Finde zuverlässige Mitgründer und baue Dein Netzwerk aus

Die Pariser Gründerin Wanda Egger will mit ihrer App Sqyle, Dating auf dem Handy nachhaltiger machen

Stellen Sie sich und das Startup Sqyle doch kurz vor!
Wanda Egger: Nach einem Ingenieurstudium an der Ecole des Mines in Paris, habe ich 20 Jahre lang eine Kompetenz in der Konzeption/Leitung von benutzerfreundlichen, mobilen Apps und Webseiten und auch im Produktmarketing entwickelt. Nach meiner Trennung, wertete ich – anfangs privatbedingt – über 100 mobile Dating Apps aus… und war sehr enttäuscht.

Dieser duale Hintergrund war einfach dafür prädestiniert, dass ich eine Firma wie Sqyle gründe. Daher habe ich mich letztes Jahr entschieden, von Paris nach München zu ziehen, um eine große Herausforderung anzutreten und wirklich etwas neues anzufangen. Mittlerweile sind wir zu dritt, mit Ingo aus Berlin, Sicherheits- und Datenschutz-Profi und Falk in München, Kommunikationsexperte und absoluter Vernetzer. Übrigens spricht man Sqyle wie Sky’l aus. Der Name steht für Style mit Qualität.

Wer ist die Zielgruppe von Sqyle?
Wanda Egger: Wir wollen in erster Linie positive, lebenserfahrene Menschen ansprechen. Ü30, überwiegend Selbständige, leitende Angestellte, verantwortungsvolle Positionen, Privatiers… lebensfroh, reisefreudig, open-minded, die hohe Ansprüche und Lust auf bessere Dates haben und interessante Lebenspartner kennenlernen wollen. Gerade gute Leute wollen die beste Wahl. Aber was wirklich Besonderes ist, dass wir natürlich Singles und Geschiedene ansprechen, aber mit unserem neuartigen Found Love Modus, auch Leute, die in einer Beziehung sind, damit mit ihrem Partner schönere Dates erleben.

Was ist das Besondere an der App?
Wanda Egger: Mann kommt auf Sqyle um einer exklusiven Community zu gehören, nicht wie bei anderen Dating Apps, wo jeder Mitglied werden kann. Hier voten die Mitglieder, wer dazu gehört und wer nicht. Wenn genügend positive Abstimmungen gesammelt werden, wird man in die Community angenommen. Die Entscheidungen haben mit Hochschulabschluss oder Bankkontostand nicht zu tun, sondern wie die Mitglieder Ihr Profil empfinden. Darüber hinaus bieten wir mehr Achtsamkeit bei der Partnerwahl – wer hat sich nicht geärgert, bei Tinder Likes zu sammeln, ohne je eine Nachricht zu bekommen? Dank unserer Maybe-Funktion, können sich die Nutzer überlegen, wen sie wirklich mögen.

Darüber hinaus bieten wir Zusatzvorteile, wie zum Beispiel der Date-Planner, wo Nutzer außergewöhnlichen Location-Vorschläge, um bessere Dates zu erleben, oder den Found-Love-Mode, für bestehende Paare, wo die Suchfunktionen ausgeschaltet sind und wo man mit dem Partner schöne Dates organisieren kann. Diese Features sind ein wichtiger Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie und werden in den nächsten Monaten weiter ausgebaut.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für Die Höhle der Löwen zu bewerben?
Wanda Egger: Das war unerwartet und lustig. Ich hatte mich mit meinem Geschäftspartner Falk spät nachmittags getroffen und er fragte mich „Oh, übrigens, gehst du morgen zu diesem Casting für die Höhle der Löwen?“ und ich war fassungslos ! Was ? Wie ? Wo ? Wann ? Dann musste ich ganz schnell einen Plan auf die Beine stellen und unbedingt dabei sein. Auch wenn ich kaum fernsehe, kannte ich die Sendung und konnte diese Möglichkeit einfach nicht verpassen.

Wie haben Sie sich auf die Höhle der Löwen vorbereitet?
Aufgrund der kurzen Frist, nicht so gut wie ich es mir gewünscht hätte, aber es war vielleicht auch besser so. Der Casting fing schon am nächsten Tag an. Ich habe mir die ganze Nacht Youtube-Videos von der vorigen Staffeln angeschaut, ein wenig den Hintergrund der Löwen recherchiert…Damals kursierten auch Nachrichten über die letzte Finanzierungsrunde der Dating App Happn, die nach zweieinhalb Jahren 22 Millionen eingesammelt hatte, und das war auch wichtig für die Frage der künftigen Bewertung von Sqyle.

