Ran an die Arbeit, denn die kann dir niemand abnehmen

Scientibus nachhaltige Modemarke: Oberbekleidung mit Statements

Stellen Sie sich und Scientibus kurz unseren Lesern vor!

Scientibus ist die erste demokratische und nachhaltige Modemarke auf dem Markt. Unser Ziel ist es eine echte Alternative zu den etablierten Modemarken zu erschaffen, die sich durch die Transparenz und die Nachhaltigkeit in der Produktion, aber auch im Handeln auszeichnet. Wir erschaffen Oberbekleidung, die Statements setzt, aber diese bewusst nicht immer auf den ersten Blick. Unsere Motive haben mindestens eine zweite Bedeutungsebene und Werte wie Toleranz, Weltoffenheit und Freude am Leben sind wichtige Bestandteile. Die Kleidung wird ausschließlich in der EU hergestellt und ist inklusive Verpackung komplett plastikfrei!

Ich bin Philip Schultz, 24, und einer der beiden Köpfe hinter Scientibus. Wir sind beide Studenten und haben uns über 1,5 Jahre hinweg die Vision von Scientibus aufgebaut, welche nun durch die Crowdfundingkampagne auf Startnext ihren Anfang findet. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Da wir langfristig vielen Leuten die Alternative zu den herkömmlichen Modemarken bieten wollen und somit auch viele Entscheidungen, Verträge und Verpflichtungen eingehen, ist für unsere Partner ein Unternehmen ein konstanter Ansprechpartner. Außerdem haben wir durch die Gründung mehr Möglichkeiten die Marke unabhängig von uns Gründern zu platzieren, denn die Community soll Scientibus prägen und nicht wir zwei, die sich um den Papierkram kümmern. 

Welche Vision steckt hinter Scientibus?

Die Vision einer nachhaltigen Modemarke von der Community, die eine echte Alternative zu den etablierten Marken darstellt. Denn unsere vollkommene Transparenz der Herstellung und aller Prozesse hat den Hintergrund, dass man sich bewusst mit dem Konsum auseinandersetzt. Wir möchten das herstellen, was sich die Menschen wünschen und nicht auf verdacht etwas auf Lager legen und hoffen, dass wir es abverkaufen. 

Die Textilindustrie ist der fünft größte Klimaemittent und unter den Top 3 Wasserverschmutzern. Wir möchten durch unsere Transparenz zeigen, dass es auch anders und vor allem nachhaltiger möglich ist, ohne überteuerte Preise zu verlangen und es künstlich zu verknappen. Qualität und Langlebigkeit sind Garanten für viele Erlebnisse mit unseren T-Shirts über eine lange Zeit, daher seht Kleidung auch als Message und nicht nur als Mode.  

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Unser Vision hat sich erst mit der Zeit entwickelt. Wir haben über drei Ecken einen ersten Produzenten gefunden, welchem wir unsere Logos gezeigt haben. Dieser hat uns dann viel erzählt, was wir inzwischen als Augenwischerei abtun können, aber hier lag unsere größte Herausforderung. Wir haben einen Produzenten gesucht, der uns mit unseren Ideen unterstützt und auch selbst Erfahrungen einbringt, um das Produkt zu verbessern. Dies hat einige Anläufe gebraucht und viele Probemuster haben uns gezeigt, wie die Zusammenarbeit und die Herangehensweise an uns ist. Nun haben wir einen Partner, der uns Produktseitig auf unseren hohen Ansprüchen gerecht wird und gleichzeitig alle Zertifizierungen und Anforderungen an die Nachhaltigkeit erfüllt.

