Scalable Capital: Ihr persönlicher Vermögensverwalter

Scalable Capital  managet das persönliche Portfolio mit modernster Risikomanagement-Technologie

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Scalable Capital doch kurz vor!
Wir sind Erik Podzuweit und Florian Prucker, Gründer und Geschäftsführer des digitalen Vermögensverwalters Scalable Capital. Gemeinsam mit Patrick Pöschl, Adam French und Prof. Dr. Stefan Mittnik haben wir eine technologiebasierte Form der Geldanlage für Privatanleger geschaffen, die bislang nur sehr wohlhabenden Investoren zur Verfügung stand – eine professionelle und kostengünstige Vermögensverwaltung. Dafür erstellen wir jedem Kunden ein individuell angepasstes und global diversifiziertes ETF-Portfolio. Im Anschluss überwachen und managen wir das Portfolio über unsere eigens entwickelte Risikomanagement-Technologie. Dabei achten wir darauf, dass das individuell festgelegte Risikolimit des Kunden nicht verletzt wird.

Wie ist die Idee zu Scalable Capital entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Wir kennen uns alle schon seit vielen Jahren und haben zuvor zusammen bei Goldman Sachs gearbeitet. Prof. Dr. Stefan Mittnik kenne ich [Erik] noch aus meiner Studienzeit in Kiel. Heute leitet er einen Lehrstuhl für Finanzökonometrie an der LMU in München.

Der Ursprung unserer Idee war, dass wir keine gute und befriedigende Antwort auf die Frage unserer Familie und Freunde hatten: „Was soll ich mit meinem Geld machen?“ Aktiv gemanagte Fonds und andere Bankprodukte sind zu teuer und vertriebsorientiert. Selbermachen kostet sehr viel Know-how, Zeit und Nerven. Gleichzeitig waren wir davon überzeugt, dass man durch den konsequenten Einsatz von Technologie dafür sorgen kann, dass Privatanleger langfristig Vermögen aufbauen können, statt sich mit extrem niedrigen Sparkontozinsen zufrieden geben zu müssen. Scalable Capital ist nun unsere Antwort auf die Frage unserer Freunde.

Von der Idee bis zum Start: Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Wir sind in Deutschland von der BaFin reguliert, in Großbritannien von der dortigen Finanzaufsicht FCA. Dieser Prozess hat uns jeweils mehrere Monate Zeit sowie einiges an Aufwand gekostet, den ein Startup im E-Commerce-Bereich nicht gehabt hätte. Denn man muss nicht nur die Tragfähigkeit des Geschäftskonzepts aufzeigen, sondern auch ausreichendes Kapital sowie die Eignung der Geschäftsführer nachweisen. Das Ganze ist also keine triviale Hürde für den Markteintritt, das ist aber auch gut so, schließlich wollen wir das Geld anderer Leute verwalten.

Die zweite Herausforderung war natürlich unsere erste Finanzierungsrunde. Die lief allerdings noch besser als wir erhofft hatten. Wir konnten mit vier Millionen Euro eine der größten Seed-Finanzierungen im europäischen FinTech-Bereich abschließen. Mit Holtzbrinck Ventures, Monk’s Hill, Mato Peric, Reiner Mauch, Steffen Pauls und Rahul Mehta von DST haben wir zudem sehr namhafte Investoren an Bord.

Wo liegt Ihr USP?
Der Kern unseres Anlagemodells ist das mit Professor Mittnik entwickelte Verfahren des dynamischen Risikomanagements, eine Technologie, die bisher nur institutionellen Investoren zur Verfügung stand.

Jedem Kundenportfolio wird ein numerisch quantifiziertes und der individuellen Risikoneigung entsprechendes Verlustrisiko zugeordnet. Droht eine Überschreitung dieses Verlustrisikos, wird eine automatische Anpassung vorgenommen. Zum Beispiel durch Umschichtung von risikoreichen Aktien in risikoärmere Anleihen.Somit wird das Anlagerisiko dynamisch und anlegerspezifisch kontrolliert und schwankt nicht einfach mit den Risiken an den Finanzmärkten.

Unsere Technologie stützt sich dabei auf solide Erkenntnisse der Kapitalmarktforschung. Zahllose empirische Studien belegen: während Renditen bzw. Kursänderungen praktisch nicht vorhersehbar sind und Stockpicking somit vergebene Liebesmüh ist, lässt sich die Entwicklung von Risiken recht gut prognostizieren. Dies macht Scalable Capital sich zu nutzen.

