Sei konsistent und konsequent in dem was du tust!

Sando & Ichi Gastronomiekonzept für authentisches japanisches StreetFood & SoulFood

Stellen Sie sich und das Startup Sando & Ichi doch kurz unseren Lesern vor! Wie ist die Idee zu Sando & Ichi entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?

Wir sind Juuga und Jamin, die Gründer von Sando & Ichi.

Sando & Ichi ist der Markenname eines Gastronomiekonzeptes für authentisches japanisches Street & Soul-Food. Wir bieten unsere Rice-Sandwiches (Sandoichi – daher der Name) mit einer Vielfalt an hausgemachten Füllungen und Saucen, japanischen Kuchenspezialitäten sowie hochwertige Kaffees & Tees. Besonderen Wert legen wir auf den Verzicht von Zusatz- und Konservierungsstoffen.

Sandoichis sind inspiriert von japanischen Onigiris (Reisbällchen). Juuga kennt sie schon aus der Kindheit. Seine Mama hat ihm täglich für die Schulzeit eine Bentobox mit kleinen Sandoichis zusammengestellt.

Ein Japantrip im Jahr 2017 entfachte den initialen Funken. Inspiriert und begeistert von dem dortigen Angebot an Street-Food und aus der Leidenschaft heraus, gesund und japanisch zu kochen haben wir das Konzept entwickelt. Angepasst an den europäischen Markt, sind unsere Sandoichis deutlich größer als die japanische Variante. In etwa so groß wie ein Burger, kommen sie mit ausgefallenen kreativen Saucenkombination. Ebenfalls eher untypisch auf dem japanischen Markt.

Wir haben uns im März 2017 über eine gute Freundin kennen gelernt. Ziemlich schnell merkten wir, dass wir ähnliche Vorstellungen und Ziele hatten. Es dauerte nicht lange bis ein erstes Konzept entstand und im Juli 2017 haben wir entschlossen uns endgültig selbstständig zu machen.
Binnen vier Monaten haben wir ein Unternehmen gegründet, das Gesamtkonzept entwickelt inklusive der Rezepte, den Business- und Finanzplan vorbereitet, eine Location gefunden und das Startkapital organisiert.

Sando & Ichi Japan StreetFood sandoichiWelche Vision steckt hinter Sando & Ichi?
Sando & Ichi ist Teil einer Gesamtvision. Es stellt eine von vier Säulen der KOJO People dar. KOJO ist japanisch und bedeutet Fabrik oder Manufaktur. Es steht sinnbildlich für alles Schöpferische und Kreative. Die KOJO People erschaffen einen Raum, der Kreativität und Inspiration auf vielen Ebenen wahr werden lässt.

Die Vision ist es, in den Metropolen der Welt einen Ort zu schaffen, in dem Menschen unterschiedlichster Herkunft gemeinsam auf kulinarische, künstlerische und produktive Art und Weise kreativ werden. Wenn man sich das KOJO People als eine Gewerbefläche vorstellt, dann wird in ihr unsere Vision über vier Säulen zum Leben erwacht. Sando & Ichi bildet als kulinarische Anlaufstelle die Hauptsäule.

Außerdem vertreiben wir Design-Produkte aus verschiedenen Kategorien, wie Kunst, Home Deco und Fashion und verleihen damit jungen innovativen und nachhaltigen Designern ein (Offline-)Sprachrohr. Das KOJO People wird zum Veranstaltungsort für Events & Kreativ-Workshops. Firmenevents, kleinere Akkustiksessions oder Origami, Kalligraphie und Kochworkshops laden jeden Interessierten ein, zunächst unter Anleitung kreativ, zu werden.

Des Weiteren sind bei uns Co-Worker und Co-Learner herzlich willkommen. Wer in einer inspirierenden Umgebung produktiv werden möchte, findet hier einen schnellen WLAN-Zugang und genug Steckdosen, um den Tag zu überstehen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Das Gute an uns als Team ist, dass wir uns wirklich in jeder Hinsicht perfekt ergänzen. Jeder bei uns hat seine eigenen Expertisen, die er optimal einbringen kann, sodass wir glücklicherweise sehr gut voran gekommen sind und es nur wenige wirklich böse Überraschungen gab.

