Durchhaltevermögen und Fokus behalten.

SCUBAJET universell einsetzbarer elektrischer Motor für Wassersportgeräte

Stellen Sie sich und das Startup SCUBAJET doch kurz unseren Lesern vor!
Mein Name ist Armin Kundigraber und ich bin CEO von SCUBAJET, dem weltweit ersten universell einsetzbaren und auf Jet-Technologie basierenden elektrischen Motor für Wassersportgeräte. Mittels Adaptersystem motorisieren wir Kanus, Kayaks, Schlauchboote und SUP Boards. Darüber hinaus ist der SCUBAJET der kleinste am Markt erhältliche Tauchscooter und kann auch zum Schnorcheln oder Schwimmen verwendet werden.

Das Unternehmen wurde im Herbst 2016 gegründet und wir freuen uns aktuell sehr darüber durch die Teilnahme an der österreichischen Startup Show „2 Minuten, 2 Milllionen” auch Hans Peter Haselsteiner, Michael Altrichter sowie das Business Angel-Netzwerk Startup 300 als Top-Investoren mit an Bord geholt zu haben. Wir haben ein sechsstelliges Investment erhalten, das wir vor allem in den Ausbau der Marketingaktivitäten und in die Produktentwicklung stecken werden.

Wie ist die Idee zu SCUBAJET entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Ich bin mit meiner Familie sehr viel am Wasser unterwegs und aufgrund wechselnder Wetterbedingungen oder einfach nur, weil man sich am oder unter Wasser etwas schneller bewegen möchte, kam der Wunsch auf, gängige Wassersportgeräte zu motorisieren. Was im Jahr 2014 noch ein Hobby war, zeigte sehr schnell sein Potenzial. Wir haben gesehen, dass es ein Produkt mit so vielen unterschiedlichen Anwendungsfällen am Markt noch nicht gibt.

Nach intensiver Forschungs- und Entwicklungszeit war der Prototyp im Sommer 2016 dann bereit für den Markteintritt. Dazu habe ich mir Unterstützung von Sabrina Hanneman, einer langjährigen Freundin geholt, die zugleich auch Geschäftsführerin der Digitalagentur Zensations ist. Sie und ihr Team waren auch sofort von SCUBAJET überzeugt, wodurch die Agentur als Investor mit an Bord kam und Sabrina Hanneman ihre Expertise hinsichtlich Brand Management, Marketing und Kommunikation nun auch als Co-Founderin ins SCUBAJET-Team mit einbringt. Zusätzlich haben wir auch einen Vertriebsprofi aus den USA mit langjähriger Erfahrung im Wassersportbereich für uns gewinnen können, der uns dabei unterstützt das internationale Vertriebsnetz aufzubauen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
SCUBAJET ist multifunktional einsetzbar. Da muss man sehr rasch ein Gefühl für unterschiedliche Märkte und deren Bedürfnisse entwickeln. Für einen internationalen Markteintritt braucht es zudem natürlich ein funktionierendes Netzwerk. Man kann nicht alles alleine machen, man braucht ein Team, das eine Vision teilt. Wir setzen auf erfahrene Partner im Wassersportbereich, sammeln aber auch eigene Erfahrungen durch Learning bydoing und entwickeln uns täglich weiter.
Uns war es wichtig, ein Produkt auf den Markt zu bringen, das gleichermaßen durch Design, hochwertige Verarbeitung und Effizienz überzeugt. Der eigene Anspruch ist sehr hoch.

Die Forschung und Entwicklung des Prototyps wurde mehr oder minder von mir privat finanziert. Die Serienproduktion wurde durch eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne, die wir nach der Produkteinführung im Frühherbst 2016 gestartet haben, ermöglicht. Weitere Umsätze generieren wir über klassische Messebesuche, aber auch über unseren Onlineshop und durch den Aufbau unseres Reseller-Netzwerks.

Wer ist die Zielgruppe von SCUBAJET?
SCUBAJET spricht einerseits Paddelsportfans im Allgemeinen, andererseits vor allem auch Taucher an. Wir sehen sehr großes Potenzial im B2C-, aber auch im B2B-Bereich, besonders im Verleih von Wassersportgeräten, im Rettungseinsatz oder bei Tauchschulen und Hotels. Die Bedienung von SCUBAJET ist in kürzester Zeit erklärt und es ist kein technisches Know-How erforderlich.

