Macht euch nicht klein!

Shadow Your Future: Die Online Plattform bringt Schüler und Unternehmen zusammen!

Stellen Sie sich und das Startup Shadow Your Future doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Jill Hollender, ich bin 26 Jahre alt und Gründerin von Shadow Your Future, ein Social Startup zur Berufsorientierung und Nachwuchssicherung.

Die Online Plattform bringt Schüler und Unternehmen zusammen! Unternehmen haben die Chance über die Plattform „Shadowings“ anzubieten, also kurze praktische Einblicke in Ausbildungsberufe, welche Schüler direkt über die Plattform anfragen können. Shadow Your Future bietet Schülern somit die Möglichkeit unterschiedliche Berufe hautnah zu erleben und herauszufinden welcher Beruf zu ihnen passt. Unternehmen können dabei mit wenig Aufwand eine Vielzahl von Schülern früh erreichen, für eine Ausbildung im eigenen Unternehmen begeistern und spätere, kostspielige Recruiting Aufwände reduzieren.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Wenn man etwas Verbessern oder Bewegen möchte, an seine Idee glaubt und viel Leidenschaft dahinter steckt ist Gründen aus meiner Sicht eine logische Konsequenz daraus. Die Freiheit Dinge auszuprobieren, kreativ zu werden und zu Gestalten hat mich schon immer sehr gereizt und ich konnte es kaum erwarten endlich loszulegen. Auch ich hätte mir kurz vor meinem Schulabschluss mehrere praktische Einblicke in unterschiedliche Berufsbilder gewünscht und heute sehe ich zusätzlich die Herausforderungen vieler Unternehmen, wenn es darum geht junge Nachwuchskräfte zu finden. Mit Shadow Your Future möchte ich sowohl Schülern als auch Unternehmen helfen diese Herausforderungen zu bestreiten.

Was war bei der Gründung von Shadow Your Future die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung bei der Gründung von Shadow Your Future war die Herangehensweise, also wie und in welcher Reihenfolge ich starten sollte. Fragestellungen zu bürokratisch notwendigen Schritten, der Entwicklung der Plattform, einer konkreten Strategie etc. waren offen. Ich habe mich also dazu entschlossen eine Gründungsberatung wahrzunehmen und einen Coach zu suchen, der an meine Idee glaubt und mich unterstützen kann. Das war die beste Entscheidung, denn einen guten Coach zu haben ist vor allem in der Anfangsphase extrem hilfreich, unabhängig davon ob man als Solopreneur oder im Team startet.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Einfach mal loslegen, genau das sollte man aus meiner Sicht tun! Es muss nicht alles gleich perfekt sein, das habe ich bei meiner Gründung gelernt. Der Vorteil etwas noch nicht Perfektes zu haben liegt darin, dass man den Markt und vor allem auch seine Zielgruppe nach und nach erst besser kennenlernt und das Produkt oder den Service entsprechend der Bedürfnisse der Zielgruppe gestalten kann. Was für den Gründer vielleicht perfekt erscheint, mag für die Zielgruppe weit davon entfernt sein.

Ich habe zu Beginn meine Online Plattform eigenständig mit einem Baukastensystem zusammengebastelt um zunächst das Konzept Schülern, Lehrern, Eltern und Unternehmen zu präsentieren. Daraus hat sich sehr wertvolles Feedback ergeben, was die Gestaltung und geforderten Funktionalitäten betrifft. Mit diesem Feedback habe ich nun meine jetzige skalierbare Plattform entwickelt!

Welche Vision steckt hinter Shadow Your Future?

Shadow Your Future soll DIE zentrale Plattform zur praktischen beruflichen Orientierung werden. Ich möchte dem Fachkräftemangel und Ausbildungsabbrüchen entgegenwirken und Jugendlichen dabei helfen nicht nur einen Beruf, sondern ihre Berufung zu finden. 

Wer ist die Zielgruppe von Shadow Your Future?

Shadow Your Future hat zwei Hauptzielgruppen:
Die erste Hauptzielgruppe sind Unternehmen, die eine Ausbildung anbieten und auf der Suche nach jungen Talenten und Nachwuchskräften sind.

Die zweite Hauptzielgruppe sind Jugendliche die kurz vor ihrem Schulabschluss stehen und sich Gedanken darüber machen müssen, wie es nach der Schule weitergehen soll. Eine wichtige Rolle spielen hierbei natürlich auch die Eltern, die einen großen Einfluss auf ihre Kinder haben und sie bei der Berufsorientierung beraten, sowie auch Lehrer bzw. Schulen.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Der Fokus bei Shadow Your Future liegt auf der praktischen Berufsorientierung. Im Begriff Shadowing steckt das Wort „Shadow“, was Schatten auf Englisch bedeutet. Der Schüler begleitet einen Mitarbeiter als wäre er sein Schatten, schaut ihm über die Schulter und gewinnt dabei spannende Einblicke in den Joballtag. Ein Shadowing kann an einzelnen Tagen stattfinden und der Zeitpunkt individuell und flexibel mit dem Unternehmen abgesprochen werden.

