Sandra Stabenow: Redet mit so vielen Menschen wie möglich über Eure Ideen

Treffen Sie Sandra Stabenow Gründerin von Frau, frei & auf der herCAREER in München

Sandra Stabenow Gründerin von Frau, frei & wird auf der herCAREER ein Meetup zum Thema: Jede Selbstständigkeit hat ihre Höhen und Tiefen- auch finanzielle halten

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen doch kurz vor!
Sandra Stabenow: Meine Name ist Sandra Stabenow. Ich bin freie Social Media und Content Marketing Managerin und habe Anfang 2015 gemeinsam mit drei Freundinnen Frau, frei & gegründet. Was damals als Blog gestartet ist, ist heute mehr ein Netzwerk für selbstständige Frauen, das neben Veranstaltungen auch (Online-)Angebote wie Newsletter, Podcast, Kurse, Worksheets, Bücher bietet, die gründungsinteressierten Frauen dabei helfen Unklarheiten bei der Gründung eines Unternehmens zu beseitigen und selbstständige Frauen unterstützen, das eigene Business erfolgreich zu führen.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
Sandra Stabenow: Frau, frei & ist als Projekt ohne monetären Hintergedanken entstanden. Seither stecke ich viel Zeit in die Weiterentwicklung. Irgendwann kam ich dann an den Punkt, an dem ich mir die Frage stellen musste, ob ich weiterhin so intensiv an Frau, frei & arbeiten kann, ohne einen Cent dafür zurückzubekommen. Die Antwort war klar: Nein. Nicht weiterzumachen, war für mich allerdings auch keine Option – da ich weiß, wie groß das Potenzial von und der Bedarf an meinem Angebot ist.

Was war bei der Gründung Ihres Unternehmens die größte Herausforderung?
Sandra Stabenow: Ehrlicherweise ist die Gründung noch in vollem Gange. Als größte Schwierigkeit empfinde ich dabei Angebote zu schaffen, die meiner Zielgruppe weiterhelfen und für die sie bereit sind zu zahlen. Dabei mangelt es mir keineswegs an Ideen; an ausreichend Zeit zur Umsetzung der selbigen schon eher. Da ich mit Frau, frei & und den dazugehörigen Angeboten noch nicht ausreichend Geld verdiene, muss die Gründung nebenberuflich geschehen und ich durch meine Freiberuflichkeit das Geld für Miete, Rechnungen etc. verdienen.

Kann man auch mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?
Sandra Stabenow: Unbedingt. Wie sonst, sollte man überprüfen, ob es für das eigene Angebot Interessenten und Abnehmer gibt? Ich finde es – mit Verlaub – total dämlich mit seiner Idee hinter dem Berg zu halten, nur weil sie noch nicht zu 100% ausgegoren ist. Wenn mir gründungsinteressierte Frauen auf meine Frage „Mit welcher Idee sie sich selbstständig machen wollen?“ mit „Das verrate ich noch nicht“ antworten, würde ich sie am liebsten schütteln. In dem Moment weiß ich, dass es nur schief gehen kann.

Wie sind Sie auf die herCAREER aufmerksam geworden?
Ich habe sehr gut im Blick, was im Bereich Selbstständigkeit, Gründung und Unternehmertum passiert – insbesondere mit dem Bezug zu Frauen. Da kommt man an der herCAREER, die sich auch an Existenzgründerinnen richtet, nicht vorbei. Und Natasha Hoffner als Gründerin der Messe ist in den sozialen Netzwerken natürlich überaus präsent.

Zu welchem Thema werden Sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen auf der herCAREER weitergeben?
Ich werde über Geld sprechen. Darüber tauschen wir uns alle viel zu selten aus, egal, ob festangestellt oder selbstständig. Wir sprechen weder offen darüber, wie unsere Honorare sind, noch was wir verdienen. Ich finde, dass muss sich ändern. Insbesondere unter uns selbstständigen Frauen, weil wir laut einer Studie aus dem April 2017 fast 50 Prozent weniger als selbstständige Männer verdienen.

In meinem Karriere-Meet-up werde ich mich auch nicht scheuen darüber zu sprechen, wie es ist, wenn man über einen längeren Zeitraum mal nicht so viel verdient – eine Selbstständigkeit hat eben Höhen und Tiefen. Als Grundlage dafür dient mir mein kürzlich veröffentlichter Einnahmenreport.

Wie wichtig sind solche Events für Gründerinnen?
Sehr wichtig. Meines Erachtens sogar relevanter, als Veranstaltungen, die ausschließlich dem Wissenstransfer dienen. Als (angehende) Selbstständige, Gründerin oder Unternehmerin ist es essenziell sich mit anderen Frauen (und Männern) auszutauschen, von deren Erfahrungen zu profitieren und sich ein starkes Netzwerk aufzubauen.

Wo sehen Sie sich in den nächsten 5 Jahren?
In fünf Jahren habe ich hoffentlich einen Weg gefunden, wie ich mich von der Freiberuflichkeit als Haupteinnahmequelle lösen kann. Mein Ziel ist es, mir ein solides Solopreneurship aufzubauen. Außerdem werde ich wohl herausfinden müssen, wie ich die Selbstständigkeit mit einer Schwangerschaft und der anschließenden Fürsorge für ein Kind vereinbaren kann. Ich bin jetzt 30, da ist die Familienplanung natürlich ein Thema – wenn auch kein akutes.

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?
1. Redet mit so vielen Menschen wie möglich über Eure Ideen. Niemand wird Euch Eure Idee stehlen. Im Gegenteil. Eure Ideen werden vermutlich zum Besseren weiterentwickelt, auf Machbarkeit überprüft und Ihr werdet mit Leuten in Kontakt gebracht, die Euch bei der Umsetzung Eurer Idee weiterhelfen können.
2. Vernetzt Euch. Arbeitet mit anderen Frauen zusammen; profitiert von ihren Erfahrungen und ihrem Wissen und gebt selbiges zurück. Im Englischen gibt es dafür ein Begriff: Sisterhood.
3. Für meinen letzten Rat möchte ich gerne den Spruch zitieren, der auf den Postkarten steht, die wir auf unseren Veranstaltungen verteilen: „What if I fall? Oh, darling what if yo fly?“. Also, traut Euch!

Wir bedanken uns bei Sandra Stabenow für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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