Social Media Marketing für Startups und Gründer mit kleinem Budget

Ein Team ist gefunden, die Behördengänge erledigt, das Produkt steht bereit: der Traum vom eigenen Unternehmen lebt. Wird er auch überleben? Der Weg zum Kunden muss erst noch gefunden werden, denn ohne Kunden kein Unternehmen! Für Gründer mit kleinem Budget keine leichte Aufgabe. Es sei denn Social Media ist von Beginn an Teil der Startup Agenda.

Warum sich Social Media für Gründer lohnt?

Noch liegen virale Spots und einflussreiche Kampagnen in weiter Ferne, aber die sozialen Netzwerken bieten dennoch einen unkomplizierten Einstieg in die Marketingwelt. Eine Fanpage ist schnell angelegt, der passende Hashtag leicht gefunden und einen Account zu erstellen, dauert nicht lange. Entscheidend sind die Inhalte, mit denen die unterschiedlichen Kanäle im Social Web bespielt werden. Entsprechend aufbereitet, lassen sich schnell bemerkenswerte Ergebnisse erzielen. Eine richtige Ansprache und ein wertvoller Informationsgehalt für die Zielgruppe bestimmen den Erfolg.

Wo beginnen?

Als Gründer muss nicht nur das eigene Produkt vermarktet werden, insbesondere das Team muss überzeugen. Geschäftspartner, wie Investoren oder Wirtschaftsförderungen wollen nicht nur den Business Plan sehen, sondern stets wissen, wer sind die Menschen hinter Idee und Produkt. Eine mutige und offensive Präsentation lohnt sich. Letztlich werden in den sozialen Netzwerken Geschichten erzählt und egal wie toll Produkt oder Dienstleistung sind, einem schlechten Erzähler hört niemand zu.

Die User, potentielle Kunden und mögliche Partner vom eigenen Erscheinungsbild zu überzeugen, ist ein guter Start in das Projekt Social Media. Eine gelungene Social Media Präsenz erfordert ein sympathisches und ehrliches Auftreten, wenn über den gewählten Kanal Beziehungen für weitere Geschäfte geknüpft werden sollen.

Die Wahl des richtigen Kanals?

Das Angebot an sozialen Netzwerken ist vielfältig und die Frage nach der richtigen Plattform sollte nicht zu leichtfertig gestellt werden. Grundlegend sind drei Punkte zu beachten:

1. Ist das Produkt oder die Dienstleistung eher im B2C oder B2B anzusiedeln?

2. Welches Format (Text, Video, Bilder etc.) passt am besten zur angebotenen Ware und zur Persönlichkeit des Teams?

3. Wo finde ich meine Zielgruppe?

Natürlich stehen diesen Fragen in Beziehung zueinander. Ein Startup, das eine B2B-Idee verwirklichen will, findet viel leichter seine Zielgruppe in einem Netzwerk, dass sich auf das Knüpfen von Business Kontakten spezialisiert hat, als eine Plattform, die ihren Usern größtenteils Zeitvertreib bietet. Ebenso sollte sich nicht zu stur an diese Vorgaben geklammert werden, manche Produkte können durchaus in unterschiedlichen Branchen auf Interesse stoßen.

Hier hilft eine Rückbesinnung auf die Anfänge des Gründerlebens.

Die meisten Ideen werden schon mit einer klaren Vorstellung der möglichen Kunden entworfen. Auch wenn sich dies im Lauf der Zeit noch ändern kann, hilft es bei der Konzeption der ersten Ausflüge ins Social Media Marketing.

Die in der Erstentwicklung der Idee angedachte Zielgruppe stellt ein guter Bezugspunkt für die Wahl des Kanals dar. Ihre Vorlieben sind gute Einstiegsmöglichkeiten für die ersten Postings. Dennoch sollte man sich bei der Gestaltung der eigenen Social Media Page jederzeit wohlfühlen. Wer lieber schreibt und gerne mit anderen interagiert, freut sich über die Funktionen des Microbloggings bei Twitter. Ist hingegen die Smartphone Kamera ständiger Begleiter im Alltag, warum nicht die Erlebnisse des Gründerlebens auf Instagram dokumentieren und so die User an der Unternehmensentwicklung teilhaben lassen.

Außerdem sollte das eigene Angebot in die Überlegungen bezüglich der Kanalwahl hineinfließen. Ein erklärintensives Produkt lässt sich viel leichter in einem YouTube Video näherbringen, als in einem trockenen und langen Blogbeitrag. How-to Videos und Aufnahmen, in denen die Kunden bei der Benutzung selbst zu Wort kommen, lassen sperrige Ideen leicht und interessant erscheinen.

Die nächsten Schritte

Der passende Kanal ist gefunden, die ersten Beiträge sind veröffentlicht und einige User konnten schon als Fans gewonnen werden. Wie geht es weiter, schließlich soll ein Auftritt in den sozialen Netzwerken nicht wieder von der Bildfläche verschwinden? Deshalb empfiehlt es sich anfangs einen Redaktionsplan zu erstellen, der bei der Veröffentlichung neuer Inhalte hilft. Gleichzeitig bestimmt ein festgelegter Plan deren Art, Häufigkeit und Qualität.

Wie oft sollen den Fans interessante Links zur Verfügung gestellt werden, welche Interaktionsmöglichkeiten bieten wir oder wie ist die Gewichtung zwischen Storys aus dem Gründerleben und rein produktbezogenen Beiträgen? All diese Fragen können mit einem Redaktionsplan erledigt werden.

Nach den ersten erfolgten Schritten ist es an der Zeit Vertrieb und Social Media Marketing miteinander zu verbinden.

Wiederum eröffnen sich die vielfältigsten Gestaltungsspielräume, bei denen jedoch immer Produkt, Zielgruppe und die eigenen Fähigkeiten im Mittelpunkt stehen sollten. Ist der wichtigste Vertriebsweg die telefonische Akquise, so können mithilfe einer ansprechenden Social Media Page neue Interessanten für ein späteres Telefonat gesucht und gefunden werden. Bei einem Onlineshop als Kern der Verkaufsstrategie ist es ratsam die User in den sozialen Netzwerken auf besondere Angebote hinzuweisen.

Die Perspektiven sind vielfältig, wie Startups mit geringem Budget gelungene Social Media Kampagnen entwerfen können. Am wichtigsten ist es, einfach loszulegen: sich selbst und die eigene Idee der Social Media Welt zu präsentieren.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Richard Dihen

Richard Dihen ist Gründer und Geschäftsführer der Social Media Marketing Agentur Di.Ri Social Media, welche im Jahr 2017 gegründet wurde. Gestartet bei einem Startup, bei dem es darum ging aus wenig Budget extrem viel zu machen, arbeitet die Agentur heute speziell mit Startups und KMUs zusammen.

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