Im Gegensatz zu einem klassischen Schülerpraktikum (welche über die Plattform auch angefragt werden können) steht bei einem kurzweiligen Shadowing das gegenseitige Kennenlernen im Fokus und weniger die Mitarbeit. Ein Shadowing ist nicht auf eine festgelegte Woche limitiert und kann somit über das ganze Jahr hinweg angeboten werden, z.B. mal in den Ferien oder nach der Schule. Dies erhöht die mögliche Anzahl der praktischen Einblicke für Schüler, reduziert den Zeitaufwand auf Unternehmensseite und bietet mehr Flexibilität in der Terminabsprache.

Zusätzlich muss die Generation Z anders angesprochen werden. Fachbegriffe, komplizierte Formulierungen und Voraussetzungen schrecken Schüler oft ab. Ich biete Unternehmen eine schülergerechte Formulierung der Shadowing Angebote sowie Social Media Präsenz und Marketing. Schüler werden Schritt für Schritt bei der Erstellung von Lebenslauf und Anschreiben unterstützt, wodurch sie mit wenig Aufwand und ganz einfach ein Shadowing anfragen können. Die Online Plattform ist modern, zielgruppengerecht und preiswert!

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Glücklicherweise war Anfang dieses Jahrs unabhängig von Corona die Weiterentwicklung von Shadow Your Future in Planung. Somit habe ich diese „ruhige“ Phase nutzen können, um intensiv an meiner Plattform zu arbeiten und diese weiterzuentwickeln. Unternehmen sind momentan sehr vorsichtig in ihren Entscheidungen und oft schwingt auch eine Unsicherheit über die Zukunft mit, welche man spürt und in Gesprächen heraushören kann.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Unternehmen müssen in dieser Zeit anders angesprochen werden, als es vor Corona der Fall war. Es muss intensiver darauf eingegangen und aufgerufen werden langfristig zu denken. Die Jugendlichen von heute sind die Fachkräfte von morgen und Nachwuchskräfte werden auch „nach“ Corona gebraucht. Die Möglichkeiten der Berufsorientierung waren dieses Jahr sehr eingeschränkt. Es besteht diesbezüglich Nachholbedarf, was wiederum eine tolle Chance für Unternehmen bietet!  

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Die Krise ist für jedes Unternehmen eine Chance die Strategie der Zukunft zu überdenken, insbesondere auch die Strategie Jugendliche für sich zu gewinnen. Die Digitalisierung wurde durch die Krise beschleunigt und schreitet weiter voran. Umso wichtiger ist es für Unternehmen digital präsent zu sein, dort wo die Zielgruppe zu Hause ist. Andererseits darf die Bedeutung menschlicher Faktoren nicht in den Hintergrund geraten. Diese und eine gute Arbeitsatmosphäre beeinflussen maßgeblich die Wahl der Ausbildungsstelle. Es muss also die Balance zwischen online und offline gefunden werden. Online präsent sein und offline überzeugen, genau das bietet Shadow Your Future.

Shadow Your Future, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Shadow Your Future startet zunächst in der Region Stuttgart und kurz darauf auch deutschlandweit. Die Online Plattform soll die zentrale Plattform zur praktischen beruflichen Orientierung werden. Ich möchte die Plattform kontinuierlich den Bedürfnissen der Schüler und Unternehmen anpassen und habe bereits zahlreiche weitergehende Ideen in diesem Kontext, deren Umsetzung ich kaum erwarten kann!

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Wir Frauen denken zu viel!
Wir denken oft über unterschiedliche Ideen oder Aspekte nach, kreiere Szenarien im Kopf, die manchmal komplizierter erscheinen als sie sind. An alle Gründerinnen und insbesondere Solopreneure: nicht zu viel alleine denken. Teilt mit Freunden, Familie, eurem Partner/Partnerin, anderen Gründern oder eurem Coach was euch beschäftigt. Es ist sehr oft sehr simpel. Die Gespräche geben euch neue Impulse und ihr verschwendet keine Zeit mit eurem Gedanken- Wirrwarr.

Gönnt euch Pausen und Erholung!

Ideen sprudeln, Dinge warten darauf umgesetzt zu werden, die Motivation ist groß, die Liste lang. Trotzdem ist eine regelmäßige Erholung wichtig und wohlverdient, auch das musste ich bei meiner Gründung lernen. Pausen, Ausflüge und Ablenkung helfen nicht nur bei einer Erholung, sondern man gewinnt neue Eindrücke, Inspirationen und Blickwinkel.  

Der wichtigste Tipp: Macht euch nicht klein!

Viele Frauen tendieren dazu sich klein zu machen und das völlig ohne Grund. Wir halten uns im Hintergrund und erzählen von unserem Erfolg oder Aktivitäten nur wenn wir danach gefragt werden und auch nur das Nötigste. Haut mal richtig auf den Putz!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Jill Hollender für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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