SmartButler: Was machen Sie mit Ihren Wertsachen am Strand?

SmartButler: Mehr Sicherheit am Strand durch den Beachsafe

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen SmartButler doch kurz vor!
Ich heiße David Bücheler, bin 25 Jahre alt und einer der drei Gründer von SmartButler. Unser kleines Unternehmen sitzt in Allensbach am schönen Bodensee. Wir haben vor zwei Jahren den SmartButler erfunden. Das ist ein Beachsafe mit vielen Extras, der die Sicherheit am Strand, am Pool und im Wellnessbereich erhöht.

Wie ist die Idee zum SmartButler entstanden und wie kam haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Geschäftsidee habe ich aus dem Urlaub mitgebracht. Da ging es mir wie allen anderen. Ich lag am Strand, wollte ins Wasser und habe mich gefragt, was ich mit meinen Wertsachen machen sollte. Den Nachbarn fragen, ob er ein Auge darauf hat? Die Geldbörse und das Smartphone unter dem Handtuch verstecken? Zurück aufs Zimmer gehen? Das hat mich genervt und ich hab mir eine Lösung ausgedacht, ein multifunktionales Strandmöbel mit Wertfach. Zuhause habe ich meine Idee im Bekanntenkreis herumerzählt und zwei Mitstreiter gefunden, die etwas aus der Sache machen wollten. Das besondere an unserem Gründerteam: Wir sind keine Studienfreunde, sondern unterschiedlich alt und haben verschiedene berufliche Erfahrungen, aus der Logistik, aus industrienahen Dienstleistungen und aus dem Gebäudemanagement. Die Vielfalt im Team kommt uns bei der Produktentwicklung und Vermarktung sehr zugute.

Von der Idee bis zum Start: Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Der Weg von der Idee zum fertig konzipierten, patentgeschützten Produkt war lang und schwierig. Von der einfachen Skizze über mehrere Prototypen bis zum fertigen Produkt sind fast zwei Jahre vergangen. In der Konzeption mussten wir Rückschläge hinnehmen. Bis wir das richtige Verfahren für die Kleinserienfertigung gefunden hatten, verging einige Zeit. Nachdem wir das erste Jahr selbst finanziert hatten, waren wir im zweiten Jahr auf Fremdkapital angewiesen. Dies konnten wir zum Glück recht schnell sicherstellen. Der Elevator Pitch ist bei unserem Produkt nicht schwer: Jeder fragt sich am Strand oder am Pool, wo er seine Wertsachen unterbringen soll. Und keiner bleibt gern als Aufpasser zurück, wenn alle anderen ins Wasser gehen und Spaß haben.

Wer ist die Zielgruppe von SmartButler?
Das ist die gesamte Ferien- und Freizeitindustrie, also die Betreiber von Hotels und Hotelketten, Feriendörfern und Freizeitparks, Campingplätzen, Schwimmbädern oder Strandanlagen. Aber auch auf Ausflugsdampfern und Kreuzfahrtschiffen besteht Bedarf. Eine wichtige Nebenzielgruppe sind Architekten, die sich auf die Planung und Ausstattung von Ferienanlagen spezialisiert haben. Diese sind für uns Auftragsmittler. Zuletzt ist unser Angebot interessant für Kompensationsgeschäfte. Brauereien oder Speiseeishersteller stellen einer Freizeiteinrichtung SmartButler zur Verfügung und können ihn dann als Werbefläche nutzen.

Wie viele Safes haben Sie in Ihrem Portfolio?
Wir bieten drei Modelle an, die es jeweils in einer Standard- und einer Premium-Variante gibt. Der SmartButler Paul eignet sich für den Pool-Bereich und hat eine Aufnahmeöffnung für Sonnenschirme mit einem Durchmesser bis 55 Millimeter. Der Sonnenschirm wird im Inneren mit einem Flanschrohr fixiert. Der SmartButler Carl ist ideal für den Strand. Er hat ebenfalls eine Sonnenschirmaufnahme, aber kein Flanschrohr, weil der Schirm ja in den Boden gesteckt werden kann. Dafür ist die Sonnenschirmaufnahme für Schirmstöcke bis 75 Millimeter geeignet. Die Variante für den Wellness-Bereich ist der SmartButler Johann: Der braucht im Indoor-Bereich natürlich keine Sonnenschirmöffnung und hat dafür eine durchgehende Ablagefläche und besonders viel Platz im Wertfach. Allein die Varianten zeigen, dass wir in der Konzeption einiges zu berücksichtigen hatten.

Wie viel kostet ein Safe?
Die Preisfindung war für uns ein sehr kritischer Punkt der Unternehmensentwicklung. Was erwartet die Freizeitindustrie? Ein hochwertiges und robustes Strandmöbel mit einem sicheren Schließmechanismus, das gut aussieht und dem Sand, Meerwasser und Sonneneinstrahlung nichts anhaben kann. Dann möchte der Kunde, dass der Beachsafe erkennbar zu seinem Haus passt, erwartet also eine Auswahl an Farben. Besonders wichtig ist der sichere Stand. Auch wenn der Wind mal stärker weht, der Sonnenschirm darf nicht schlackern oder gar umfallen. Beschwert wird der SmartButler übrigens mit Wasser. Deshalb können Diebe auch nicht den gesamten Beachsafe wegtragen. Die Qualität des Produktes spiegelt sich im Preis wider, ein SmartButler kostet 499 Euro.

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Natürlich wollen wir uns langfristig im Markt etablieren. Der SmartButler wird sich in den kommenden fünf Jahren weiterentwickeln. Denken Sie nur, was sich beim Megatrend Digitalisierung alles tut! Natürlich wird der SmartButler in Zukunft intelligent werden. Das beginnt beim Verschluss des Wertfachs und kann bis zu digitalen Entertainment-Angeboten reichen. Technisch ist es heute schon machbar, dass Sie Ihren Drink beim SmartButler ordern, nur ist der Markt noch nicht reif dafür. Wir sprühen geradezu vor Ideen. Vertriebsseitig sind wir auf der Suche nach Lizenzpartnern aus der Freizeitindustrie. Weil wir unsere Erfindung über ein Patent geschützt haben, können wir dieses Geschäftsmodell weiter vorantreiben. Beim Direktvertrieb kommen wir zwar in die schönsten Ferienregionen Europas, aber Reisen ist anstrengend und teuer. Und es wird noch anstrengender, wenn wir an den Weltmarkt denken!

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Die Idee des SmartButlers ist einfach, sein Nutzen in wenigen Sätzen erklärt. Dennoch waren wir oft überrascht, wie kompliziert und schwierig die technische Umsetzung war. Selbst bei einfachen Produkten wird es immer Rückschläge geben. Diese sollte man als Erfahrungen verbuchen, sich auf seinem Weg nicht aufhalten lassen und den Blick nur auf sein Ziel richten. Und noch ein Tipp: Keine Angst vor großen Namen! Es gibt viele Menschen, die neugierig sind und neue Ideen bereitwillig unterstützen. Wir haben beispielsweise mit unserer Idee ein führendes Top-Hotel angesprochen und dort nicht nur einen Termin bekommen, sondern auch die Möglichkeit, einen Prototypen zu testen. Der Test war objektiv ein Reinfall. Wir standen noch am Anfang der Entwicklung, daher traten einige technische Schwächen zutage. Trotzdem hat uns das Top-Hotel auf unserem Weg unterstützt und wertvolles Feedback gegeben, wie wir unser Produkt und unseren Vermarktungsansatz verbessern können.

Wir bedanken uns bei David Bücheler für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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