Dies war unsere größte Herausforderung, da wir keinerlei Erfahrung in der Produktion von Textilien hatten und uns diese durch Rückschläge und Erfahrungen selbst aneignen mussten, um auch erkennen zu können, welche Produzenten und welche Anforderungen zu uns passen. Durch unsere ambitionierte Vision mit einem detaillierten Aktionsplan konnten wir eine Jury überzeugen uns das NRW Gründerstipendium zu gewähren, welches unsere Idee in Teilen durch einen monatlichen Betrag gegenfinanziert. Die restliche Finanzierung stammt aus Rücklagen und unseren aktuellen Nebenjobs. Unser Ziel ist es nämlich primär den Preis der Produkte niedrig zu halten und haben deshalb sehr niedrige Margen für die aufkommenden Kosten. Dies steht für uns aber deutlich hinter der Vision einer echten Alternative zurück, weshalb ein marktüblicher Preis oberste Priorität hat.

Wer ist die Zielgruppe von Scientibus?

Durch die Vielfalt unserer Motive richtet sich die Mode grundsätzlich an alle, denn unsere Kleidung definiert heutzutage auch uns. Daher haben wir von Statementshirts bis zu dezenten Basics alles im Sortiment. Wir sprechen sicherlich eine etwas jüngere Zielgruppe an, die sich mit einer agilen und digitalen Welt identifiziert. Wir möchten jedoch explizit niemanden ausschließen, weshalb unsere Motive eine Bedeutung haben, aber dennoch so offen gestaltet sind, dass jeder seine eigene Deutung dort unterbringen kann. Und wir möchten erreichen, dass Leute über die Motive und den Hintergrund der Produktion ins Gespräch kommen und deshalb haben wir bewusst keine kleiner definierte Zielgruppe auserkoren Die Community, die sich um Scientibus bildet, hat eine ganz eigene Dynamik und trifft sich maximal in unserer Affinität zur Musik, da Musik weder Sprachen noch Ländergrenzen kennt und somit das Gefühl der Musik eint. 

Was ist das Besondere an der Mode? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir produzieren ausschließlich in der EU! Biobaumwolle aus Griechenland und zu unseren T-Shirts verarbeitet in Portugal. Unsere Produkte sind vollkommen plastikfrei, das beinhaltet auch Verpackung und sämtliche Goodies. Unsere Kartons sind zu 100% recycelt und haben somit keinen neuen Baum auf dem Gewissen. Wir schaffen es ggü einem Massenshirt aus Asien bis zu 70% des Wasserverbrauchs einzusparen und geben das verpacken und versenden an eine inklusive Werkstatt in Deutschland. Dies sind unsere Nachhaltigkeitsaspekte, welche wir als unseren Standard ansehen, aber in weiteren Kollektionen immer weiter verbessern möchten! Darüber hinaus unterscheidet uns sicherlich, dass wir ab Kollektion 2 die Entscheidung über Stoffe, Schnitte, Motive und Auflagenzahl in die Hände unserer Community legen, denn wir möchten Kleidung herstellen, die auch nachgefragt wird und nicht auf gut Glück und fürs Lager produzieren. Dies bedeutet auch, dass es bei uns immer eine Art Vorverkauf geben wird, um Überproduktion und Verschwendung zu vermeiden.  

Wie ist das Feedback?

Das Feedback ist ganz unterschiedlich, da es sich auf die verschiedensten Aspekte unseres Startups bezieht, aber immer sehr positiv! Wir haben über die vergangene 20 Monate so viele Facetten in Scientibus untergebracht, dass es für die meisten am Anfang etwas viel Information ist. Jedoch merken wir, dass das Interesse daran, wie etwas hergestellt wird, oder dass die Arbeitsbedingungen in manchen Ländern noch so katastrophal sind, sehr groß ist, da es den meisten Menschen nicht bewusst ist. Auch der Wasserverbrauch von 8000Liter pro Tshirt aus Asien ist den meisten Menschen schlicht nicht bewusst. Hier versuchen wir anzusetzen und durch unsere Transparenz eine Alternative zu schaffen, da man bei uns weiß, was man bekommt und was drin steckt. 

