Wer keine Fehler macht, trifft auch keine Entscheidung

Scoperty – Die C2C-Plattform für Immobilientransaktionen

Stellen Sie sich und das Start-up Scoperty kurz unseren Lesern vor!

Wir, die Geschäftsführer, sind Sebastian, Anika und ich. Sebastian und ich kommen aus der Interhyp, er hat die Zukunftswerkstatt gegründet, ich die Strategieabteilung geleitet. Gemeinsam mit zwei unserer jetzigen Investoren, Sprengnetter und PriceHubble, haben wir die Idee eines digitalen Marktplatzes für den Immobilienmarkt entworfen. Und dann war schnell klar, diese Idee ist so groß, da muss ein Spin-off her. Anika haben wir ins Team geholt, da wir beide zwar ein Unternehmen gründen und leiten können, aber nicht vermarkten.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Weil wir auf dem europäischen Markt eine Lücke füllen: Während in der Mobilität oder im Onlinehandel Big Data die Branchen längst radikal verändert hat, spielt es in der Immobilienbranche bisher eine untergeordnete Rolle. Mit Scoperty haben wir eine Plattform geschaffen, auf der sich Verkäufer und Käufer treffen können, um sich erstmals ohne Verpflichtung, ohne Kosten, vielleicht sogar ohne konkrete Verkauf- oder Kaufabsicht umzusehen und möglicherweise miteinander in Kontakt zu treten. In den USA ist das übrigens schon längst passiert, dort ist das Portal Zillow seit zehn Jahren ein wichtiger Player auf dem Immobilienmarkt. 

Scoperty C2C Plattform für Immobilien
Anika Andresen

Welche Vision steckt hinter Scoperty?

Wir wollen, dass mehr Menschen in ihren eigenen vier Wänden leben. Wir wollen DIE C2C-Plattform für Immobilientransaktionen werden. Indem wir unsere Schätzwerte auf einem digitalen Marktplatz bereitstellen, ermöglichen wir eine Begegnung, die es so vorher nicht gegeben hat. Wir machen die Märkte nicht nur transparenter, offener, demokratischer, sondern vergrößern das Angebot. Kaufinteressenten können auf Basis der Schätzwerte unverbindliche Kaufangebote für ihre Wunschimmobilie an den Eigentümer abgeben. Damit kann Scoperty sogar einen Beitrag leisten, stark nachgefragte Immobilienmärkte zu entspannen.

Von der Idee bis zum Start – was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Das Meistern von Herausforderungen hat nicht zwangsläufig etwas mit dem Budget zu tun. Unsere bisher größte Herausforderung war es, das Unternehmen aus der Interhyp und dem ING-Konzern auszugliedern und damit für mehr Flexibilität und Agilität zu sorgen. Dieser Schritt war absolut notwendig, um sich mit der nötigen Geschwindigkeit bewegen zu können, um auf Kundenbedürfnisse schnell und akurat reagieren zu können. Scoperty wurde als Gemeinschaftsunternehmen der ING Bank N.V., PriceHubble AG und Sprengnetter GmbH gegründet.

Wer ist die Zielgruppe von Scoperty?

Immobilienbesitzer, Interessenten und Makler: Eigentümer erfahren ein reales Marktinteresse an ihrem Objekt, ohne dafür eine Wertermittlung oder einen verbindlichen Kaufprozess in Gang setzen zu müssen. So können sie auch einen besseren Verkaufszeitpunkt für ihr Objekt finden, im aktuellen Immobilienmarkt ist das eine große Hilfe. Außerdem können Eigentümer den Schätzwert ihrer Immobilie durch weitere Dateneingaben wie die genaue Quadratmeterzahl, eine mögliche Renovierung, das Vorhandensein eines Lifts oder eines Gartens verfeinern. 

Interessenten wiederum können unverbindliche Kaufangebote für Immobilien abgeben, die noch nicht zum Verkauf stehen. Sie können sich so einen Vorsprung am Markt sichern und mit ihrem Interesse möglicherweise einen Verkauf anstoßen. 

Maklern eröffnen wir durch unseren Service die Möglichkeit, sich künftig stärker auf Kernthemen wie Beratung und Transaktionsbegleitung zu fokussieren. Damit können sie sich im Hinblick auf das Bestellerprinzip besser positionieren und auch künftig eine wertvolle Dienstleistung am Markt anbieten.

Wie funktioniert Scoperty? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Scoperty C2C Plattform für Immobilien
Sebastian Frenzel

Ihr gebt eine Adresse ein und wir zeigen Euch, was die Häuser und Wohnungen in der Gegend in etwa Wert sind. Seit November bietet Scoperty Schätzwerte zu mehr als acht Mio. Wohnimmobilien in Berlin, München, Hamburg, Köln, Frankfurt und Nürnberg an. Im Laufe des nächsten Jahres wollen wir tagesaktuelle Schätzwerte für alle 40 Mio. Wohnimmobilien in ganz Deutschland zur Verfügung stellen. Scoperty verbindet zum ersten Mal Online-Ansichten von Straßen und Häuserfassaden mit verfügbaren geschätzten Infos wie der Quadratmeterzahl, dem Baujahr, den Stockwerken und eben unseren Werten.  

Eigentümer können bei uns kostenlos inserieren und unverbindlich testen, was Käufer bereit wären, für ihre Immobilie zu zahlen und natürlich auch direkt verkaufen. Einzigartig ist die Möglichkeit, Schätzwerte sogar zu solchen Immobilien einzusehen, die aktuell nicht zum Verkauf stehen. Und neu ist auch, dass Immobilieninteressenten für solche Objekte Gebote abgeben können und so Verkäufe anstoßen und damit den Markt erweitern können. Außerdem bietet Scoperty den Zugang zu einem hochqualitativen Maklernetzwerk.

Wie ist das Feedback?

Wir hatten einen überaus erfolgreichen Markttest im Sommer in Nürnberg: Die Idee, dass Immobilienbesitzer, -interessenten und -makler mit Hilfe von Big Data und künstlicher Intelligenz einen neuen Marktplatz generieren, geht auf. Wir haben zeigen können, dass unser Marktplatz den Markt tatsächlich erweitert und für zusätzliches Angebot auf dem Markt sorgt.

Scoperty, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

So einfach wie radikal: Wir wollen den Immobilienmarkt neugestalten. Wir wollen DIE C2C-Plattform für Immobilientransaktionen werden, indem wir dem User die Möglichkeit geben, seinen eigenen Markt zu schaffen. Damit kann sich der Makler im Sinne des Bestellerprinzips wieder auf seine Kernkompetenz konzentrieren. Und weil wir die für einen Immobilienkauf in der Regel nötige Finanzierung gleich mitliefern, bieten wir sozusagen auch ein Fullserviceangebot auf dem Weg zum Eigenheim.

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens, im Fokus allen Handelns muss immer der Kunde stehen. Welches Problem wollt ihr für wen, auf welche Art und Weise lösen. Zweitens baut ein Team aus exzellenten Köpfen auf, die wie ihr an die Idee und die Vision glauben. Drittens, seid flexibel. Stellt eure Vision auf, aber erlaubt euch die nötige Flexibilität in der Strategie. Wer keine Fehler macht, trifft auch keine Entscheidung.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Dr. Michael Kasch für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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