Wenn Du die Chance hast, dann suche Dir Mitgründer/Kollegen, die Dir richtig sympathisch sind.

selectyco unabhängiger Contenthändler bzw. Lizenznehmer für digitale Inhalte

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen selectyco doch kurz unseren Lesern vor!
selectyco ist ein unabhängiger Contenthändler bzw. Lizenznehmer für digitale Inhalte und ermöglicht den Einzelkauf von digitalen Content, medien- und portalübergreifend. Dies geht ganz einfach über unseren markanten selectyco Button, der bei allen Partnern klar zu erkennen ist. Mit nur einer Registrierung kann der Nutzer direkt auf den Portalen der Anbieter frei surfen. Wir sind eben kein Kiosk.
Gegründet wurde selectyco Ende 2014 in Österreich und ging nur knapp ein halbes Jahr später mit der Beta Version online. Im Juli 2015 nahmen wir dann ganz offiziell das Geschäft auf. Seitdem wachsen wir stetig und setzen den aktuellen Fokus auf Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Wie ist die Idee zu selectyco entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Das erste Mal kam mir der Gedanke, als Bild+ eingeführt wurde. Damals ging es aber eher um die Akzeptanz der User, für sonst kostenlose Inhalte zahlen zu müssen. Richtig ernst wurde es erst später.
Mein Gedanke war, in Bezug auf Verlage, dass die Auflagen und TKPs sinken und gleichzeitig die Anzeigenblocker stärker werden. Die Schlussfolgerung war dann, dass immer mehr Paywalls kommen müssen, damit sich das Geschäft für die Verlage noch lohnt.
Für die Nutzer würde das wiederum bedeuten: mehr Paywalls, mehr Registrierungen, was extrem nervig ist. Die Lösung kam mir dann relativ schnell, es müsste eine einzige Registrierung für viele Medien und Contentarten geben. So war die Idee von „selectyourcontent oder selectyco” geboren.
Meine Kollegen lernte ich über Empfehlungen kennen. Die meisten Kollegen kommen vom Land und sind bodenständige „Direktdenker“.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Abgesehen von der Suche nach den passenden Kollegen, Partnern und Investoren?
Die größte Herausforderung war das Umdenken der Anbieter und Nutzer: Free Content wird zu Paid Content. Auf Anbieterseite war dies anfänglich sehr zögerlich und viele hängen noch dem “Print-Denken” hinterher. Das ändert sich gerade erfreulicherweise massiv. Die Nutzer gewöhnen sich auch erst daran, für digitale Inhalte zu zahlen. Wir arbeiten in einem Markt, der sich gerade erst entwickelt. Finanziert wird selectyco ausschließlich durch Privatpersonen und kleine “familyoffices”.

Wie hat sich das Unternehmen seit dem Start entwickelt?
Unsere Technologie hat vom ersten Tag an glücklicherweise sehr gut funktioniert und ich denke, dass uns die Usability gelungen ist. Uns ist es wichtig, dass die Funktionen von selectyco selbsterklärend sind.
Wir wollten nie ein Kiosk sein und das war auf jeden Fall eine richtige Strategie: die Nutzer bleiben auf den Seiten der Anbieter, dies erkennen nun die Verlage, denn sie brauchen mehr und mehr Markenbindung und Portaltreue.

Wer ist die Zielgruppe von selectyco?
Wir haben zwei Zielgruppen, zum einen ist es der B2B-Bereich, also die Paid-Content Anbieter (Tageszeitungen, Magazine, Fachverlage, Videoanbieter, Blogger – jede Art von Content). Zum anderen sind es die Nutzer, die relevante Inhalte einfach konsumieren und bezahlen wollen, was mit der einmaligen Registrierung über den selectyco Button möglich ist.

Wie funktioniert selectyco?
Die Funktion ist schnell erklärt: Der Nutzer meldet sich entweder auf selectyco.com oder auf der Seite des Anbieters einmalig an. Mit einem kleinen Gratisguthaben kann der Nutzer uns einfach testen. Anschließend kann er ein Guthaben hochladen und direkt Artikel etc. kaufen. Über sein Profil kann der User immer genau sehen, was sein Guthaben ist, welche Artikel er gekauft hat und welche Mediapässe gegebenenfalls aktiv sind.
Zum Unterschied zu einem Kiosk, wieblendle, bleibt der User ausschließlich auf dem Portal unserer Partner. Jeder selectyco Newsletter, jeder Artikel-Teaser verweist ebenfalls immer nur direkt auf die Seiten der Anbieter. Das ist für uns eine goldene Regel, denn der Urheber soll maximal von der Userfrequenz profitieren.

Welche Vorteile hat man mit selectyco?
Da würde ich gerne unterscheiden, als Contentanbieter hat man viele Vorteile, wie zum Beispiel das einfache Einbauen in das eigene Portal/CMS. Außerdem kann jede Form von Content vermarktet werden. Der Anbieter hat keine Fixkosten. Die ganze Abwicklung übernehmen wir, unserer Partner bekommt sozusagen ein “rundum sorglos Paket” zu einem sehr fairen Share. Kleinere Anbieter, wie Blogger, haben z.B. den Vorteil, dass sich keine Sorgen machen, wenn User aus anderen Ländern Artikel kaufen, denn wir lösen das Thema Umsatzsteuer u.v.m.
Als Nutzer hat man den großen Vorteil, dass man sich nur einmal registrieren muss, um anschließend viele Medien zu nutzen. selectyco funktioniert portalübergreifend. Das bedeutet für den User ein Passwort und nur einmal Zahldaten hinterlegen. Das genießen natürlich unsere User

selectyco, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
In 5 Jahren? Das kann ich nicht sagen. Bei uns geschieht schon in 6 Monaten so viel. Der Weg ist zum Teil vorgegeben: Gemeinsam mit Verlagen und anderen Contentanbietern zu wachsen, unseren Nutzern spannende Inhalte auf dem Silbertablett zu servieren und die vielen Konzepte, die wir bereits in der Schublade haben, zum richtigen Zeitpunkt herausziehen. Es ist und bleibt spannend.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Wenn Du die Chance hast, dann suche Dir Mitgründer/Kollegen, die Dir richtig sympathisch sind. Das hilft Dir täglich!
2. Zum Start suche Dir echte Unternehmer als Investoren, die an einfachen Verträgen mit Dir bzw. mit Deiner Gesellschaft interessiert sind und – ohne Eitelkeit – Dir gerne Tipps geben, für den gemeinsamen Erfolg.
3. Habe Selbstvertrauen bei der Frage: Welche Tipps – im Sinne deiner Strategie und Deinem Markenversprechen – nimmst Du an und welche nicht. Bleibe Dir und Deiner Marke treu.

Wir bedanken uns bei Alfonso Thurn und Taxis für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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