Man muss kein 50 Stunden oder mehr arbeiten, um erfolgreich ein Unternehmen zu gründen und zu führen

Stadtspiel (Ver-) Führung Schnitzeljagden durch die schönsten Städte Deutschlands und Europas

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Stadtspiel (Ver-) Führung doch kurz unseren Lesern vor!
Ich bin Anja Gena, 38 Jahre jung, und Herz und Kopf von Stadtspiel (Ver-) Führung. Ich erfinde und entwickle Schnitzeljagden durch die schönsten Städte Deutschlands und Europas. Mit meinen Stadtspielen kann man Sehenswürdigkeiten auf eigene Faust zusammen mit der Familie, Freunden oder Kollegen entdecken. Man entscheidet selbst, wann man startet, wie lange man wo verweilen und wen man alles mitnehmen möchte. Die Schnitzeljagden vertreibe ich über meinen eigenen Onlineshop sowie über viele regionale Kooperationspartner und Buchungsplattformen.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
Direkt nach meinem Studium wusste ich zunächst nicht so recht, was ich eigentlich wollte und wie ich mir meine berufliche Zukunft vorstelle. Seit meiner Schulzeit hatte ich immer verschiedene Nebenjobs, von der Tierarzthelferin, über Kellnerin bis hin zur Bürokraft in einer Fahrschule, konnte daher in verschiedenste Bereiche hineinschnuppern und wusste daher zumindest, was ich nicht wollte. Mit diesem Wissen habe ich mich entschlossen ein eigenes Unternehmen zu gründen und meine eigene Chefin zu sein. Zunächst als GbR, die jedoch scheiterte, und dann später als Einzelunternehmen zunächst noch im Nebenerwerb. 2013 habe ich dann die Entscheidung getroffen, auch hauptberuflich Unternehmerin zu sein und habe diesen Schritt nie bereut. Im Gegenteil, angestellt zu sein, ist für mich heute keine berufliche Option mehr.

Was waren bei der Gründung Ihres Unternehmens die größten Herausforderungen?
Die größten Herausforderungen für mich war die Vielzahl an gesetzlichen Regelungen und rechtlichen Dingen, die es zu beachten gilt. Gerade am Anfang hatte ich oft das Gefühl, dass man nicht allem gerecht werden kann.

Gab es jemals einen Punkt, wo Sie dachten das schaffen wir nicht?
Ans Aufgeben habe ich nie gedacht. Und doch gab es immer wieder Tage und auch Nächte, in denen mich die Angst umtrieb, ob es nicht doch besser wäre in den vermeintlich sicheren Hafen eines Angestelltendaseins zu schippern. Doch ich bin grundsätzlich ein optimistischer Mensch und habe mir dann in den unsicheren Situationen immer wieder gesagt, das wird schon.

Muss man mit seinen Aufgaben wachsen?
Ein ganz klares Ja! Gerade zu Beginn einer Selbständigkeit kann man nicht alles wissen. Und nach und nach lernt man immer wieder neue Dinge hinzu und das Lernen hört auch nie auf. Wichtig ist es meiner Meinung nach, dass man nicht den Anspruch an sich selbst hat, alles perfekt und ohne Fehler machen zu wollen. Denn niemand ist fehlerfrei.

Kann man auch mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?
Auf jeden Fall. Schon allein der Versuch ist es wert. In Zeiten der Digitalisierung ist es heute auch kein Problem mehr, sich im Vorfeld gründlich über eine Unternehmensgründung zu informieren. Auch gibt es in vielen Städten eine große Anzahl an Netzwerktreffen, wo man auf Menschen trifft, deren Erfahrungen einen selbst weiterbringen.

Wer ist die Zielgruppe von Stadtspiel (Ver-) Führung?
Unsere Kunden sind grundsätzlich neugierige, offene und kulturinteressierte Menschen, die auf eigene Faust Städte erkunden und trotzdem etwas über die Städte und Geschichten erfahren möchten. Dadurch, dass unsere Stadtspiele zeitunabhängig und ohne Termin funktionieren, kann man sich den Tag frei einteilen und selbst gestalten. Hauptsächlich sind unsere Kunden Touristen, aber auch Einheimische. Einen großen Anteil stellen auch Schulen, die unsere Stadtspiele kaufen, einmal um etwas über die eigene Stadt zu lernen und auch für Klassenfahrten. Dadurch, dass es auch während das Stadtspiels eigene Gestaltungsmöglichkeiten gibt, sind die Lehrer immer sehr dankbar, ein solches Produkt gefunden zu haben und zudem ist es preiswert im Vergleich zu klassischen Stadtführungen, dessen Preis abhängig von der Personenzahl ist.

