So findet ihr das passende Regalsystem für euren Laden

Einen Laden einzurichten, ist keine leichte Aufgabe. Vor allem euer Regalsystem sollte die angebotenen Waren perfekt präsentieren, euren Kundinnen und Kunden ein einheitliches Bild vermitteln und allen verkaufsraumbedingten Anforderungen gerecht werden.

Anforderung 1: unterschiedliche Ladenzonen meistern

Bevor ihr überhaupt daran denken könnt, eure Waren zu platzieren und zu präsentieren, muss euch klar sein, dass euer Geschäftsraum grundsätzlich aufgeteilt ist in:

starke Verkaufszonen und
schwache Verkaufszonen.

Dass dies so ist, hat mit dem Verhaltensmuster eurer Kundinnen und Kunden zu tun und dieses wiederum ist ganz einfach Psychologie – oder in eurem Falle Verkaufspsychologie. Die Blickrichtung eurer Kunden beim Betreten eures Ladens verläuft in der Regel nach rechts, entgegen dem Uhrzeigersinn. Dementsprechend sind starke Verkaufszonen meist:

Verkaufsflächen auf der rechten Seite des Kundenstroms,
Hauptwege, die geradeaus laufen,
Flächen, auf die automatisch der Blick fällt, also Gangbegrenzungen, der Kassenbereich, Kreuzungen (Rolltreppen, Aufzüge) etc.

Dahingegen sind schwache Verkaufszonen:

Verkaufsflächen auf der linken Seite des Kundenstroms,
kleinere, enge Mittelgänge, in die man erst abbiegen muss,
Sackgassen, Ecken und dunklere Raumzonen,
Verkaufsräume/-zonen hinter der Kasse (unübersichtlich und wenig präsent),
Etagen, die sich entweder über oder unter dem Haupteingang befinden (ähnlich wie bei den Mittelgängen, in die man erst abbiegen muss, ist hier das Problem, dass eure Kunden erst die Etage verlassen müssen, das bedeutet Zeitaufwand).

Anforderung 2: Verkaufszonen im Regal selbst meistern

Auch ein Regal selbst verfügt über schwache und starke Verkaufszonen:

Zone 1: Ganz oben befindet sich die sog. Reckzone. Die Kunden müssen also nach oben greifen und sich eventuell sogar auf die Zehenspitzen stellen, um die Ware zu erreichen.
Zone 2: In Augenhöhe ist die Sichtzone, die stärkste Verkaufszone im Regal. Der Blick eurer Kunden fällt meist zuerst auf diese Zone.
Zone 3: Darunter befindet sich die Greifzone. Sie ist perfekt zu erreichen, fällt aber nicht so schnell ins Blickfeld wie die Sichtzone.
Zone 4: Ganz unten – als verkaufsnegativste Zone – könnt ihr schließlich die Bückzone benennen. Niemand bückt sich gerne, es ist unangenehm und rückenunfreundlich. Die unterste Zone in eurem Verkaufsregal wird dementsprechend wenig Beachtung finden.

Was bedeutet das für eure Regal- und Verkaufsraumplanung?

Ganz einfach: Wenn ihr euch überlegt, an welcher Stelle ihr welche Artikel präsentieren möchtet, habt eure Verkaufszonen im Hinterkopf! Produktneuheiten, exklusive Angebote und Waren, die ihr unbedingt an den Mann oder die Frau bringen möchtet, solltet ihr nicht ganz unten im Regal platzieren. Auch gehören diese Artikel nicht in einen kleinen, engen Mittelgang oder auf die linke Seite des Kundenstroms. Produkte hingegen, die ohnehin viel nachgefragt werden und „weggehen wie warme Semmeln“, können ruhig in verkaufsschwächeren Zonen platziert werden.

Ein weiterer Tipp: Platziert Komplementär-Artikel möglichst dicht beieinander. Habt ihr bspw. ein beliebtes Produkt, das oft nachgefragt wird, platziert es möglichst neben anderen Artikeln, die dieses Produkt ergänzen. So beeinflusst ihr die Kaufentscheidungen eurer Kundinnen und Kunden auf positive Art und Weise und betreibt ganz nebenbei noch erfolgreiches Cross-Selling!

Regalsysteme nach dem Baukastenprinzip

Mit diesen Erkenntnissen im Hinterkopf müsst ihr euch nun also auf die Suche nach einem passenden Regalsystem machen. Das wichtigste Kriterium dabei ist die individuelle und flexible Handhabung eines jeden einzelnen Regalelements. Denn ihr könnt nie wissen, wie sich euer Sortiment im Laufe der Zeit entwickelt. Vielleicht kommen neue Produktlinien hinzu, andere fallen weg. Euer Sortiment erweitert sich an der einen Stelle, dafür verzichtet ihr an anderer Stelle komplett auf bestimmte Artikel usw. Habt ihr euch nun für ein starres Regalsystem entschieden, das nur mit großem Aufwand und vielen Umbauarbeiten reduzier- oder erweiterbar ist, kann es schwierig werden.

Leere Regalflächen sind genauso wenig verkaufsfördernd wie überfüllte!

Um das zu vermeiden, bieten sich am besten Regalsysteme an, die nach dem Baukastenprinzip funktionieren. Ihr könnt euch doch bestimmt noch daran erinnern, wie ihr als Kind mit Legosteinen gespielt habt, oder? Da gab es Grundbausteine und viele andere Legoelemente, die man so zusammenbauen konnte, wie man es wollte. Ganz einfach aus dem Grund, weil sie alle miteinander kombinierbar waren und man sie lediglich mithilfe der Noppen zusammenstecken musste.