Mit die größte und sicherlich auch nervenaufreibendsten Herausforderungen war es, die deutsche Bürokratie und Gesetzmäßigkeiten kennen zu lernen, die für das Betreiben einer Gastronomie erforderlich sind. Gerade als Gastro-Neuling wirkt alles anfangs sehr erschlagend und man kann ins Zweifeln kommen, ob man alles richtig macht. Auch die damit verbundenen Behördengänge und Wartezeiten stellen einen auf eine Geduldsprobe. Da merkt man sehr schnell, weshalb Deutschland oft als undurchdringlicher Verwaltungsdschungel bezeichnet wird.

In Hamburg gibt es jedoch einige Anlaufstellen, die dabei helfen, diesen zu durchdringen. So ist beispielsweise die IHK ein kompetenter Ansprechpartner. Aber auch die hei (Hamburger Existenzgründerinitiative) hilft mit geförderten Gutscheinen für Beratungsangebote. Eine weitere sicherlich nicht zu verachtende Challenge ist die Suche nach einer geeigneten Location. Gerade in der Gastro gilt…Location Location Location. Der schönste und tollste Laden bringt nichts, wenn kein Mensch daran vorbei kommt. Daher kommen nur zentrale Lagen infrage, die, wie man sich denken kann, gerade in Hamburg alles andere als günstig sind.

Wir haben mit unserem jetzigen Store echt Glück gehabt. Wir befinden uns in der langen Reihe (4 Minuten vom HBF) im LAGERHAUS, einem gut frequentierten Einzelhandel für Home Deco und Geschenkartikel. Von außen etwas versteckt, aber dafür mitten im Eingangsbereich profitieren wir gerade als junge Marke mit einem neuen Foodkonzept von der Kundschaft des Einzelhandels.

Finanziert haben wir uns mithilfe von Eigen- und Fremdkapital. Das Fremdkapital ist ein Darlehen, welches wir mithilfe unseres Business- und Finanzplans im Rahmen des Hamburger Kredits erhalten haben.

Wer ist die Zielgruppe von Sando & Ichi?
Grundsätzlich lässt sich keine Altersklassifikation sagen, denn die Kunden, die wir bei uns haben sind bunt gemischt. Von 18 – 70 haben wir alles und auch regelmäßig dabei. Wir haben jedoch eine geplante Zielgruppe, die wir mit unserem Marketingkonzept auch explizit ansprechen wollen. Unser Kunde hat einen hohen Qualitätsanspruch, sowohl was das Essen, als auch den Service betrifft.

Er legt Wert auf leichte Kost mit transparenten Zutaten ohne Zusatz- und Konservierungsstoffe. Unser Kunde pflegt einen urbanen Lifestyle (Office-Worker aus der Umgebung, Anwohner für abends). Außerdem besitzt er eine Internetaffinität für social media. Ab und zu bestellt er bei Zeiten auch über diverse Lieferapps, falls es draußen mal nicht so schön ist oder die Zeit es nicht zu lässt.

Was findet der Kunde auf der Speisekarte?
Unsere Speisekarte umfasst aktuell vier verschiedene Sandoichis, die mit jeweils bis zu zwei von vier verschiedenen Saucen kombiniert werden können. Wir haben täglich wechselnde japanische Muffins und Kuchen. Unser japanese Cheesecake hinterlässt immer sehr viel Eindruck. Außerdem frisch aufgebrühte grüne Tees. Drei verschiedene und auch wechselnde Filterkaffees die Kunden individuell aufgebrüht werden runden das Angebot an Heißgetränken ab. Wer etwas Erfrischendes sucht, findet bei uns ausgefallene Limos, die nicht überall zu finden sind. Außerdem sind sie durch den im Vergleich zu den altbekannten Erfrischungsgetränken verringerten Zuckeranteil, deutlich bekömmlicher.

