Dienstag, November 29, 2022

Eine Idee bleibt nur eine Idee, wenn man nur darüber nachdenkt, ohne endlich loszulegen

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

SHYNE professionelle, personalisierte und cleane Beauty- bzw. Haircare-Produkten sowie Haarcoloration

Stellen Sie sich und das Startup SHYNE doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Richard Fähnle und ich habe 2019 gemeinsam mit dem Unternehmer und Coiffeur Shan Rahimkhan SHYNE gegründet. Unser Fokus liegt auf professionellen, personalisierten und cleanen Beauty- bzw. Haircare-Produkten sowie Haarcoloration. Shan und ich ergänzen uns perfekt – ich bringe jahrelange Erfahrung im digital business mit, Shan ist seit über 20 Jahren in der Beauty-Industrie tätig, hat zwei eigene, sehr große Salons am Gendarmenmarkt und Ku’Damm in Berlin und kennt die Bedürfnisse unserer Kundinnen besser, als jeder andere.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Ich fand das Unternehmertum schon immer spannend. Die eigenen Ideen und Vorstellungen umzusetzen ist für mich bis heute sehr motivierend. Im Gespräch mit Shan haben wir uns verschiedene Ideen näher angeschaut und festgestellt, dass beim Thema Haarcoloration im D2C-Bereich noch sehr viel Luft nach oben ist. Gerade die Verbindung von Technology (also unserer Online-Farbberatung) und Beauty fanden wir beide besonders spannend.

Welche Vision steckt hinter SHYNE?

Mit SHYNE möchten wir den Haarcolorationsmarkt revolutionieren und die „One-Fits-All“ Colorationsprodukte aus dem Drogeriemarkt ersetzen –  mit diesen Produkten passieren bei den Anwenderinnen nämlich reihenweise Farbunfälle, da es nicht auf sie personalisiert ist. Mit SHYNE können wir auf die verschiedenen Bedürfnisse der Anwenderinnen ganz genau eingehen. Je nach Farbe variiert z.B. die Konzentration unseres Developers, also dem Zusatz, dem man der Farbe während des Colorierens hinzufügen muss, zwischen drei und zwölf Prozent, sodass jede Haarbeschaffenheit individuell berücksichtigt wird.

Die Anzahl der enthaltenen Farbpigmente, die wir nutzen, ist darüber hinaus deutlich hochwertiger als bei herkömmlichen Colorationen und entspricht dem Salonstandard – Shan selbst nutzt die Produkte in seinen Salons. Durch unsere Farbberatung auf der Homepage, die jede Anwenderin vor Kaufabschluss durchlaufen muss, können wir garantieren, dass jede Kundin die genau passende Farbe für sich erhält. Sollten Farbwünsche geäußert werden, die zu Hause bzw. ohne Anwesenheit eines Profis nicht realisierbar sind, verkaufen wir entsprechend keine Haarfarbe an diese Kundin. Unsere Vision also zusammengefasst: Farbergebnisse wie im Salon zu Hause durch unsere individualisierte Color Box.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die erste große Herausforderung, vor der wir standen, war von Anfang an, die richtigen Lieferanten für unsere Produkte zu finden. Da wir kein Ready-Made-Produkt sind, mussten wir uns erstmal mit vielen Herstellern austauschen. Mit einem Supplier in Europa haben wir dann zusammen die Formulierung für die verschiedenen Produkte entwickelt. Besonders wichtig war uns,dass diese unseren Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstandards entsprechen.

Am vermutlich aufwändigsten bis jetzt war es, unsere Webseite mit der Online-Farbberatung zu entwickeln. Wir mussten das Wissen der Farbexperten aus dem Salon in ein Format bringen, welches von einem Computer verstanden werden konnte. Danach haben wir es zusammen mit einem Webentwickler in ein Interface übertragen, das möglichst einfach von den Kundinnen benutzt werden kann und die richtigen Empfehlungen gibt. Für die Anfangsfinanzierung haben wir uns mit Business Angels zusammengetan. Neue Herausforderungen jetzt sind natürlich die kontinuierliche Weiterentwicklung der Marke, der Kanäle und Länder. 

Wer ist die Zielgruppe von SHYNE?

