Führung neu gedacht – So passen Sie Ihren Führungsstil an Digitalisierung und Co. an

Wenn Sie die Begriffe wie Digitalisierung, Digitale Transformation, Industrie 4.0, KI Systeme, Disruption, IoT (Internet of Things/Internet der Dinge) hören, wie fühlen Sie sich dabei? Welche Emotionen oder Bilder entstehen in Ihrem Kopf?

Die einen reagieren möglicherweise darauf euphorisch und sehen gleich mehrere grandiose Chancen und die anderen hören schon ein Grummeln im Bauch oder haben gar Angst, sehr bald oder eines Tages in einer nicht allzu fernen Zukunft, nicht mehr gebraucht zu werden. Und es gibt möglicherweise auch die, die jetzt denken: Das alles brauche ich nicht, für mich kommen all die komischen Begriffe gar nicht in Frage, ich kann auch ohne Digitalisierung & Co. hervorragend leben. Ok, ich hake jetzt ein bisschen genauer nach und frage Sie präziser: Was genau bedeutet Digitalisierung für Sie? Seltsame Frage denken Sie? Ich habe diese einfache Frage die letzten Monate vielen Menschen gestellt und war immer wieder überrascht, was ich hörte.

Für viele ist Digitalisierung eine Möglichkeit mit einem Laptop von überall zu arbeiten. Manche waren auf ihre „digitale“ Firma sehr stolz, denn seit neustem werden Rechnungen ausschließlich per Email empfangen oder verschickt. Überhaupt Internet oder „schnelles Internet“ wurden immer wieder erwähnt und standen somit in direkter Verbindung mit dem Thema Digitalisierung. Mitarbeiterfeedbacks per Email einzuholen war ebenfalls ein Beispiel für Digitalisierung. Speicherung von Daten in einer Cloud, Webmeetings via Skype oder Zoom. Dazu kamen noch Smartphones und Smart-Home Geräte, die auch für Digitalisierung standen. Die Produkte, die sich miteinander vernetzen und dazu fähig sind, die Daten zu sammeln. Dazu kommen noch Homeoffice, BYOD (Bring your own device) oder auch KI beim Vorsortieren von Bewerbungen und Chatbots im Support.

Sehr unterschiedliche Vorstellungen, nicht wahr?

Und dann die Schlagzeilen, dass allein in Deutschland Millionen an Jobs in Gefahr sind oder jeder Zehnte bald arbeitslos sein wird, bereiten vielen Menschen jetzt schon Bauchschmerzen und Existenzängste. Wieso sind die Reaktionen so unterschiedlich? Die Reaktionen auf ein und dieselbe Frage? Sie können es sicherlich schon ahnen. Die Worte, die wir hören, triggern in uns verschiedene Emotionen dank unserer Erfahrungen, unseres Wissenstands, unserer Branche, in der wir arbeiten, etc. Das sind lediglich unsere Interpretationen.

Wer ist für solche, manchmal chaotischen, Zustände in einem Unternehmen mitverantwortlich? Nicht selten die Führungskräfte, denn sie sind die Botschafter. Je generalisierter und dadurch unklarer sie kommunizieren, desto mehr Missverständnisse gibt es.  Manche meinten, dass Missverständnisse mit dem Fortschritt der Technik weniger werden würden. Dies ist oft leider nicht der Fall. Wir sind zwar mehr denn je miteinander verbunden, was leider nicht bedeutet, dass wir dem gegenseitigen Verständnis dadurch alleine näherkommen.

Wir brauchen nicht mehr Kommunikation, wir brauchen bessere Kommunikation und genau das ist eine der gefragtesten Skills bei Führungskräften heute schon und diese Fähigkeit wird in Zeiten des ständigen Wandels immer wichtiger werden.

Trends und Strategien verändern sich sehr schnell … was garantiert bleibt und wo es sich lohnt, kräftig zu investieren, ist etwas, was uns Menschen einzigartig macht: Menschlichkeit! Nun, was genau ist Menschlichkeit?

Wir verbinden mit Menschlichkeit bestimmte Eigenschaften und wer entsprechend denkt und handelt, bekommt von uns das Attribut „menschlich“. Auch Menschlichkeit hat viele Gesichter. In meiner eigenen Recherche wurde mit Menschlichkeit häufig folgende Stärken verbunden:

Aufmerksamkeit (zum Beispiel: sich Zeit für einer andere Person zu nehmen und ganz aufmerksam zuzuhören), die Fähigkeit gut zu kommunizieren (zum Beispiel, um Missverständnisse und Konflikte zu vermeiden), Herzlichkeit (liebevoll mit anderen umzugehen, zu verzeihen. Herzlichkeit, meiner Meinung nach, ist die ehrliche Art, jemand wissen zu lassen, dass ich ihn von Herzen mag), Empathie (zum Beispiel: wenn Sie merken, dass jemand traurig ist, zuzuhören, tröstende Worte zu finden und Hilfe anbieten), Toleranz (zum Beispiel in Dingen anderer Meinung oder kritisches Feedback) und Wertschätzung (auch bei Kleinigkeiten und nicht nur bei großen Erfolgen)

Achtung: Fangen Sie bei sich selbst damit an und es wird viel einfacher, diese Einstellung und Verhaltensweise auf andere auszudehnen.

Was hat Menschlichkeit mit Digitalisierung zu tun, fragen Sie sich vielleicht? Ganz einfach: In Zeiten der Digitalisierung geht der Mensch oft verloren, auch weil Investitionen in Maschinen/Programmen und entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen bevorzugt werden. Nicht die Digitalisierung ist unsere größte Hürde, sondern die Menschlichkeit, besonders in der Führung, die wir unterschätzen oder ganz ignorieren. Trends und Strategien kommen und gehen, Menschlichkeit bleibt. Was die meisten Unternehmen heute brauchen, ist nicht nur ein Update in technischen Systemen, viel mehr brauchen wir ein Update im Denken. Deswegen digitalisieren Sie bitte mit Menschlichkeit.

Autor: Larissa Wasserthal

Larissa Wasserthal ist eine mehrsprachige internationale Trainerin, Speaker, Führungskräfte und Unternehmer Coach. Sie ist Buchautorin folgender Bücher: „Happiness Alchemie – Wie du dem Leben eine neue Richtung gibst“ und „Happiness Alchemie Projekt – Update im Denken – Digitalisierung mit Menschlichkeit“. Larissa Wasserthal gilt als Expertin für „Positive Corporate Culture“ und hat sich als Happiness Alchemista in der Branche etabliert.

Weitere Informationen finden Sie auf www.larissa-wasserthal.de

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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