscheine an Stammkunden oder andere, meist lokale, Unterstützer verkaufen. Das hilft zumindest gegen kurzfristige Liquiditätsprobleme und fördert die Kundenbindung, auch wenn kein direkter persönlicher Kontakt möglich ist. Sowohl der Verkauf als auch die Bereitstellung und die spätere Entwertung der Gutscheine findet komplett online statt. 

In Anspruch genommen hat das zum Beispiel Melanie Schmidt, die Besitzerin des Hundesalons “Hundeverliebt” in Oberursel im Taunus. “Viele Stammkundinnen und -kunden schickten mir fast täglich aufmunternde Worte oder kauften Gutscheine bei Stammi, die sie dann später einlösen können”, berichtet sie. Inzwischen dürfen die Vierbeiner wieder in ihren Laden und werden nun gegen Geld oder Gutscheine frisiert. Sie möchte auch in Zukunft auf der Plattform aktiv bleiben, da Gutscheine ein weiterer Vertriebskanal für ihr Unternehmen sind. 

Kostenloser Service dank Kooperationen in der Tech-Szene

Den gesamten Service bietet Stammi für alle Seiten kostenlos an: Händler müssen keine Transaktionsgebühr zahlen und alles, was Nutzerinnen und Nutzer ausgeben, erreicht sie auch. Möglich machen das Kooperationen wie die mit der Payment-Plattform Stripe. Stammi selbst zahlt keine Transaktionsgebühr, wodurch der Gutschein-Anbieter keine Kosten hat, die an Nutzerinnen und Nutzer weitergegeben werden müssten. 

Stripe ermöglicht zahlreiche digitale Bezahlprozesse wie z. B. bei Axel Springer, Joyn und Share Now. Das Tech-Unternehmen begleitet so den Wandel der Zahlungskultur in Deutschland, wo “nur Bares ist Wahres” schon bald ein Spruch aus der Vergangenheit sein könnte. Auch diese Seite hat die Krise: Aus Kreativität, Mut zum Wandel und Kooperation entstehen ganz neue Möglichkeiten und Geschäftsmodelle.

Bild: Stripe

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