Stärkenstudie 2016: Jüngere und Angestellte haben Aufholbedarf!

Wen kennzeichnen welche Stärken? Welche Defizite sind für Frauen und Männer typisch?

Wer sollte an sich arbeiten? Karrierecoach Svenja Hofert hat rund 1.000 Stärkenprofile erstellt – mit lehrreichen Erkenntnissen.

Frauen sind die besseren Alltagsmanager, Männer hingegen haben es mit Zahlen leichter und punkten als Spezialisten. Ältere sind sich ihrer Stärken bewusst, unabhängig vom Geschlecht. Jüngere kennen sie kaum. Angestellte sollten von Selbstständigen lernen, da diese ihre Stärken gezielt nutzen. Dies sind zentrale Ergebnisse einer Stärkenstudie von Karrierecoach Svenja Hofert, die sie mithilfe des „StärkenNavigator“ durchgeführt hat. „Mein Onlinetool ermittelte für jeden der rund 1.000 Teilnehmer ein individuelles Profil mit den jeweiligen fünf größten Stärken“, erklärt Svenja Hofert das Vorgehen.

Diplomatische Angestellte

Während Selbstständige eher Stärken haben, die mit kreativem und produktivem Denken zu tun haben, sehen Angestellte bei sich eher die Stärken, die für die Organisation von Alltagsabläufen und die Vermittlung zwischen Interessen relevant sind. Stärken, die bei Selbstständigen eher ausgeprägt waren, sind neben dem Querdenker auch der „Futurist“, der früh erkennt, wohin sich etwas entwickelt, Trends analysiert und diese in seine Arbeit integriert. Stärken, die bei Angestellten eher ausgeprägt sind, waren beispielsweise der „Vermittler“, der diplomatische Fähigkeiten hat, da er zwischen verschiedenen Interessen vermittelt, Wogen glättet und in schwierigen zwischenmenschlichen Situationen Lösungen findet. Auch der „Alltagsmanager“, der aktuelle Aufgaben bewältigt und sich praxisbezogen auf das Hier und Jetzt konzentriert, ist als Stärke spezifischer für Angestellte.

Querdenker und Futuristen

Selbstständige nehmen öfter eine gegensätzliche Haltung ein, vertreten Positionen gegen den Mainstream und erkennen Aspekte, die andere nicht sehen. Auch im Netzwerken sind sie besser als Angestellte. Selbstständige sind – anders als Angestellte – oftmals „Querdenker“ und „Futuristen“. „Eine Erklärung ist, dass viele von ihnen beratend tätig sind. Hier ist die Fähigkeit, Zukunftsthemen zu erkennen und zu besetzen, erfolgsrelevant“, so Karrierecoach und Autorin Svenja Hofert. Zudem würden Querdenker und Futuristen in Unternehmen schneller anecken. Sie hätten oft eine eigenwilligere Persönlichkeitsstruktur, die auch in den sogenannten Big Five – einem der anerkanntesten Persönlichkeitsmodelle weltweit – sichtbar wird.

Brachliegende Innovationspotenziale

Demnach besitzen viele Selbstständige eine höhere Offenheit für neue Erfahrungen, was mit dem „Futurist“ korreliere. Sie hätten zudem eine niedrigere Verträglichkeit bzw. Anpassungsbereitschaft, was sich in der Kombination aus hoher Offenheit für neue Erfahrungen und niedriger Anpassungsbereitschaft bemerkbar macht. Laut der Autorin des Buchs „Was sind meine Stärken?“ geht Unternehmen viel Innovationspotenzial verloren, da Angestellte angepasster sind und weniger zukunftsorientiert denken. Gerade in Zeiten der Digitalisierung sei dies aber überlebenswichtig. Dass Angestellte oft „weichere“ Stärken für sich erkennen, sieht Hofert darin begründet, dass diese häufig eine Persönlichkeit mit weniger Ecken und Kanten mitbrächten. Dazu gehöre unter anderem eben eine höhere Anpassungsbereitschaft.

Entwicklungschancen nutzen

„Die eigenen Stärken zu kennen, ist wichtig, denn Stärken machen uns einzigartig und besonders“, macht Svenja Hofert nochmal bewusst. Den meisten fallen jedoch nur die üblichen Schlagworte ein, wenn sie nach ihren Stärken gefragt werden: Teamgeist, Organisationstalent, Kommunikationsstärke, Zuverlässigkeit, Kreativität, Empathie. „Eine Stärke ist jedoch erst dann wirklich eine Stärke, wenn sie charakteristisch ist für eine Person, wenn man die eigenen Stärken mag und weiterentwickeln möchte. Es geht somit um die ‚wahren‘ Stärken“, so die Hamburger Wirtschaftspsychologin. Diejenigen, die ihre eigenen Stärken ermitteln möchten, können dies gratis online unter www.worklifestyle.net.

Literaturtipp:
Svenja Hofert
Was sind meine Stärken?
Entdecke, was in dir steckt
200 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-86936-693-7
€ 24,90 (D) | € 25,60 (A)
GABAL Verlag, Offenbach 2016

Fotozeile:
Karrierecoach Svenja Hofert hat die Stärkenstudie 2016 durchgeführt

Über Svenja Hofert
Svenja Hofert gehört zu den bekanntesten Karrierecoachs und ist eine vielfache Erfolgsautorin. Seit Jahrzehnten beschäftigt sie sich mit Potenzialen und der persönlichen Entwicklung von Einzelpersonen und Teams. Sie ist Inhaberin der Unternehmen Karriere & Entwicklung Büro für den nächsten Schritt. Sie hat einen bekannten Blog (http://karriereblog.svenja-hofert.de), bildet Karrierecoachs und Teamexperten aus und betreibt Portale wie www.karriereexperten.com und www.worklifestyle.net

Quelle Dr. Michael Gestmann

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