So machst du dein StartUp bekannt

Wer sein Startup taufrisch gelauncht hat, hat oft das Problem, dass außerhalb des Freundeskreises des Gründers nur zwei Institutionen überhaupt wissen, dass man existiert: Das Gewerbeamt und das Amtsgericht, bei dem man sich hat ins Handelsregister eintragen lassen. Definitiv zu wenig. Doch womit streut man die ersten Bekanntheits-Samen, wenn man nicht mehr hat als ein paar Startkapital-Euros und gute Ideen? Wir zeigen es – streng auf Lowest Budget fokussiert.

  1. Google My Business

Wer heute nach irgendetwas sucht, was in seiner Umgebung liegen könnte, der bemüht dazu Google, konkreter Google Maps. Und wenn nun jemand im Umkreis um den Startup-Standort nach etwas aus dessen Portfolio sucht, muss das eigene Unternehmen sofort aufploppen. Dazu braucht es keine teuren Anzeigen auf der Suchmaschine, dafür hat Google eine kostenlose Funktion namens My Business. Account anlegen, Firma eintragen, erster Schritt getan.

  1. Social Media

Dass ein guter Gründer schon von privat gepflegte Accounts auf Facebook, Twitter, LinkeIn, Xing und Konsorten haben sollte, ist selbstverständlich. Doch Fakt ist auch, nichts gibt einem kostenlos oder zu geringsten Gebühren eine so hohe Reichweite wie Social Media. Ergo: Die Firma braucht auf den Plattformen eine eigene Seite. Und dann lädt man jeden einzelnen ein, den man privat kennt, die Seite zu liken! Und man postet eine Begrüßungsnachricht mit Foto, Vorstellung und den Firmen-Eckdaten.

  1. Give it away

Warum wohl gibt heute noch jede Ortsgruppe einer Partei vor Wahlen an die Bevölkerung Kulis, Feuerzeuge, Luftballons und Co. aus? Ganz einfach: Weil sie genau wissen, dass kleine nützliche Geschenke einem eine Partei, einen Kandidaten (oder auch ein Unternehmen) auf die angenehme Tour ins Gedächtnis bringen. Gerade für ein Startup ist das lebenswichtig, denn da gibt es keine sonstigen Erfahrungswerte der Zielgruppe mit dem Unternehmen – weder positiv noch negativ. Das bedeutet, eine Ladung sinnvolle, gern ausgefallene, Gadgets besorgen, Firmendaten draufdrucken lassen und sie verteilen. Ob in der Einkaufspassage oder der Fußgängerzone ist dabei gleich. Wichtig ist nur, dass viele Fremde, die als Kunden infrage kommen, etwas Nützliches kostenlos bekommen.

  1. Fachmesse

Es gibt keine Kategorie von Unternehmen, in denen sich keine Startups finden ließen. Das gilt nicht nur im digitalen Bereich, sondern überall. Und ganz besonders wenn man auch oder vor allem in den B2B-Bereich vorstoßen will, ist die Teilnahme an Messen Pflicht. Denn auch die gibt es für jede nur denkbare Sparte. Eine kleine Standfläche mieten, sich mit einem Messebauer kurzschließen und sich dann dort präsentieren und Kontakte knüpfen – hilft nebenbei auch, die eigene Konkurrenz unter die Lupe zu nehmen.

Startup

 

  1. Guerilla-Marketing

Dieser Punkt funktioniert am allerbesten, wenn man sich fest auf den B2C-Bereich fokussiert hat und besonders lohnenswert ist er, wenn man zusätzlich noch ein Ladengeschäft hat. Und er ist noch günstiger als die Sache mit den Gadgets. Guerilla-stickern. Sprich, visitenkartengroße Aufkleber mit Firmenlogo und Webseitenadresse in der näheren Umgebung auf alles pflastern, was mutmaßlich gesehen wird. Dabei gibt es aber ein paar Spielregeln:

  • Keine wetterfesten Sticker nehmen, sondern solche, die sich nach kurzer Zeit selbst auf/ablösen
  • Keine Aufkleber auf Privatbesitz, sonst handelt man sich schnell Ärger ein
  • Nur alleine stickern und keine anderen mit einbeziehen (Anstiftung und so…)
  • Keine Verkehrszeichen oder ähnlich wichtige Dinge über-stickern

Denn: Strenggenommen ist Stickern je nach Stadt und „Tatschwere“ irgendwo zwischen absoluter Straffreiheit und einer kleinen Geldbuße angesiedelt. Eine Ordnungswidrigkeit. Ins Fahrwasser der Sachbeschädigung („Ebenso wird bestraft, wer unbefugt das Erscheinungsbild einer fremden Sache nicht nur unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert“) kommt man nur, wenn man nicht mit Köpfchen klebt und/oder richtig große Sticker nimmt.

  1. Unique Content

Wie Google rankt, ist eines der bestgehüteten Geheimnisse des Planeten. Aber es ist bekannt, dass die Suchmaschine jene belohnt, die ihre Webseite regelmäßig mit sinnvollem Content erweitern. Was das ist, bleibt der Ausrichtung des Startups überlassen. Es kann ein Blog sein, in dem der Leser nützliche (nicht werbliche!) Infos bekommt. Vielleicht auch YouTube-Videos, How-Tos. Wichtig ist nur, dass das alles Hand und Fuß hat. Die Keyword-Orgien früherer Jahre, bei der man hundertmal das gleiche Wort im Text unterbringen musste, sind vorbei und werden abgestraft. Und: Wenn was Neues auf der Seite gepostet wird, ist ein Link auf die Social-Profile des Unternehmens natürlich Pflicht.

  1. Pressemitteilung

Die Presse hat es schwer, die Regionalpresse am allerschwersten. Gilt sowohl on- wie offline. Und je ländlicher die Region, desto schlimmer ist die Lage, denn da passiert eben selten etwas Berichtenswertes. Sehr gut, denn noch bevor man sein Unternehmen wirklich gründet, meldet man sich bei besagtem Lokalblatt mit einer Pressemitteilung – die zu schreiben ist kein Hexenwerk und man darf nahezu sicher sein, es damit kostenlos in die notorisch meldungsknappe Zeitung zu schaffen, wo eine Anzeige richtig Geld kostet. Einziger Knackpunkt: Der Pressetext wird, wenn er zu werblich verfasst ist, wahrscheinlich redigiert – aber hier geht es ja zunächst nur ums Bekanntwerden. Tipp: Gewiefte deichseln die Sache so, dass da eine regelmäßige Sache draus wird. Etwa eine Ratgeberkolumne, die sich mit Themen aus dem eigenen Firmenportfolio befasst.

Autor: Marianne Schwarz

Bildquelle:

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