Macht ein Produkt, das euch begeistert und das ihr selbst braucht

SHEER funktionale Alltagsmode aus Merinowolle

Stellen Sie sich und das Startup SHEER  kurz unseren Lesern vor!

SHEER stellt funktionale Alltagsmode aus Merinowolle her. Merinowolle hat einige tolle Eigenschaften: sie verhindert Schweißgeruch, sie ist nahezu faltenfrei, reguliert die Körpertemperatur – ist also perfekt für den Sommer und den Winter und vieles mehr. Ganz ohne Chemie! Die NASA schickt ihre Astronauten mit Merinowolle ins All. Und das, obwohl die NASA selbst fast 50 Hightech-Fasern entwickelt hat. Aber keine kann da mithalten.

Viele Menschen denken ja, Wolle kratzt und ist schwer zu pflegen. Aber unsere Wolle ist so fein wie Kaschmirwolle und man kann sie in die Waschmaschine stecken. Außerdem machen wir vieles anders als in der Modeindustrie üblich. Wir haben alle Garne und Stoffe selbst entwickelt, nichts Fertiges gekauft. Wir produzieren in kleinen Familienbetrieben in Deutschland, Italien und Portugal. Wir machen alles transparent, auch den Herstellungspreis und was wir selbst an einem Textil verdienen. Für den Kunden kostet es am Ende weniger, weil wir nur direkt im Internet verkaufen.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Ganz einfach: Weil es das, was wir machen, noch nicht gibt. Oder jedenfalls nicht so gut. In der Modeindustrie wird zwar viel produziert – aber ohne jede Rücksicht auf natürliche und menschliche Ressourcen. Wir wollen hochwertige Kleidung schaffen, die ihrem Träger gut tut und der Umwelt möglichst wenig Schaden zufügt. Wenn wir damit dazu beitragen können, die Industrie und das Denken in der Mode in die richtige Richtung zu verändern, dann hätte es sich gelohnt.

Welche Vision steckt hinter SHEER ?

SHEER ist ein Statement. Ein Modestatement, weil wir eine dauerhafte Kollektion entwerfen, mit Kleidungsstücken, die wirklich für jede Garderobe und jede Situation passen. Minimalismus in bester Qualität und ohne Schnörkel. Wir wollen, dass die Menschen weniger Kleidung kaufen und sie länger tragen und benutzen. Und wir verbessern das vorhandene, statt immer neu zu machen.

Und es ist auch ein politisches Statement. Dass wir alle gemeinsam Mode besser hinterfragen müssen. Wir sprechen hier von einer 2-Billionen-Euro-Industrie, die hauptsächlich davon lebt, die Umwelt zu zerstören, Menschen auszubeuten und jegliche Kontrollen und Transparenz aktiv zu bekämpfen. Und dann durch Marketing und Werbung hohe Wertsteigerungen auf ein unmoralisches Produkt erzielt.

Deshalb haben wir uns dafür entschieden, alles offen zu legen. Unsere Herstellung, die Herkunft der Materialien und den Preis. Und eben nicht nur das, was toll ist, sondern auch das, was noch nicht perfekt ist oder wo wir daran scheitern, es genau zurückverfolgen zu können. 

Das ist nur ein Anfang und wir haben noch viel vor. Aber wir glauben, dass es an der Zeit ist, einiges zu ändern.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die Stoffe zu entwickeln. Textil ist ein unheimlich kompliziertes Produkt. Das ist vielen gar nicht bewusst, wie viel Handwerk und Handarbeit da drin steckt. Und eben auch sehr viel Trial and Error. Die ganze Entwicklung hat fast eineinhalb Jahre gedauert, viel länger, als wir geplant hatten. Aber es hat sich gelohnt. Finanziert haben wir alles aus eigenen Rücklagen.

Wer ist die Zielgruppe von SHEER ?

Im Grunde jeder Mann, der ein hochwertiges Kleidungsstück will, das nicht stinkt, das man nicht nach jedem Tragen waschen muss und das immer und zu jeder Gelegenheit toll aussieht. Und von dem er auch noch weiß, wie, wo und von wem es hergestellt wird.

Was ist das Besondere an der Alltagsmode? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unsere Kleidung ist geruchsfrei, faltenfrei, toll für jede Temperatur, trocknet schnell, ist pflegeleicht und einfach super weich und angenehm. Wir bieten eine erweiterte Größentabelle, damit die Sachen wirklich passen und jeder seine Größe findet. Die Qualität unserer Stoffe und Kleidung ist einzigartig und wir produzieren so lokal, fair und umweltfreundlich wie es derzeit möglich ist. Wir sammeln Produktionsabfälle, nutzen plastikfreie Verpackungen und sind maximal transparent. Und unsere Mode ist einfach,  zeitlos und schön. 

SHEER, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir wollen ja, dass die Menschen weniger Kleidung kaufen, aber dafür gute Qualität, die ganz bewusst und verantwortungsvoll hergestellt wurde. Das heißt, die Kollektion wird wachsen, aber eben nicht unendlich. Kleidungsstücke, die unnötig sind, werden wir nicht herstellen. Daher haben wir keine Marktführer-Ambitionen. Wir wollen ein Familienunternehmen sein, gut organisiert, digital, innovativ.

Zudem werden wir weiter daran arbeiten, wirklich jedes noch so kleine Detail unserer Wertschöpfungskette selbst zu organisieren und zu kennen und noch bessere und umweltfreundlichere Produktionsmethoden zu erforschen und einzusetzen. Da gibt es viel Forschung, aber es ist noch nicht in der Industrie angekommen. Das wäre ein toller Erfolg.

Und wir wollen die Diskussion über die Modeindustrie mitgestalten. Wie sollte sie sich im 21. Jahrhundert und angesichts von Klimakatastrophe und Umweltzerstörung verändern?

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Ich tue mich da schwer, aber vielleicht drei Dinge, die uns helfen und geholfen haben: Macht ein Produkt, das euch begeistert und das ihr selbst braucht. Das Produkt selbst mag noch einfach sein, aber das Wichtigste ist die Aufmerksamkeit dafür zu erzeugen. Und macht etwas, was dem Planeten und anderen Menschen nicht schadet, davon gibt es schon genug!

Link zum Crowdfunding

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Hubert Mooren für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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