Ganz ähnlich funktioniert das auch mit einem Regalsystem nach Baukastenprinzip. Beachten solltet ihr bei eurer Auswahl auf jeden Fall, dass die Regale

flexibel veränderbar und modular aufgebaut sind,
sowohl leichte als auch schwere Lasten tragen können,
in kleinen Verkaufsräumen genauso geeignet sind wie in großen,
einen ästhetischen und angemessenen Gesamteindruck machen (modernes Produktdesign) und dass
ihr die Montage und Demontage selbst übernehmen könnt und
die einzelnen Elemente auch nach mehrfacher Montage und Demontage immer noch stabil sind und euren Anforderungen gerecht werden.

Bei all diesen wichtigen Aspekten solltet ihr den Fokus ruhig auf die einfache und selbst durchführbare (De-)Montage legen, damit Folgekosten in Bezug auf Service und Personal möglichst gering bleiben, ganz egal, wie oft ihr eure Regale umbauen müsst. Ein System, bei dem ihr das ohne große Probleme selbst übernehmen könnt, ist z.B. das Tegometall-Regal. Da könnt ihr per Stecksystem (ohne Schrauben!) alles selbst montieren, zwischen verschiedenen Modulen und Elementen wählen und eure Verkaufsfläche optimal ausnutzen. Selbst wenn ihr am Anfang etwas nicht bedacht habt, könnt ihr im Nachhinein noch Veränderungen vornehmen und müsst nicht euer ganzes Einrichtungskonzept über den Haufen werfen.

Nutzt einen Online-Konfigurator

Wenn ihr bei eurer Ladenbauplanung an einem Punkt angelangt seid, an dem euch einfach die Vorstellungskraft für weitere Schritte fehlt, gibt es glücklicherweise einige Ladenbau- und Einrichtungsexperten, die auf ihren Websites einen sog. Online-Konfigurator anbieten. Mithilfe dieses Programmes könnt ihr per Mausklick eure Ladenregale und Verkaufstheken zusammenstellen, unterschiedliche Module miteinander kombinieren, individuelle Maße angeben usw. Diese Konfiguration ist zwar nur virtuell, aber vielleicht hilft es euch bei der Entscheidungsfindung und Auswahl eurer Einrichtungselemente weiter. Und Spaß macht das Konfigurieren außerdem!

Fazit und Checkliste

Wenn ihr euch fragt, wie ihr das passende Regalsystem für euren Verkaufsraum finden sollt, geht am besten strategisch vor. Stellt ein Konzept auf und überlegt, welche Maße euer Verkaufsraum hat, welche Zielgruppe ihr ansprechen wollt und welche Waren ihr an welcher Stelle präsentieren solltet. Dann rechnet durch, wie viele Regale, Theken, Verkaufs- und Präsentationsflächen ihr benötigt und inwieweit sich diese Anzahl in den laufenden Jahren noch ändern könnte. Analysiert, welche Anforderungen eure Regale erfüllen müssen (Design, Last, Flexibilität, Modularität etc.) und nutzt zur besseren Verständlichkeit ruhig Hilfsmittel wie einen Online-Konfigurator oder lasst euch von Einrichtern und Innenarchitekten beraten.

Macht euch eine Checkliste und stellt folgende Fragen:

1 Ist euer Verkaufsraum gut ausgeleuchtet (bedenkt dabei: auch schwache Verkaufszonen müssen gut in Szene gesetzt werden)?
2 Haben eure Kundinnen und Kunden auf den Laufwegen genügend Platz, steht nichts herum, ist nichts im Weg?
3 Sind wichtige Waren, neue Produkte, tolle Angebote auf der rechten Seite des Kundenstroms und damit im sofortigen Blickfeld eurer Kundschaft?
4 Habt ihr eure Preise deutlich erkennbar angebracht, ist die Beschilderung eurer Waren insgesamt auf den ersten Blick ersichtlich und klar verständlich (effektives Suchhilfe-System durch Pfeile, Beschriften etc.)?
5 Ist das Raumklima angenehm (keine zu laute Musik, ausreichend frische Luft etc.)?
6 Lädt euer Laden zum Verweilen ein, gibt es genügend Ablageflächen und auch ein paar Sitzgelegenheiten?
7 Vermittelt euer Regalsystem ein ansprechendes, einheitliches Bild und erfüllt es (auch zukünftig) alle Anforderungen?
8 Habt ihr möglichst viele starke Verkaufszonen und möglichst wenig schwache Verkaufszonen?

Am Schluss gilt selbstverständlich in erster Linie: Habt Spaß beim Einrichten eures Ladens! Denn bei allem Wissen um Verkaufspsychologie, Ladenzonen und Regalstecksysteme solltet ihr euch immer noch genügend Raum nehmen, um kreativ und gerne auch mal unkonventionell zu sein und vor allem mit Leidenschaft ans Werk zu gehen. Schließlich wollt ihr ja nicht nur euren Umsatz steigern, sondern auch eure Persönlichkeit zeigen – und die darf auch gerne im Laden „stecken“!

Bildquelle: bertzgmbh.de

Autor: Aufgesang GmbH

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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