Sonntag, September 25, 2022

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

SedaiNow: ESG relevante Daten automatisiert zusammenzuführen, managen, Ziele festzlegen und Maßnahmen optimieren

Stellen Sie sich und das Start-up SedaiNow doch kurz unseren Lesern vor!

„Als 2022 in Berlin gestartete Plattform unterstützt SedaiNow Unternehmen bei der Aufbereitung ihrer ESG-Daten und in der strategischen Ausrichtung für verantwortungsvolles Management. Unser junges Team hat es sich zum Ziel gesetzt, nachhaltiges Wirtschaften als ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen. Neben Umweltaspekten fließen soziale Gesichtspunkte sowie verantwortungsvolle Unternehmensführung in diesen Prozess mit ein.

Über unsere Plattform helfen wir Firmen und Finanzmarkteilnehmenden dabei, ESG-relevante Daten automatisiert zusammenzuführen, zu managen, Ziele festzulegen und Maßnahmen zu optimieren. Mithilfe proprietärer Algorithmen werden anschließend die benötigten Reports automatisch und zielgruppenspezifisch im gewünschten Format erzeugt. Für ein Höchstmaß an Transparenz erfolgen Datenaufbereitung sowie die anschließende Auditierung nach bewährten ESG-Standards und Frameworks und orientieren sich an allen aktuellen gesetzlichen und industriespezifischen Anforderungen.“

Welche Vision steckt hinter SedaiNow?

„Hinter dem Kürzel ESG – E für Environment, S für Social und G für Governance – verbirgt sich im Prinzip eine Hinwendung zu nachhaltigem und verantwortungsvollem Wirtschaften. Für uns als Pioniere im ESG-Management geht das einher mit dem Glauben, dass ökonomisches Handeln mit Gesellschaft und Umwelt im Einklang stehen muss. Entsprechend wollen wir uns mit unserer Plattform nicht nur als zentrale Anlaufstelle für ESG-Management etablieren und für mehr Transparenz sorgen, sondern nach dem Triple-Bottom-Line-Prinzip ‚People, Planet, Profit‘ eine Win-win-Situation für alle schaffen. Um das zu ermöglichen, müssen finanzielle und nicht finanzielle Kriterien gleichberechtigt nebeneinanderstehen.“ 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

„Die Idee, konventionelles Wirtschaften nachhaltig zu revolutionieren, entstand bei uns an verschiedenen Zeitpunkten unserer beruflichen Laufbahnen. Als Spezialist für ESG-Investment und Mitbegründer eines SDG-orientierten Impact Funds komme ich eher aus dem Bereich Finanzen. Über eine Projektarbeit lernte ich Kaspar Neftel kennen. Er fokussiert sich bei uns vor allem auf soziale und gesellschaftliche Aspekte, hat aber schon einige Unternehmen gegründet und ist in den letzten Jahren vor allem durch strenge Procurement-Anforderungen von Konzernen mit dem Thema in Kontakt gekommen.

Wir bringen also sowohl die operative als auch die analytisch finanzmarktorientierte Perspektive mit. Und da in Zukunft ESG-Themen noch stärker an Relevanz gewinnen – etwa in Bezug auf Finanzierungen –, war es für uns sinnvoll, gemeinsam ein Projekt auf die Beine zu stellen.“

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

„Aus eigener Tasche finanziert und mit der Unterstützung von Business Angels bauen wir SedaiNow in Berlin, München, Hamburg, Bremen und Chiang Mai auf. Dabei bewegen wir uns mit unserer selbst entwickelten ESG-Datenmanagement-Lösung in einem hochkomplexen Umfeld. Anders als bei klassischen Geschäftsberichten existiert beim Thema ESG noch keine einheitlich anerkannte Form des Reportings. Es gibt jedoch zahlreiche Frameworks und Standards, die eine Art Leitfaden darstellen, anhand derer sich Nachhaltigkeitsberichte strukturieren lassen.