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen, das es in die Show Die Höhle der Löwen geschafft hat. Wie motivierend ist das für Sie und was versprechen Sie sich von der Show?
Die Challenge gab uns einen immensen Motivationsschub. Wenn seine eigene Firma vor Millionen Zuschauern vorgestellt wird, wird es richtig ernst ! In erster Linie dank der Reichweite, weil es für junge Startups ein Riesenaufwand ist, in den Top-Medien erwähnt zu werden, und andererseits die Aufmerksamkeit für die Marke Sqyle zu wecken und möglichst viele, tolle, neue Sqylars – so nennt man die Sqyle-Mitglieder- zu gewinnen. Es war uns auch wichtig, die richtige Botschaft über die App direkt zu vermitteln.

Wie wichtig ist dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch die Show viele Interessenten und auch Medien auf Sqyle aufmerksam werden?
Es ist für uns auf verschiedenen Ebenen interessant. Einerseits, weil die breite Reichweite der Sendung für ein junges Startup unbezahlbar wäre, und andererseits, weil die Zuschauergruppe der Sendung sehr spannend ist und sehr gut zu unserer Zielgruppe passt. Es handelt sich ja um positiv denkende Menschen, die an verbesserten Lebensgefühlen durch Innovation glauben. Und wenn sie nicht genau dem Zielpublikum gehören, können sie ihren Freunden und Bekannten von der App erzählen. Außerdem ist für uns wichtig, in dieser „Sunrise-Phase“ gute, neue Mitglieder zu gewinnen, bevor wir in einigen Monaten als Freemium-App anfangen, das heißt kostenlos herunterladbar aber mit einem Premium-Abo für alle Features.
Wir freuen uns auf neugierige Medien, die mehr über unsere neuartige Art des mobilen Datings erfahren möchten.

Ziel der Show Die Höhle der Löwen ist es, das die Löwen investieren und der Deal zustande kommt. Welchen der Löwen haben Sie als Investor im Fokus?
Man würde vermuten, dass im Umfeld von Herrn Maschmeyer die App gut ankommt. Frank Thelen, als Freigeist und Out-of-the-Box-Denker, würde auch gut zu der Zielgruppe passen, und bestimmt auch Judith Williams als selbstbewusste Businessfrau.

Aber auch wenn Sqyle nicht ins Investmentprofil dieser Löwen passt, kennen sie vielleicht andere Investoren, die Interesse hätten.

Sqyle, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Die nächsten fünf Jahren werden auch viele spannende Technikinnovationen mit sich bringen, künstliche Intelligenz, Augmented Reality, IOT… Aber was uns am wichtigsten ist, sind die Menschen, die unser App benutzen. Dass viele gute Singles oder Geschiedene Sqyle benutzen, um die Liebe zu finden, und dass bestehende Paare durch unseren Found-Love Mode bessere Dates erleben. Und zwar europaweit, in den Top-Städten. Es ist unser innigster Wunsch, dass wir das Lebensgefühl unserer Nutzer verbessern. Wenn die Kunden glücklich sind, sind die Investoren, die wir an Bord geholt haben, auch glücklich.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
– Du solltest von Deiner Idee wirklich besessen sein. Erst dann kannst Du hartnäckig Deinem Grundkonzept treu bleiben, auch wenn Du durch Schnee und Wind Dutzende Absagen bekommst…bis der eine Investor kommt, der an die Idee glaubt und ihr wahres Potential erkennt. Ein bisschen flexibel sollte man trotzdem bleiben, wenn man feststellt, dass kleine Anpassungen zum Modell notwendig sind.

– Gib Dich mit guten Mentoren um – ein guter Mentor hilft Dir, Deine Schwächen zu überschreiten und teilt mit Dir seine lang bewährte Erfahrung. Im Nachhinein hat ein guter Mentor oft Recht.

– Und ein letzter Tipp für Sologründer, die Kraft des Teams und des Netzwerkes nicht unterschätzen. Finde zuverlässige Mitgründer oder Geschäftspartner und baue Dein Netzwerk aus. Auf die Gruppendynamik kommt es an !

Bild: Wanda Egger aus München präsentiert die Dating App Sqyle. Sie erhofft sich ein Investment von 120.00 Euro für 10 Prozent ihres Unternehmens. Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Sehen Sie Sqyle  am 07.November in #DHDL

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Wanda Egger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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