Perfekt gibt es nicht!

Der Gründer von rudy games war in der StartUp Show 2 Minuten 2 Millionen wie es nach der Show weiterging erzählt er im Interview

Wie ist die Idee zu rudy games entstanden?
Schon als Kinder haben meine zwei Jugendfreunde, Gerti Kurzmann und Reini Kern, und ich gerne Spiele entwickelt. Ein eigenes Spiel in den Regalen zu sehen war immer schon ein Kindheitstraum. Die Idee zu rudy games ist, wie könnte es anders sein, bei einem gemeinsamen Spieleabend entstanden. Noch am selben Abend haben wir den Prototypen unseres ersten Spiels LEADERS entwickelt und getestet. Wir waren sofort Feuer und Flamme und nach einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne haben wir im Sommer 2013 gegründet.

Von der Idee bis zum Start was waren die größten Herausforderungen?
Ich muss gestehen wir hatten Anfangs einfach die Idee ein Spiel für unsere Freunde und uns zu machen und weniger den Wunsch ein Start-Up zu gründen. Business-Pläne, Finanzierung und Co spielten da gar keine Rolle. Es kommt aber irgendwann der Punkt wo man sich entscheiden muss, weiter ein Hobby-Projekt zu sein oder ein richtiges Unternehmen aufzubauen. Dieser Schritt und die damit verbundene Transformation war sicher eine der größten Herausforderungen in dieser Phase.

Welche Vision steckt hinter rudy games?
Die Vision hinter rudy games ist ganz einfach: Wir wollen coole Spiele entwickeln die vor allem richtig viel Spaß machen. Wenn wir dann von Spielern Fotos bekommen auf denen die Kids echte Freude mit unseren Spielen haben, dann ist das sehr erfüllend und vor allem auch eine riesen Motivation für uns.

Wer ist die Zielgruppe von rudy games?
Bei rudy games haben wir nicht die eine Zielgruppe, sondern erreichen je nach Spiel völlig unterschiedliche Gruppen. Während wir mit dem Strategiespiel LEADERS männliche Teenager und Erwachsene ansprechen, ist INTERACTION das Gesellschaftsspiel für Familien mit Kindern. Mittelfristig wollen wir bei rudy games Hybrid Spiele für alle Alters- und Interessengruppen anbieten.

Wie funktioniert rudy games?
Unsere hybrid Spiele kombinieren das Beste aus Analoger und Digitaler Spielewelt miteinander. Man sitzt gemeinsam bei einem Tisch zusammen, hat Spaß und hat dank der App ein völlig neues multimediales Spielerlebnis. Die Spieler profitieren von den Vorteilen der App wie etwa: Unpack & Play – Das heißt das Lesen einer langweiligen Spielanleitung entfällt. Mehr Begeisterung – Die App passt die Inhalte automatisch an Ort, Alter und Interessen jedes einzelnen Spielers an. Mehr Spaß – Durch regelmäßige Updates kommen immer wieder neue Fragen und Aufgaben in das Spiel.

Sie waren mit der rudy games in 2 Minuten 2 Millionen die Startup Show. Wie haben Sie sich auf die Show vorbereitet?
Die Show war für uns die Riesenchance unsere Spiele einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Zu Beginn stand daher die Überlegung wie wir die Sendezeit am besten nutzen und vor allem wie wir den Spielespaß auch für die Zuseher zuhause erlebbar machen. Gerade was den Pitch und die Fragen der Jury angeht hatten wir zum Glück die Unterstützung unserer bisherigen Investoren sowie ein spezielles Coaching von Karin Stöhr. Dann stand üben, üben, üben am Programm, vor der Familie, vor Freunden und am besten auch vor Menschen die überhaupt keinen Bezug zu uns hatten.
Natürlich ist man am Tag der Show aufgeregt da man nicht weiß was einen erwartet umso wichtiger ist meiner Meinung nach eine gute Vorbereitung.

Wie ist das Medien Echo nach der Show?
Das Medien Echo rund um die Show war enorm. Zum einen hat unser Vertriebspartner Spar am Tag der Show die Start-up Initiative „Young & Urban“ vorgestellt, idealerweise mit unserem Spiel als Pressefoto zum anderen waren wir selbst in quasi allen großen Österreichischen Tageszeitungen und in zahlrechen Spielefachmagazinen präsent. Die Ausstrahlung selbst feierten wir im Rahmen eines Public Viewings in der factory300 in Linz.

