Samstag, November 27, 2021

Sich nicht vom Gegenwind beeindrucken lassen

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Royal Wing Boomerangs Luxusboomerangs- echtes Goldpulver fürs Logo und die Flügel, Blattgoldflocken

Stellen Sie sich und das Startup Royal Wing Boomerangs doch kurz unseren Lesern vor ! 

Gerne, also ich bin 47 Jahre alt und komme Ursprünglich aus dem hohen Norden, bis ich bis zum heutigen Tag im schönen Hannover ansässig wurde. Angefangen hat alles vor ungefähr 35 Jahren, als ich das erste Mal in Kontakt mit Bumerangs kam. Sofort war ich wie „infiziert“ und probierte unzählige Modelle, von denen damals ein Großteil ( es waren viele Fehlkonstruktionen im Umlauf ) allerdings auch nicht zurückkam. Nach gewisser Zeit reizte es mich aber einfach mehr Bumerangs selber nachzubauen. Zuerst waren es Kopien, dann jedoch auch selbst kreierte Formen. Aus Kostengründen wurde allerdings minderwertiges Holz verwendet, sodaß nicht viele Bumerangs aus der Zeit „überlebt“ haben und zerbrochen sind. Mit den Jahren und mehr Erfahrung wurden die Bumerangs immer besser, hochwertiger sowie auch größer.

Damals wie heute ging es mir bei diesem Hobby allerdings nie um Wettkämpfe oder Rekorde, sondern einzig darum Spaß zu haben, Ruhe in der Natur, und sich als Ausgleich zur Arbeit etwas zu entspannen. Langweilig ist mir dabei jedenfalls noch nie geworden.

Royal Wing Boomerangs gibt sich allerdings nicht mit dem „Normalen“ zufrieden, sondern verfolgt einen völlig anderen Ansatz. Ein einzigartiges Konzept, verbunden mit wertvollen Materialien, edlem Design und viel Zubehör. Es gibt weltweit nichts Vergleichbares zu kaufen. Man sieht am Produkt, wieviel Zeit und Leidenschaft hier hineingesteckt wurde. Aktuell werden 10 verschiedene Modelle angeboten, aber in der Manufaktur für Luxusbumerangs sind viele weitere Ideen und Formen in Planung.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen ? 

Den Anstoss dazu gaben Zuschauer und Bekannte, welche mich beim Werfen gesehen haben. Manche klatschten sogar, viele blieben beim Spaziergang stehen und sahen zu, andere sprachen mich direkt an, ob ich welche verkaufen würde. Nicht wenige fragten mich auch, warum ich denn kein Geschäft daraus machen würde. Der Zuspruch und die Begeisterung sind schon ziemlich „ansteckend“ gewesen, weshalb zu dem Zeitpunkt tatsächlich der Gedanke zur Unternehmensgründung reifte. Ein weiterer Grund wäre natürlich der Traum von der Realisierung des Hobbys zum Beruf.

Welche Vision steckt hinter Royal Wing Boomerangs? 

Es hat mich noch nie richtig motiviert etwas zu tun, was andere bereits auf gleiche Weise getan haben. Warum sollte ich die gleichen Bumerangs bauen, welche man bereits überall kaufen kann ? Ziel und Anspruch liegen daher immer darin, etwas Einzigartiges zu kreieren. Das ist mit den Luxusbumerangs glaube ich ganz gut gelungen. Im Prinzip kann ich hierbei meine „kreative Ader“ voll zur Geltung kommen lassen, auch für das was in Zukunft noch kommen wird.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert? 

Da gab es auf jeden Fall mehr Herausforderungen als ich dachte und mir lieb waren. Andere Gründer sehe ich aufgrund dessen auch mittlerweile mit „anderen Augen“.  Viele unterschätzen den notwendigen Zeiteinsatz, die Höhe der Kosten und all die kleinen Stolpersteine. Nicht selten ging es einen Schritt vor und 2 zurück. Nur ein paar Beispiele.

Am Anfang hilft dir niemand, du stehst völlig alleine da. Freunde, Bekannte, ja selbst die eigene Familie ist skeptisch. Erst viel später kann man Zweifler überzeugen. Das war eine stark belastende und demotivierende Zeit. Aber ich habe trotzdem immer an meine Fähigkeiten und das Produkt geglaubt. Jetzt sind viele Stolz und beeindruckt vom Ergebnis. 

