Die Grundlage einer erfolgreichen Existenzgründung ist die Geschäftsidee

SkillRoad: Vermittlung und Betreuung chinesischer Fachkräfte

Stellen Sie sich und das Startup SkillRoad doch kurz unseren Lesern vor!
Die Idee hinter SkillRoad ist es, als Personaldienstleister kleinen und mittelständischen Unternehmen im Süden Deutschlands die Anstellung chinesischer Fachkräfte zu erleichtern und diese zu betreuen. Dies soll durch ein umfangreiches Vermittlungs- und Beratungsangebot realisiert werden.
Mein Name ist Lukas Stilp, ich bin, wie die drei weiteren Mitgründer – Tom Frense, Robert Reinartz und Fabian Hiller – Absolvent der Tübinger Sinologie. Wir alle haben vor, während und nach dem Studium umfangreiche Erfahrungen mit den Menschen und der Kultur Chinas gemacht und chinesische Expats in Deutschland in allen Lebenslagen unterstützt. Teil unseres Studiums war ein einjähriger Aufenthalt an der Peking Universität und wir alle konnten bereits Arbeitserfahrung in China sammeln.

Wie ist die Idee zu SkillRoad entstanden?
Die Idee ist bereits im Herbst 2016 entstanden. Damals wohnte ich einige Zeit mit Robert zusammen, das Studium neigte sich langsam dem Ende zu, und in einem Gespräch darüber, was wir nach dem Abschluss vorhaben, erinnerte ich mich an einen Artikel den ich einige Wochen vorher gelesen hatte. Da ging es um die Schwierigkeiten ausländischer Arbeitskräfte in Deutschland, gerade beim Bewerbungsprozess, und als wir uns über unsere Erfahrungen in China austauschten, merkten wir: Hey, da können wir was tun. Wir holten dann noch zwei weitere Kommilitonen ins Boot, fingen an die Idee zu konkretisieren und mit Leuten aus der Wirtschaft zu reden, die mit China zu tun haben, und stellten fest, dass ein echter Bedarf für unsere Idee da ist. Das China Centrum Tübingen war da die ideale Anlaufstelle um schnell die richtigen Kontakte zu knüpfen.

Welche Vision steckt hinter SkillRoad?
In China gibt es viele qualifizierte Fachkräfte und in Deutschland herrscht gerade in den Bereichen IT und Ingenieurwesen ein Mangel. SkillRoad hat die Vision durch die Lösung dieses Problems den interkulturellen und wirtschaftlichen Austausch zwischen den beiden Ländern zu stärken, denn beide Seiten können viel voneinander lernen!

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Eine wesentliche Herausforderung war für uns, dass wir anfänglich einiges zuzüglich zu Studium gemacht haben. Nach Vorlesungen oder am Wochenende haben wir z. B. einen ersten Businessplan geschrieben, Kontakte mit potenziellen Kunden geknüpft oder sind auf Messen und Veranstaltungen gegangen. Eine weitere Schwierigkeit ist, dass sich ein Kollege in China befindet und ein hohes Maß an Organisation nötig ist um mit diesem trotz Zeitverschiebung und Distanz in Kontakt zu bleiben.  
Mit der Finanzierung von SkillRoad hatten wir bis jetzt wenig Probleme. Anfangs haben wir die kleineren Beträge, die anfielen, aus eigener Tasche gezahlt. Momentan werden wir noch durch das EXIST-Gründerstipendium finanziell unterstützt, sind aber schon aktiv auf der Suche nach einer Anschlussfinanzierung.

Wer ist die Zielgruppe von SkillRoad?
Zum aktuellen Zeitpunkt fokussieren wir uns auf der einen Seite noch auf die Vermittlung und Betreuung chinesischer Fachleute, die in Deutschland studieren, ihr Studium abgeschlossen haben oder bereits hier arbeiten. Ab nächstem Jahr wollen wir die Fachkräfte auch direkt auf dem chinesischen Arbeitsmarkt rekrutieren. Auf der anderen Seite stehen deutsche KMU, die die Absicht haben Personal aus dem chinesischen Kulturraum einzustellen oder bereits angestellt haben.

Wie funktioniert SkillRoad?
Das Beratungsangebot für chinesische Interessenten umfasst die Vorbereitung auf eine Arbeitsaufnahme in deutschen Unternehmen, etwa in Form von Bewerbungstrainings und interkulturellen Kursen zur Arbeitskultur in Deutschland. Das Angebot für deutsche Unternehmen beinhaltet die Vermittlung dieser Fachkräfte und eine Nachbetreuung für neu entstandene und bereits bestehende Arbeitsverhältnisse, die aufgrund interkultureller Hürden problematisch sind. Die Betreuung umfasst aber auch die Unterstützung der Arbeitskräfte in Alltagssituationen, die wegen dieser Hürden schwierig alleine zu lösen sind.

Welche Vorteile bietet SkillRoad? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?
Unser Team verfügt über die nötige Expertise im chinesischen Sprach- und Kulturraum. Bereits im Rahmen unserer akademischen Ausbildung an der Universität Tübingen konnten wir durch längere Aufenthalte in China persönlich den dortigen Lebensalltag erfahren und verstehen. Ergänzend hierzu ermöglichten es uns Arbeitstätigkeiten in chinesischen und deutschen Unternehmen vor Ort, wertvolle Praxiserfahrung in beruflicher Hinsicht zu sammeln. Dieser Hintergrund ermöglicht optimale interkulturelle Beratung chinesischer Fachkräfte sowie deutscher Unternehmen. Genau dieser individuell gestaltbare Service ist es, der das Geschäftsmodell von SkillRoad von jedem vergleichbaren Anbieter unterscheidet. Ein Vorteil für deutsche KMU besteht darin, dass ihre Kompetenzen für Geschäftstätigkeiten mit und in China durch die Einstellung einer qualifizierten chinesischen Fachkraft erheblich ausgebaut werden. Unseren chinesischen Kundinnen und Kunden wiederum helfen wir bei der Realisierung ihres Traums, erfolgreich in Deutschland zu leben und zu arbeiten.

SkillRoad, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Für uns steht fest, dass SkillRoad sich in den kommenden Jahren zu einem etablierten Dienstleistungsunternehmen entwickeln soll. Dabei wollen wir regional, bundesweit und schließlich auch in weiteren Ländern mit unserem Angebot überzeugen und zum führenden Anbieter im Bereich Vermittlung und Beratung chinesischer Fachkräfte aufsteigen. Eine starke Skalierung nach oben wird also angestrebt, was durch die Errichtung einer KI-basierten Vermittlungsplattform, Webinaren sowie die Einstellung zusätzlichen Personals ermöglicht wird.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Tipp 1: Die Grundlage einer erfolgreichen Existenzgründung ist die Geschäftsidee, mit der die Kunden überzeugt werden sollen. Denn egal wie ausgeklügelt die Idee auch sein mag, wenn der Kunde keinen Kundennutzen sieht, wird er die Dienstleistung in Anspruch nehmen. Das heißt: Mit dem potenziellen Kunden sprechen!
Tipp 2: Uns hat es sehr geholfen uns auf das EXIST-Gründerstipendium zu bewerben. Beim Verfassen der schriftlichen Bewerbung stößt man auf Punkte, die so noch nicht beachtet wurden.
Tipp 3: Meilensteine sind ein gutes Mittel, an denen man sich während der Existenzgründung orientieren kann. Nur wer weiß wohin er will, kann auch sein Ziel erreichen. Bei der Erstellung solcher Meilensteine ist es wichtig, diese auch realistisch, also erreichbar, zu gestalten.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Lukas Stilp für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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