Wie ist das Feedback?
Das, was wir am meisten zu hören kriegen: „Es war mega lecker“. Das freut uns natürlich sehr und bestärkt uns, in dem was wir tun. Etwas ungewohnt: Es ist ein Fingerfood, welches sicherlich etwas Übung braucht, bis man für sich herausgefunden hat, wie man unsere Sandoichis am besten isst. Eigentlich ist es ganz einfach. Man hebt es mit beiden Händen an und beißt von der Seite rein. Zum Abbeißen hat sich die leichte Sägetechnik bewährt, um das Nori optimal zu trennen. Wir haben dafür extra ein Tutorial skizziert:

Sando & Ichi Japan StreetFood sandoichiSando & Ichi, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Aktuell nehmen wir am Deutschen Gastro-Gründerpreis 2018 teil und haben letzte Woche erfahren, dass wir in der Top 10 sind. Am 01.02.2018 müssen wir vor der Jury pitchen. Warum erzähle ich das? Dieser Pitch hat uns die Möglichkeit gegeben genau darüber nachzudenken. Aktuell nutzen wir unseren neuen Store (Eröffnung im Dezember 2017), um die Marke aufzubauen, die Rezepte und Prozesse agil zu optimieren und auf die Skalierung vorzubereiten. Bereits jetzt ist alles so aufgestellt, dass wir von einer zentralen Produktionsküche viele Filialen beliefern könnten.

Bis Ende diesen Jahres wollen wir ein KOJO People in Hamburg eröffnen und als großes Ziel binnen 5 Jahren zusätzlich in Berlin, Köln, Düsseldorf, Stuttgart und München die zentrale Anlaufstelle für japanisches Streetfood und Kreativität werden. Aber das ist natürlich noch Zukunftsmusik.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Sei optimistisch!
Wenn wir eine Sache gelernt haben, dann, dass alles immer gut wird. Das klingt vielleicht ein bisschen einfach oder naiv. Aber so schrecklich oder vernichtend eine Nachricht sein kann, rückblickend betrachtet haben diese Dinge Türen eröffnet, die zu etwas viel besserem geführt haben und sonst wahrscheinlich verborgen geblieben wären. Auch tendiert man dazu den Arbeitsaufwand zu unterschätzen, den ein eigenes Unternehmen mit sich bringt. Einfach weil man es als frischer Gründer auch nicht besser weiß. Erst nach und nach schleichen sich neue Aufgaben und Herausforderungen ein, die es zu meistern gilt. Hier hilft Optimismus ungemein immer am Ball zu bleiben. Denn wenn man von vorne rein schon wüsste, was alles auf einen zu kommt, dann läuft man Gefahr eventuell gar nicht erst zu beginnen. Und das ist das Aus für jede noch so gute Idee.

Sei konsistent und konsequent in dem was du tust!
Finde deine Linie, formuliere deine Ziele und führe sie auch aus. Das soll nicht heißen, dass man nicht agil sein soll und seine Ziele nicht ändern darf. Aber auch die agile Methode hat immer ein klares Ziel vor Augen. Die Entwicklung einer bestimmten App, Funktion oder was auch immer. Wichtig ist, dass man sich immer wieder bewusst wird, was die persönlichen und geschäftlichen Ziele sind (als Gründer vermischt sich das ganz schnell) und sie sich immer und immer wieder vor Augen führt.

So behält man den Fokus und bleibt auf dem richtigen Weg. Dies beeinflusst in direkter Weise alle kommenden Geschäftsaktivitäten und deren Ausgang. Denn Konsistenz und Konsequenz gibt nicht nur dir eine klare Linie, sondern auch allen Stakelholdern. Egal ob Kunden, Investoren oder Lieferanten. Wenn du eine klare Linie hast in dem was du tust und wie du es tust und genau weißt was du willst und wohin du willst, schaffst du immer Vertrauen und Transparenz. Und das ist ein maßgeblicher Faktor für den Erfolg eines Unternehmens.

Respekt
Respektiere deine Mitmenschen. Ein respektvoller Umgang ist der Grundstein einer erfolgreichen und nachhaltigen (Geschäfts-)Beziehung. Dabei ist es völlig irrelevant ob du diese Person oder das Unternehmen magst oder nicht. Wer jemand mit Respekt begegnet, wird auch respektvoll behandelt.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Juuga und Jamin für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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