Durchhalten! – Es kommt anders, als geplant

Sperling Rucksack kombiniert Kork mit modernem Design

Stellen Sie sich und das Startup Sperling doch kurz unseren Lesern vor!
Hinter Sperling stehen seine Gründer Björn Sperling samt Freundin Katharina Schmidt. Im „echten Leben“ Studenten, bringen wir mit Sperling ein neues Label auf den Markt, das den nachwachsenden Rohstoff Kork als charaktergebendes Element in den Fashion-Bereich einziehen lässt. Die ersten Assoziationen an Pinnwand, Fußboden und Co. treffen bei unseren Produkten allerdings nicht zu, denn richtig verarbeitet kann Kork zu einem weichen und edlen Material werden.

Wir kombinieren den Kork mit modernen Designs und ansprechenden Farben und zeigen damit, dass es nicht immer Leder sein muss.

Wie ist die Idee zu Sperling entstanden?
Bereits seit dem Abitur 2012 nähe und vertreibe ich (Björn) unter dem Namen „Bjösper“ Taschen und andere Näharbeiten aus ausgedienten Segeln und Kites. Die eher bunten und auffälligen Taschen ließen Katharina irgendwann zur Aussage hinreißen: „Wie wär’s denn mal mit etwas schickeren Taschen?“. Als uns dann noch einige Tage später durch Zufall etwas Korkstoff in die Hände fiel, waren wir direkt begeistert. So weich, flexibel und sowohl optisch als auch haptisch ansprechend kannten wir Kork nicht. Als wir den ersten Prototypen eines ursprünglich nur für den Privatgebrauch gedachten Rucksacks in den Händen hielten, war eines sofort klar – daraus müssen wir mehr machen!

Welche Vision steckt hinter Sperling?
In etlichen Bereichen haben sich Lederwaren etabliert und sind im Grunde kaum mehr wegzudenken. Das sehen wir anders! Egal, wie man es dreht und wendet: Leder ist zwangsläufig die Haut eines toten Tieres. Kork ist nachwachsende Baumrinde, die auf natürliche Weise geerntet werden kann, ohne dass Baum oder Umwelt zu Schaden kommen.

Mit Sperling wollen wir Taschen aus Kork als DIE Alternative zu Lederprodukten anbieten und zeigen, dass nachhaltiges Denken kein Kompromiss sein muss.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Herausforderungen gab und gibt es viele und eigentlich jeden Tag Neue, mit denen man nicht gerechnet hat! Das Ziel von Anfang an professionell aufzutreten, erfordert ein großes und funktionierendes Netzwerk.
Auf der einen Seite waren es vermeintliche Kleinigkeiten, die uns begegneten, wie zum Beispiel zunächst ganz einfach wirkende internationale Paketsendungen, die zuletzt in etlichen Behördengängen für notwendige Zertifikate für Naturstoffe endeten. Auf der anderen Seite hatten natürlich auch wir die Hürde, die eigentlich jedem StartUP entgegensteht. Mit begrenzten finanziellen Mitteln war nicht selten Fingerspitzengefühl und Überzeugungskraft von Nöten, um die großen Unternehmen, seien es Zulieferer oder Produzenten, so für uns zu gewinnen, dass wir anfänglich mit kleinen Stückzahlen beginnen konnten.

Für die Finanzierung selbst wurde uns recht früh ein Angebot von einem Investor gemacht, der ein ähnliches Potential in nachhaltigen Taschen gesehen hat, wie wir. Nach einigen schlaflosen Nächten haben wir uns aber entschieden unabhängig zu bleiben und den schwersten Schritt in der jungen Firmengeschichte gemacht. Wir haben unser geliebtes Wohnmobil, „Arno“, verkauft und dies als Kapital genutzt – aber wir haben vom Käufer die Zusage, dass wir die Ersten sind, die erfahren, wenn er ihn wieder abgeben möchte und sind zuversichtlich, dass wir ihn dann zurückkaufen können.

Wer ist die Zielgruppe von Sperling
Ursprünglich dachten wir an eine junge, studentische Zielgruppe – Leute, wie wir. Inzwischen ist unser Adressatenkreis aber viel größer. Jeder braucht eine Tasche bzw. einen Rucksack und der Anteil an Menschen, die bewusster auf Nachhaltigkeit achten, wird immer größer.

Wir sind selbst überrascht, wie groß die Resonanz ist, denn besonders auf den Social-Media-Kanälen erreichen uns täglich so viele Nachrichten, dass wir kaum noch hinterherkommen.

Was ist das Besondere an dem Rucksack?
Sicher ist die ungewöhnliche Materialwahl ein besonderes Merkmal unser Rucksäcke, aber wir haben natürlich nicht nur „irgendeinen Rucksack mit Kork“ machen wollen.
Uns war wichtig, ein modernes Produkt zu entwickeln, das den Zeitgeist trifft und nicht als Kompromiss wahrgenommen wird.

Der Rucksack ist so designt, dass er im Alltag perfekt nutzbar ist. So sind es beispielsweise das praktische Seitenfach für Wertsachen nah am Körper des Trägers oder die integrierten Magneten zum Verschließen des Rucksacks, die bei Vorführungen immer wieder für Begeisterung sorgen.

Welche Vorteile bietet Sperling? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?
Wir verkaufen nicht einfach ein Produkt, sondern entwickeln Taschen, für die man sich bewusst entscheidet und zu denen man eine Verbindung hat. Daher möchten wir auch nicht als eine von vielen Lifestyle-Marken auftreten, sondern arbeiten an einem langfristigen Konzept, das auf Kommunikation mit dem Kunden sowie Partnern und einem entsprechenden Service fußt. 
Dass jeder Rucksack mit einer einmaligen Seriennummer ausgestattet ist, mit der er sich auf Wunsch bei uns registrieren lässt und damit im Verlustfall etwa von einem Fundbüro wiedergefunden werden kann, ist dabei nur ein Beispiel für unseren Aftersale-Service.

Sperling, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Natürlich wird es nicht bei unserem Einstiegsprodukt, dem Rucksack, bleiben. Neben weiteren auch teils ausgefallenen Farben, haben wir auch schon weitere Modelle im Kopf und in der Entwicklung.

Wir werden ein breites Spektrum an Taschen anbieten, vom Rucksack über die Damenhandtasche bis zur Business-Tasche.

In fünf Jahren wird der Name ‚Sperling‘ mit dem Pioniercharakter für neue und wegweisende Taschen in Bezug auf Funktion und Material assoziiert werden. Ein flächendeckendes Händlernetz wird es unseren Kunden leicht machen, sich für die Taschen mit der Feder zu entscheiden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Die wohl meist genannte Antwort hierauf ist auch die Wichtigste: Durchhalten! – Es kommt anders, als geplant.
Man tut nichts vergebens – irgendwann kann man immer wieder drauf zurückgreifen!
Trau dich von deiner Idee überzeugt zu sein, auch wenn andere es nicht sind.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Katharina Schmidt und Björn Sperling für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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