Sprecht offen mit anderen über eure Idee

RTX21 tokenization as a service Immobilienplattform, auf der Eigentümer Immobilien entweder teilweise oder komplett an Investoren verkaufen können

Stellen Sie sich und RTX21 doch kurz unseren Lesern vor

Mein Name ist Ekaterina Bozoukova und ich bin Chief of Operations (COO) bei RTX21. Ich habe nach 4 Jahren Corporate Finance bei der Deutschen Bank 2 Unternehmen selbst gegründet – eines davon ist auch heute noch aktiv und bin vor knapp 2.5 Jahren als COO zu RTX21 gestoßen. Gemeinsam mit dem Gründerteam haben wir aus einer Idee das gemacht, was RTX21 heute ist. Das Proptech gestaltet den digitalen Handel mit fraktionalem Immobilieneigentum neu und möchte dies nicht nur vereinfachen, sondern für jeden zugänglich machen. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

David Ziper hatte als Immobilieninvestor oft die Anfrage aus seinem Umfeld, ob und wie man sich einfach sowie passiv an seinen Immobilieninvestments beteiligen kann. Kay Hofmann und Johannes Lucas haben mit ihm zusammen diese Idee weiterentwickelt und sie gründeten gemeinsam das Proptech RTX21. Kurz nach Gründung kamen Ekaterina Bozoukova als COO und Thomas Vorlaufer als CPO zum Kernteam dazu

Welche Vision steckt hinter RTX21?

Hinter RTX21 steckt die Vision, kurzfristig (semi-) professionellen, langfristig aber auch privaten Investoren die Möglichkeit zu bieten, sich an institutionellen Immobilieninvestitionen zu beteiligen. Ohne großen Aufwand in der Verwaltung, schnell und kosteneffizient kann man wirtschaftliches Eigentum an einer Einzelimmobilie erwerben und dieses später auf einem regulierten Sekundärmarkt auch handeln. So schafft man aus einem infungiblen ein fungibles Investitionsgut

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Das gesamte Startup ist bisher noch komplett von seinen Gründern gebootstrapped. Die größte Herausforderung für RTX21 spiegelt sich in der regulatorisch noch sehr neuen Landschaft für security token wider

Gemeinsam mit unserer Kanzlei Clifford Chance haben wir fast ein ganzes Jahr an einer passenden rechtlichen Struktur gefeilt, die den deutschen Regularien gerecht wird und womit Investoren somit sicher investieren können. Des Weiteren hat man es als Startup schwer ein neues Produkt am Markt zu etablieren. Wir sind auf die Hilfe von Partnern, aber auch Marktbegleitern sowie Regulatoren angewiesen die Ausbildungsarbeit für den security token Markt gemeinsam mit uns zu leisten

Wer ist die Zielgruppe von RTX21?

Die Zielgruppe sind einerseits Immobilieneigentümer, die ihre Immobilie (teilweise) verkaufen und andererseits institutionelle sowie private Investoren, die sich ihr eigenes Immobilienportfolio zusammenstellen möchten (Investitionsvolumen-unabhängig)

Wie funktioniert RTX21? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

RTX21 ist eine tokenization as a service Immobilienplattform, auf der Eigentümer ihre Immobilie entweder teilweise oder komplett an Investoren verkaufen können. Nach einem offiziellen KYC Prozess und der Eröffnung eines so genannten wallets, können Investoren auf der Plattform die fraktionalen Immobilienanteile des wirtschaftlichen Eigentums (security token) im Primärmarkt zeichnen oder später im Sekundärmarkt erwerben sowie handeln

Der Vorteil ist, dass man alle Vorteile von Immobilieneigentum genießt (regelmäßige Cash Flows, pro rata Partizipation an einem potenziellen Verkaufserlös) ohne selbst Arbeit mit der Immobilie zu haben, da es bereits einen Asset Manager gibt, der auch bestehen bleibt. Eigentümer hingegen können einen schnellen, einfachen und kostengünstigeren Weg einschlagen, ihre Immobilie – ohne Mittelsmänner sowie Notare – zu veräußern

Im Gegensatz zu anderen Anbietern, kauft RTX21 die Immobilien auf der Plattform nicht auf, sondern platziert diese nur für Eigentümer auf Einzel-Objektbasis aus (keine Fondsstruktur).Investoren erhalten keine feste, sondern eine variable Verzinsung, die regelmäßig ausgeschüttet wird und von der Performance der unterliegenden Immobilie abhängt

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Neben unserem eigentlichen Vertriebsweg reine Ausplatzierung von Immobilienanteilen vorzunehmen, haben wir zwei weitere Vertriebswege erarbeitet, die auch nach Corona für RTX21 relevant sein werden

Einerseits möchten wir Investoren, die eine Immobilie besitzen und an einen geschlossenen Kreis von Co-Investoren Anteile verkaufen möchten, anbieten dies über die RTX21 tokenization Struktur zu machen und andererseits möchten wir komplexe, kleinteilige Immobilieneigentumsstrukturen, wie es z.B. bei Erbengemeinschaften der Fall ist, die Möglichkeit bieten, einfach über smart contracts die Verfügung über das Eigentum ohne große externe Beraterkosten regeln zu können

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

RTX21 Immobilien Investoren
Ekaterina

Wir haben die Strategie von RTX21 jederzeit hinterfragt und erweitert und uns die Frage gestellt, wie wir für unsere Zielgruppe einen Mehrwert bieten können. Hieraus ergaben sich dann die zwei zusätzlichen Vertriebswege, die nun und auch zukünftig und nicht nur in der Krise verfolgt werden

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Eine Krise bedeutet immer auch eine Chance für Startups, etwas zu finden, dass anderen Menschen das Leben erleichtert. Besonders in Krisenzeiten setzen Immobilieneigentümer auf Flexibilität in ihrer Liquidität. Die Möglichkeit bei RTX21 auf der Plattform eine Immobilie auch nur teilweise zu verkaufen bietet genau ebendiese finanzielle Flexibilität – und das innerhalb weniger Wochen

RTX21, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In 5 Jahren sehen wir RTX21 als den one-stop-shop für die Immobilienwirtschaft. Die Plattform wird über Zeit inhaltlich sowie technisch erweitert, um alle vertikalen Bereiche der Immobilien Wertschöpfungskette (Versicherung, Finanzierung, Asset Manager Suche, etc.) auf ihr zentral abzudecken

Hierfür werden technische Schnittstellen genutzt, um Partner an der Plattform anzubinden (z.B. Börse, Bank etc.) .Unser Ziel ist es einen großen zwei-stelligen Mrd. EUR Betrag an Immobilienvolumen auf die Plattform zu bekommen, um eine maximale Anzahl an User und in diesem Bereich eine Monopolstellung zu erreichen

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben? 

Niemals zu schnell aufgeben, egal was das externe Umfeld einem sagt: man muss als Gründer immer dranbleiben und sich von Rückschlägen nicht unterkriegen lassen

Immer mit mehr Zeit und Geld als erwartet planen: selten passiert etwas in der Startupwelt schneller oder günstiger als zunächst angenommen

Netzwerk erweitern: der Austausch mit anderen Gründern und die Hilfsbereitschaft, die man sich gegenseitig entgegenbringt sind im Startup Bereich wahnsinnig wichtig. Oft entstehen wichtige Geschäftschancen, weil man zur richtigen Zeit am richtigen Ort war, um die richtige Person kennenzulernen. Also go out there und sprecht offen mit anderen über eure Idee – sie wird im Zweifel eher besser als kopiert!

Titelbild: Kay Hofmann

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Ekaterina Bozoukova für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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