Und im Vergleich zu klassischen Anlageprodukten von Banken oder Asset Managern sind wir einfach wesentlich günstiger. Das erreichen wir durch den konsequenten Einsatz von Technik. Wir haben alle Prozesse und Schritte weggelassen, die für eine professionelle Vermögensverwaltung überflüssig sind. Alle anderen Prozesse haben wir automatisiert, von der Anmeldung über die Kontoeröffnung und die Portfolioverwaltung. Unser Kunde muss seinen Schreibtisch nicht verlassen.

Wer ist die Zielgruppe von Scalable Capital?
Wir richten uns an „Smart Professionals“, also Kunden, die zu clever sind, um sich von der Bank ein Vertriebsprodukt verkaufen zu lassen und zu beschäftigt sind, um sich selber um Ihre Geldanlage zu kümmern. Das hohe Ausbildungsniveau ist der größte gemeinsame Nenner unser Kundschaft, mehr als 90% haben einen Universitätsabschluss; Wirtschafts-, sowie Ingenieurs- und IT-Abschlüsse kommen dabei am häufigsten vor. An unserem Kundenspektrum sehen wir auch, dass unser Service wirklich für alle Alters- und Vermögensklassen attraktiv ist.Wir begeistern sowohl junge Software-Ingenieure, die ihre ersten 10.000 Euro Ersparnisse anlegen, als auch Anwälte kurz vor dem Ruhestand, die einige hunderttausend Euro investieren. Was unsere Kunden eint: Sie wissen, dass aktiv gemanagte Fonds oder andere Bankprodukte schlicht zu teuer sind und daher meistens die Rendite ruinieren.

In welche Anlagen / Wertpapiere investieren Sie?
Wir investieren in bis zu vierzehn unterschiedliche Indexfonds (sogenannte Exchange Traded Funds oder ETFs), die die Anlageklassen Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Immobilien abdecken und über 8.000 Einzelwerte aus rund 90 Ländern abbilden. Solche passiven Anlageprodukte haben eben nicht nur den Vorteil, dass sie sehr kosteneffizient sind, sondern wir erreichen damit auch eine sehr breite Diversifikation in unseren Kundenportfolios.

Wie finden Sie für den Kunden die richtigen Anlagen/Wertpapiere?
Wir wählen auseinem Universum von rund1.500 ETFs hinsichtlich Faktoren wie Kosten, Liquidität, Replikationsmethode, steuerliche Effizienz und Tracking-Error die besten für unsere Kunden aus. Und zwar nicht nur einmalig, sondern laufend. Dabei agieren wir absolut unabhängig von Banken und Fondshäusern.

Wie viel kostet der Service Scalable Capital?
Wir verlangen eine All-in Gebühr von 0,75% p.a. der durchschnittlich verwalteten Anlagesumme pro Jahr. Hinzu kommen ETF-Gebühren von ca. 0,25% p.a, die allerdings direkt vom ETF-Anbieter verrechnet werden und im Portfoliowert reflektiert sind. Versteckte Kosten in Form von Ausgabeaufschlägen, Rückvergütungen oder sonstigen Provisionen gibt es bei uns nicht. Damit liegen wir weit unter den Kosten vergleichbarer Produkte wie z.B. aktiv gemanagte Fonds und sind mindestens 50-70% günstiger als der Bankberater, der auch mal gerne Aufgelder von bis zu 5% vereinnahmt.

Scalable Capital,wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Der Markt für die private Geldanlage wird sich durch den Einsatz von Technologie und passiven Anlageprodukten in den kommenden Jahren sehr stark verändern. In den USA geschieht das bereits ganz massiv. Wir wollen diesen Wandel in Europa maßgeblich mitgestalten. In Deutschland sind wir bereits online, in Großbritannien haben wir auch gerade die Erlaubnis der Regulierungsbehörde erhalten. Danach wollen wir natürlich in weitere europäische Länder expandieren.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Versucht nicht jedem zu gefallen. Entwickelt Euer Produkt messerscharf für Eure Zielkundschaft und niemand anderen. Lasst Euch in vielen Dingen beraten und nehmt Kritik und Hilfe an, aber lasst Euch niemals in diesem Punkt hereinreden. Nur Ihr als Gründer versteht Eure Zielkunden und deren Probleme.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Erik Podzuweit und Florian Prucker für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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