Wie funktioniert das und wo liegen die Vorteile?
Der SCUBAJET ist nicht nur kindersicher, sondern auch kinderleicht in der Anwendung. Mittels unseres Adaptersystems, bestehend aus Tauchadapter, Unviersaladapter für Kanus, Kayaks sowie Finbox Adapter für SUP Boards und Adapter für Schlauchboote, kann jedes Wassersportgerät in wenigen Sekunden motorisiert werden.

Wie ist das Feedback?
Besonders in der Tauchcommunity haben wir bisher nach anfänglichem Staunen wahnsinnig positives Feedback erhalten. Im Vergleich zu herkömmlichen Tauchscootern, die oft mehr als 25 kg wiegen, überzeugt der SCUBAJET durch sein geringes Gewicht von nur 3 kg. Das ist natürlich nicht nur für Individualtaucher, sondern besonders auch für Gruppenaktivitäten attraktiv. Es gibt zudem jede Menge Händler, die zu einem sehr frühen Zeitpunkt mit uns in Kontakt getreten sind und Interesse gezeigt haben.

Wie kam es dazu, dass Sie sich für die Startup Show 2 Minuten 2 Millionen beworben haben?
Nach dem Produktlaunch im Sommer letzten Jahres sind Bekannte auf mich zugekommen und haben mich darauf angesprochen. Da SCUBAJET eine Weltneuheit ist, dachte ich mir, es kann nicht schaden, es zu versuchen.

Wie haben Sie sich auf die Show 2 Minuten 2 Millionen vorbereitet?
Natürlich überlegt man sich vorab, wie man in der Kürze all jene Informationen unterbringt, die für einen Investor interessant sein könnten. Wir haben uns auch Gedanken dazu gemacht, welche Anwendungsfälle wir vorstellen, welche Vorteile des Produktes wir besonders hervorheben und wie wir die Investoren davon überzeugen können, dass SCUBAJET großes Wachstumspotenzial und somit ein interessantes Investment ist. Der Rest hat sich spontan in der Sendung ergeben.

Sie sind eines der wenigen Startups die es in die Show 2 Minuten 2 Millionen geschafft hat. Wie motivierend ist das für Sie und was versprechen Sie sich von der Show?
Es ist eine Bestätigung dafür, dass sich die Arbeit der letzten Jahre gelohnt hat und ich bin sehr stolz darauf, es nicht nur in die Show geschafft, sondern auch ein Investment erhalten zu haben. Natürlich hoffen wir darauf, durch die Show national bekannt zu werden unser Händlernetzwerk national auszubauen und nicht zuletzt auch vom Know-How und Netzwerk der Investoren zu profitieren.

Wie wichtig ist dieser Schritt für Sie als Startup-Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch die Show viele Interessenten und auch Medien auf den SCUBAJET aufmerksam werden?
Es ist eine großartige Gelegenheit. Es geht natürlich auch anders, nicht jedes Startup muss in eine nationale TV-Show gehen. Aber wenn sich die Gelegenheit bietet würde ich die Chance wieder ergreifen. Wir haben davon sehr profitiert, Top-Investoren an Bord und auch das Medieninteresse ist alleine durch die Ankündigung der Show enorm gestiegen.

SCUBAJET, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir haben ein innovatives und flexibles Produkt auf den Markt gebracht und sehen uns eben als ein solches Unternehmen. Wir möchten den SCUBAJET und die Einsatzmöglichkeiten stetig weiterentwickeln und am internationalen Markt Fuß fassen. Zusätzlich werden wir die Produktpalette erweitern und passendes Zubehör auf den Markt bringen. Wenn uns das in den nächsten fünf Jahren gelingt und sich SCUBAJET als starke Marke im Wassersportbereich etabliert, ist uns das gelungen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Durchhaltevermögen und Fokus behalten.
2. Versuchen so früh wie möglich Co-Founder zu finden – sollte die Idee ursprünglich alleine entstanden sein. Es ist wichtig, dass ein Team mit Leidenschaft und Begeisterung hinter dem Produkt/Vorhaben steht.
3. Ein Sprichwort sagt „Wer alles kann, kann nichts richtig.“ Man muss sehr schnell akzeptieren, dass man nicht alles im Alleingang bewältigen kann. Hilfe zu holen und annehmen zu können und ein funktionierendes Netzwerk sind sehr wichtig für den Erfolg.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Armin Kundigraber für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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