Scientibus, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Ich hoffe stark, dass sich Scientibus einen Namen gemacht hat durch die Werte, die wir vertreten, und das eine Community entstanden ist, die sich bewusster mit Konsum in allen Facetten beschäftigt, Freude und Weltoffenheit jeden Tag in die Welt trägt und Meinungsstark, aber konstruktiv Scientibus ein Gesicht gibt. Mit regelmäßigen Releases bieten wir einer breiten Masse die Möglichkeit nachhaltige Kleidung in allen Ausprägungsstufen zu marktüblichen Preisen zu erwerben. Mit dem Kauf unterstützen sie automatisch 2-3 gemeinnützige Initiativen, die prozentual vom Kauf profitiert und ermöglichen, dass der gesellschaftlichen Verantwortung durch das verpacken und versenden in inklusiven Werkstätten ein Teil geleistet wird.

Das Angebot für Firmen, Vereine oder Veranstaltungen haben wir dann soweit ausgebaut, dass wir nahezu jede Kleidung auch mit den individuellen Logos o.ä. versehen können und so losgelöst von Scientibus, als Lifestylemarke, eine weitere Alternative auf einem anderen Segment der Bekleidung bieten. Neue Stoffe, die noch weniger Ressourcen benötigen und eine noch weiter gesteigerte Qualität zeichnet unsere langlebigen Klamotten aus, sodass kleine, ausgewählte Shops in größeren europäischen Städten unsere Mode in Teilen im Angebot haben, um die Möglichkeit der Anprobe nicht auf dem Paketweg abzuwickeln. Es wäre fantastisch, wenn sich größere Marken oder sogar Ketten an nachhaltiger Mode orientieren würde und die eigenen Methoden nicht nur auf dem Papier verbessert, dann hat die Vision von Scientibus als echte Alternative Wege gefunden, die auch ohne Scientibus funktionieren und das wäre ein echter Traum!

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Eine Idee zu haben ist fantastisch! Damit seid ihr anderen um Lichtjahre voraus! Aber jetzt kommt die harte Phase, denn viele aus eurem Umfeld werden sagen: Lass es – Willst du nicht etwas sicheres machen – das funktioniert doch nicht – das gibt es schon oft – du bist nicht der Typ dafür usw. Das ist normal, doch das schwierige ist, dass du beide Positionen gleichzeitig einnehmen musst. Sei der begeisterte Gründer, der für seine Idee brennt, aber sei auch dir ggü. so verantwortungsvoll und versuch selbst deine Idee kritisch zu prüfen, ob diese Chancen des Erfolgs hat, oder doch nur Produkt/Dienstleistung/App XY in grün ist. Etwas ähnliches anzubieten ist nicht schlimm, aber unterscheide dich in den entscheidenden Punkten und kommuniziert diesen Unterschied deutlich, denn sonst nimmt dich niemand wahr.  

Rückschläge und Hindernisse sind das, was den Gründer zu einem besonderen Ansporn verhelfen sollte!

Und man ist sicherlich nicht die einzige Person mit ähnlichen Problemen, also seid offen und tauscht euch mit anderen Gründern aus. Die selben Fehler zu wiederholen, die tausende vor euch gemacht haben, ist reine Zeitverschwendung! Kopiert keinen Gründer in seinen Entscheidungen, denn das wird für euch nicht funktionieren, aber hört mit offenen Ohren zu und schließt eure Schlüsse daraus.

Hole dir Feedback von den unterschiedlichsten Stellen ein!

Die Idee für sich zu behalten ist keine gute Vorgehensweise, denn dann kannst du sie auch nicht weiterentwickeln. Und keine Sorge, du hast da schon viele Überlegungen reingesteckt und ein Konzept entwickelt, das wird dir keiner klauen, nur weil du ihn nach der Meinung gefragt hast. Es werden Fragen und Probleme auftreten, die du niemals selbst aufgedeckt hättest, also arbeite mit dem Feedback und verbessere deine Idee. Wenn du das konsequent machst, hält nämlich niemand mit deiner Entwicklungsgeschwindigkeit mit, sodass du als erster mit einem guten Konzept auf den Markt kommst. Vertrau dich Leuten an und frag auch mal die führenden Köpf in diesem Bereich, oftmals sind diese offen für frische Ideen! Also ran an die Arbeit, denn die kann dir niemand abnehmen

Link zum Crowdfunding

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Philip Schultz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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