Wie ist das Feedback der Kunden nach dem Auftritt in der Startup Sendung 2 Minuten 2 Millionen? Wie hat sich die Nachfrage entwickelt?
Unsere Handys sind an den ersten Tagen wirklich heißt gelaufen und wir haben hunderte E-Mails erhalten. Zudem nahmen wir unmittelbar nach der Show am 4gamechangers Festival in Wien teil. Da kannten uns natürlich viele aus der Show und haben sich mit uns gefreut und manche wollten sogar ein Selfie mit uns machen. Das Feedback ist sehr positiv und gerade die bestehenden Kunden freuen sich mit uns auf neue Updates und neue Spiele.

Die Nachfrage speziell nach INTERACTION ist geradezu explodiert und katapultierte uns in den Amazon-Verkaufscharts unter die Top 20 in der Kategorie „Spielzeug (Gesamt)“. Darüber hinaus haben auch große Handelsketten bei uns angefragt, da laufen derzeit die Verhandlungen, wobei einen ganz großen Deal haben wir bereits unter Dach und Fach dazu darf ich allerdings noch nichts verraten.

Welchen Investor hatten Sie im Auge?
Wir haben von Anfang an klar gesagt, dass Heinrich Prokop mit Clever Clover und seinem internationalen Vertriebsnetzwerk unser Wunsch-Investor ist. Michael Altrichter hätte uns sicher auch mit seinem Know-How im Bereich der App-Entwicklung und -Vermarktung weiterhelfen können. Katharina Schneider konnten wir zu wenig einschätzen obwohl TV-Präsenz und Retail Unterstützung über Media Shop sicher sehr spannend gewesen wäre. Letztendlich haben wir uns sehr rasch für das Angebot von Heinrich Prokop und Clever Clover entschieden und sind nach wie vor überzeugt, dass dies die richtige Entscheidung gewesen ist.

Würden Sie anderen Startup Unternehmen die Teilnahme an der Sendung empfehlen?
Das kann man denke ich nicht pauschal beantworten und hängt von vielen Faktoren ab. Grundsätzlich bietet die Show eine Riesenchance das eigene Unternehmen bzw. Produkt einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Dieser Werbewert ist für ein Start-Up in der Regel anders nicht finanzierbar. Darüber hinaus hat man natürlich auch die Chance sich einen der Investoren zu angeln. Hier sollte man sich meiner Meinung nach im Vorfeld schon Gedanken machen welcher der Investoren zu einem passt und welchen Mehrwehrt dieser in die weitere Unternehmensentwicklung einbringen kann. Das Know-How und Netzwerk ist mittelfristig wesentlich wichtiger als der Cash-Anteil des Investments.
Was ich persönlich sehr an der Show schätze ist, dass mit den Gründern sehr fair umgegangen wird. Das Feedback ist immer konstruktiv und nie untergriffig.

rudy games, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Heuer geht der Weg definitiv nach England, der nächste große Markt den wir in Angriff nehmen möchten. Darüber hinaus wird es 2018 auch einige neue Spiele von uns geben. Mittelfristig ist unser Ziel ein internationaler Player am Spielemarkt zu werden und speziell in unserem Kernsegment den Hybrid Spielen wollen wir zum Innovationsleader aufsteigen.
Das Wichtigste für uns ist jedoch, dass wir auch in Zukunft gute Spiele entwickeln, die richtig viel Spaß machen.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Ich denke als Gründer ist es wichtig auch wirklich an seinen Traum zu glauben und den Mut zu haben etwas Neues auszuprobieren denn nur so kann man auch andere damit anstecken. Genau diese Anderen braucht es auch um ein starkes Team aufzubauen. Man muss nicht alles können, aber man muss seine Stärken und Schwächen kennen und sich mit jemanden zusammen tun der diese kompensieren kann. Auch mit dem besten Team gibt es immer wieder einmal Rückschläge, da ist es wichtig durchzuhalten und mitunter auch einmal einen Schritt zurück gehen, um offen für einen neuen Weg zu sein. Für uns war es sehr wichtig zu lernen „Perfekt gibt es nicht!“, je rascher wir unsere Spielideen beim Kunden haben, umso früher bekommen wir qualitatives Feedback zum Produkt und können so Fehler frühzeitig erkennen und gegensteuern.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Manfred Lamplmair für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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