Wie funktioniert Stadtspiel (Ver-) Führung?
In der Stadtspiel-Box findet man zunächst 2 Postkarten, auf denen der Spielablauf des Stadtspiels erklärt wird sowie eine genaue Wegbeschreibung, wie die Stadtspieler zum Startpunkt der gewählten Schnitzeljagd gelangen. In jedem Stadtspiel befinden sich zudem nummerierte und verschlossene Briefumschläge und auch ein „Notfall“-Briefumschlag, falls die Gruppe doch einmal nicht weiterkommen sollte. Dann geht’s los zum Startpunkt und dort erwartet dann die Schnitzeljäger das erste Rätsel. Das ist immer irgendetwas, was man suchen muss wie eine Jahreszahl an einem Denkmal oder ein kleines Hinweisschild irgendwo. Hat man das Rätsel gelöst, erhält man eine Zahl und erfährt dadurch, mit welcher Briefumschlagnummer es weitergeht. Es geht aber nicht der Reihenfolge nach, also erst die 1, danach die 2 usw., sondern wild durcheinander.

In den nummerierten Briefumschlägen wiederum befinden sich immer 2 Postkarten, eine Informationskarte, auf der man viel Wissenswertes zum aktuellen Standort erfährt, sowie eine Aufgabenkarte, die den weiteren Weg weist und auf der das nächste Rätsel zu finden ist. Auf diese Weise rätselt man sich durch die Stadt, kann jederzeit eine Pause eingelegen für eine Rast oder auch einen Museumsbesuch. Dabei ist man in der Ausgestaltung völlig frei.

In jedem Stadtspiel ist außerdem ein „Notfall“-Umschlag enthalten mit den richtigen Lösungen. Im Idealfall sollte dieser natürlich bis zum Ende verschlossen bleiben. Mit Hilfe der Lösungskarte kann man aber im Nachhinein die Postkarten wieder dem richtigen Briefumschlag zuordnen. So kann das Stadtspiel an Freunde oder Kollegen weitergeben werden und der nächste freut sich über ein spannendes Stadterlebnis.

In welchen Städten kann man es schon spielen?
Mittlerweile gibt es die Schnitzeljagden von Dresden, Leipzig, Berlin, Hamburg, München und auch von Wien und Prag. Innerhalb der Städte sind meist auch verschiedene Touren verfügbar, je nachdem ob man lieber die Altstadt bzw. Innenstadt entdecken möchte oder vielleicht doch lieber einen Stadtteil. Insgesamt haben wir 32 verschiedene Stadtspiele zur Auswahl und es kommen immer wieder neue dazu. Als Nächstes ist das schöne Rom geplant.

Wie ist das Feedback?
Das Feedback, welches wir von unseren Kunden erhalten ist nahezu immer positiv. Unsere Kunden freuen sich, eine Alternative zur klassischen Stadtführung gefunden zu haben. Auch sind unsere Stadtspiele ein wunderschönes Geschenk an Freunde oder Verwandte, um gemeinsame Zeit miteinander zu verbringen.

Stadtspiel (Ver-) Führung, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in den nächsten 5 Jahren?
Mein Unternehmen soll weiterhin wachsen, und zwar stetig und nachhaltig. Es ist geplant, dass jedes Jahr mehrere neue Schnitzeljagden hinzukommen, so dass wir in fünf Jahren an die 50 verschiedene Stadtspiele haben werden. Auch neue Mitarbeiter sollen hinzukommen. Doch niemand weiß genau, wohin der Weg führt und ich freue mich auf alles, was da noch kommt.

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?
Das Wichtigste ist aus meiner Sicht: Vernetzung. Suchen Sie sich Gleichgesinnte, mit denen Sie auf gleicher Augenhöhe über Fragestellungen, Probleme, aber auch Erfolge in ihrem Unternehmen sprechen können. Es gibt eine Vielzahl an Vereinen, Verbänden und Netzwerkinitiativen. Gehen Sie zu verschiedenen Veranstaltungen und finden Sie für sich heraus, wo Sie sich am wohlsten fühlen.

Des Weiteren sollte man sich im Vorfeld einer Unternehmensgründung folgende Fragen selbst stellen: Wohin will ich mit meinem Unternehmen und für wen, ist das was ich tun möchte von Vorteil? Also analysieren Sie ganz genau ihre Zielgruppe. Und als ebenso wichtig erachte ich, dass man sich auch ganz ehrlich die Frage beantworten sollte: Liebe ich das, was ich tue bzw. tun möchte und kann mich und andere dafür begeistern? Wenn Sie die Frage bejahen, dann fangen Sie an!

Und als letztes möchte ich Ihnen noch mit auf den Weg geben: Man muss kein 50 Stunden oder mehr arbeiten, um erfolgreich ein Unternehmen zu gründen und zu führen. Holen Sie sich externe Unterstützung und tun Sie auch etwas für sich. Denn in den kleinen Auszeiten für sich selbst kommen meist die besten Ideen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Anja Gena für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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