Unsere Zielgruppe sind Frauen zwischen 16 – 65 Jahren – alle, die ihre Haarfarbe Zuhause einfach färben oder auffrischen wollen.

Was ist das Besondere an den Produkten? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wer erste graue Haare kaschieren oder seine Haarfarbe auffrischen möchte, kann das natürlich schon immer selbst zu Hause machen. Allerdings ist das nicht unbedingt einfach: Die Auswahl an Colorationen in den Drogerien ist zu groß und die Ergebnisse entsprechen oft nicht den Erwartungen. Auch ein alternativer Besuch beim Frisör muss weit im Voraus geplant werden und dauert in der Regel mehrere Stunden.

Genau hier setzen wir mit SHYNE an: Dank direktem Vertrieb via Internet, schneller Lieferung nach Hause, simpler Anwendung und hochwertigen Inhaltsstoffen bringen wir den Colorationsstandard der Salons direkt nach Hause. Außerdem bieten wir unseren Kundinnen mit einem extra entwickelten Algorithmus eine persönliche Farbberatung und erstellen darauf basierend ein eigenes Haarprofi, wonach wir der Kundin die perfekte Haarfarbe empfehlen und zusammenstellen. Wir unterstützen unsere Kundinnen zudem über einen Whatsapp-Chat über den sie bei Fragen direkt mit einem SHYNE Farbexperten verbunden werden.

SHYNE, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir möchten unser Produkt-Portfolio weiter ausbauen – neben der Coloration und unseren Care-Produkten bieten wir inzwischen schon fünf semi-permanente Glossings sowie SUPER SOFT, eine innovative Intensivpflege, die nur wenige Sekunden im Haar einwirken muss. Mit genau solchen Innovationen möchten wir unsere Kundinnen weiterhin überzeugen. Außerdem möchten wir unser Expertenprogramm, also den B2B-Zweig, weiter ausbauen und noch mehr Friseur*innen von unseren Produkten begeistern. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Ich habe zuvor bei Rocket Internet als Global Venture Developer gearbeitet und konnte so einen sehr guten Einblick in die Start-up-Welt und vor allem in viele verschiedene Ventures erhalten. Dort konnte ich feststellen, dass für mich die Einarbeitung und Entwicklung neuer Konzepte und Marketingideen von Produkte/Dienstleistungen, die mich persönlich besonders interessieren, viel einfacher waren. Ich habe ein besonderes Interesse an FMCG, daher habe ich auch in diesem Bereich gegründet.

Ich würde niemals opportunistisch auf eine Idee springen, die sich eventuell auf den ersten Blick vielversprechend anhört.

Sie muss auch zu den persönlichen Interessen passen, nur so kann man lang genug durchhalten und Spaß daran haben.Ein Thema, was oft beim Gründen zu kurz kommt, ist die Auswahl der Mitgründer*innen. Gerne wird mit einem Freund enthusiastisch an einer Idee gearbeitet, ohne vorher in einem ganz ehrlichen Gespräch zu überprüfen, was das langfristige Ziel aller Beteiligten ist. Es gibt dazu viele Fragebögen im Netz – diese würde ich im ersten Schritt zusammen mit allen Mitgründer*innen durcharbeiten. Manchmal ist man überrascht, wie unterschiedlich die Antworten hier ausfallen. Als Beispiel: Der eine möchte die Company vielleicht schnell mit VC Geld groß machen und verkaufen, der andere würde gerne einen profitablen Mittelständler daraus machen.

Eine Idee bleibt nur eine Idee, wenn man nur darüber nachdenkt, ohne endlich loszulegen. Ich habe mir am Anfang verschiedene Fragen formuliert, die ich Stück für Stück bearbeitet habe, um zu checken, wie valide meine Idee ist. Und dann sollte man  einfach loslegen – sei es Fulltime direkt nach dem Studium oder Parttime am Wochenende. Ich kann hier das Buch “Machen” des Mymuesli-Gründers und guten Freundes von mir, Hubertus Bessau, empfehlen, das er mit seinen Mitgründern Max Wittrock und Philipp Kraiss 2017 geschrieben hat. 

Wir bedanken uns bei Richard Fähnle für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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