Welche für eine Organisation relevant sind und in welchem Umfang sie Anwendung finden, muss individuell geprüft werden. Daher ist die Arbeit an der Plattform super spannend und bereichernd, gleichzeitig aber auch zeit- und ressourcenfordernd. Ein erster großer Meilenstein war hier sicherlich auch die Akquise unseres ersten Kunden. Denn nur bei der Zusammenarbeit mit Kunden bekommen wir genau die Einblicke, die wir brauchen, um unsere Ideen zu validieren.“

Wie funktioniert die ESG-Lösung von SedaiNow? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

„SedaiNow stellt seinen Kunden die erste umfängliche ESG-Datenmanagement-Plattform zur Verfügung und geht dabei über die Erstellung reiner ESG-Reportings hinaus. Getrieben vom Finanzmarkt und der Regulatorik zeigt sich unser Ansatz sehr flexibel. Schließlich ist nicht nur jedes Unternehmen anders, auch Gesetze ändern sich ständig oder müssen zum Teil noch geschrieben werden. Aus dieser Unsicherheit am Mark machen wir eine Stärke. Uns ist es egal, woher die CO2-Daten kommen, welches ERP-System im Einsatz ist oder wohin in welcher Form das Reporting geht.

Unser System kann Daten sehr flexibel in auditierbarer Form abbilden und verarbeiten. In einem ersten Schritt steht die Erfassung aller relevanten Daten an. Danach wird herausgefiltert, welche Frameworks in welchem Umfang für eine Organisation relevant sind. Durch proprietäre Algorithmen erzeugt das System anschließend automatisierte zielgruppenspezifische Berichte. Über einen eigenen Marktplatz haben Unternehmen zudem die Möglichkeit, mit weiteren Experten und SedaiNow-Partnern in Kontakt zu treten, etwa um sich Berichte auditieren und zertifizieren zu lassen.

Daneben fungiert die Software auch als effektives Management-Tool, das basierend auf den Ergebnissen der Reportings erlaubt, Ziele festzulegen und Verbesserungsmaßnahmen umzusetzen. Da ESG-Ausweise bei Finanzierungen immer wichtiger werden, bieten wir Unternehmen und Finanzmarktteilnehmenden an, ihre ESG-Due-Diligence durchzuführen, ihre Portfolios kontinuierlich ESG-optimiert zu managen und die Reportings auf Fund- und Management-Ebene durchzuführen.“

Wer ist die Zielgruppe von SedaiNow?

„Mit unserer ESG-Datenmanagement-Plattform richten wir uns an Finanzmarktteilnehmende sowie kleine und mittlere Firmen. Entsprechend arbeiten wir aktuell nicht nur mit Banken, Versicherungen und Investoren, sondern auch mit Unternehmen im Immobiliensektor und mittelständischen Betrieben. Vor allem Letztere, die vielleicht schon seit Generationen in Familienhand liegen, engagieren sich in Bereichen wie Mitarbeitergesundheit oder Arbeitsschutz sehr gut und haben eine Vorreiterrolle eingenommen. Um sie dabei zu unterstützen, diese nachhaltigen Strukturen auch in Zukunft weiter auszubauen und etwa mit Blick auf das Lieferkettengesetz vom First-Mover-Effekt zu profitieren, hilft unser Analysewerkzeug, bestehende Stärken noch besser zu fokussieren und gleichzeitig mögliche Blindspots aufzudecken.“

SedaiNow, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

„In spätestens fünf Jahren wollen wir uns auf dem Markt etabliert haben und erste Anlaufstelle für unsere Kunden beim Thema ESG-Management sein. Um das zu erreichen, werden wir neben der Software auch unseren Marktplatz stetig weiterentwickeln und neue Experten und Partner dazugewinnen.“

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

„Anderen Gründern Ratschläge zu geben, ist gar keine einfache Sache. Für mich steht aber fest, dass ein gutes Team beim Gründen eine entscheidende Rolle spielt. Das sollte unbedingt zu euch passen und nicht nur genauso viel Spaß an der Sache haben wie ihr, sondern auch eure Vision teilen. Mindestens genauso wichtig ist es, den Markt genau zu beobachten, offen für Kritik zu sein und Learnings wirklich umzusetzen. Mir ist in diesem Zusammenhang ein Ausspruch im Kopf geblieben, von dem ich nicht mehr wirklich weiß, wer sein Urheber sein könnte. Sinngemäß hat mir aber mal jemand gesagt: ‚Hör dir jeden Rat an, lächle höflich und dann mach das, was du für richtig hältst.‘ Außerdem solltet ihr groß denken und eure Ziele mutig umsetzen, sie niemals aus den Augen lassen und gegen Per-se-Kritiker verteidigen.“

Bildquelle © Günther Schwering für SedaiNow

Wir bedanken uns bei Christian Walter für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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