Das Budget ist klein gewesen, weshalb ich im Prinzip fast alles alleine machen musste. Teilweise habe ich wohl gleichzeitig für 3 gearbeitet ( neben meiner normalen Arbeit ), um das Projekt voranzutreiben. Ansonsten hätte ich bei der Investition sicher im 6stelligen Bereich gelegen, so sind es an die 40.000 EUR gewesen. Im Hinterkopf hatte ich auch immer so nebenbei am Projekt zu arbeiten, um ja keinen Kredit aufnehmen zu müssen. Auch wenn man an den Erfolg seines Projekts glaubt, stellen Schulden ein größeres und vermeidbares Risiko dar. Finanziert habe ich das Ganze also über einen Teil der Einnahmen meiner normalen Arbeit über einen längeren Zeitraum.

Die Produktentwicklung ist ebenfalls heftig. Da versteht man, warum beispielsweise ein neuentwickeltes Auto durchaus Milliarden kosten kann. Hinterher wird es immer Leute geben welche sagen, dass man das Produkt auch billiger machen kann. Dabei werden allerdings gerne die Entwicklungskosten vergessen. Unfassbar, wieviel Zeit und Geld sowas kostet. Da müssen 20 verschiedene Materialien ausprobiert werden, an kleinsten Details muss gefeilt werden, es gibt viele Fehlversuche, Rückschläge, … Insgesamt 4 Jahre hat es bei Royal Wing Boomerangs gedauert, bis Design und Materialien feststanden.

Aber wie gesagt, es gab so viele Herausforderungen. Alle hier aufzuführen würde den Rahmen sprengen.

Wer ist die Zielgruppe von Royal Wing Boomerangs? 

Diese hat sich gleich von Anfang an ergeben, denn die Vorzeichen für ein Unternehmen das Bumerangs produziert ist denkbar schlecht. Über die vielen Jahre habe ich unzählige Bumeranghersteller kommen und gehen gesehen. Kein Wunder, denn die Marge bei verkauften Exemplaren ist sehr gering. Wohingegen die Lebenskosten in Deutschland sehr hoch sind. Man sollte sich die Frage stellen, wieviel man hierzulande überhaupt verdienen muss, um normal oder gut leben zu können plus Produktionskosten.

Im Durchschnitt verdient ein normaler Arbeitnehmer in Deutschland knapp 4000 EUR ( 2020 ) = 48.000 EUR. Wenn man Selbständig ist, dann sollten es eher mindestens 4000 – 5000 EUR sein. Berücksichtigen sollte man natürlich auch all die Kosten, welche zusätzlich auftreten wie Produktionshalle, Versicherungen, Steuerberater, Designschutz, Investition für modernere Maschinen, Mitarbeiter, Firmenwagen, Krankheit, Urlaub, Marketing, …… Um es auf den Punkt zu bringen, ich halte und hielt es für Unmöglich so viel normale Bumerangs zu verkaufen, damit sich die Sache am Ende lohnt. Vor allem ist die Konkurrenz auch aus dem Ausland sehr hoch.

Luxusbumerangs hingegen zielen auf eine andere Zielgruppe, nämlich vermögende Menschen. Davon gibt es nicht wenige, allein weltweit gibt es über 25 Millionen Millionäre. Darunter werden auch viele Bumeranginteressierte sein, welche für Luxus, Einzigartigkeit, Qualität, gutes Design und eine „Marke“ bereits sind mehr Geld auszugeben.

Was ist das Besondere an den Produkten? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern? 

Mit normalen Bumerangs haben diese nur noch wenig zu tun, was so ein wenig auch der Unternehmensname verdeutlicht. Royal Wing bedeutet übersetzt Königsflügel. Vorbild sind demnach Adler, die „Könige der Lüfte“, weswegen im Logo auch Adlerflügel zu sehen sind. Zum Vergleich, normale Bumerangs wiegen um die 30 Gramm und haben eine Spannweite von vielleicht 35cm. Royal Wing Boomerangs hingegen können bis zu 150 Gramm wiegen, und eine Spannweite von bis zu 57cm besitzen. Das klassifiziert sie eindeutig als Sportgerät für Erwachsene und nicht Kinderspielzeug.

Ein weiterer Unterschied liegt im Material, denn nur das Beste und Edelste kommt zum Einsatz. Echtes Goldpulver für Logo und Flügel, Blattgoldflocken auf der Rückseite, viele mit echtem Gold vergoldete Metallteile, Naturleder für die Transporttasche, selbst entwickelte Juwelenhalter, wertvolle Edelsteine, massiver Spezialrahmen, ein schwarzer Hauptbumerang und ein Trainingsbumerang ( falls man Angst hat den wertvollen Bumerang zu werfen ) der auf der Rückseite befestigt ist. Darüberhinaus gibt es viel Zubehör wie Reinigungstuch, Schraubendreher, Montagematerial, … Überall gibt es viele kleine Details, welche ebenfalls den höheren Preis rechtfertigen. Schauen Sie doch einfach mal auf unserer Homepage vorbei.

Vorteile gibt es viele. Beispielsweise sind schwerere Bumerangs nicht so windanfällig. Aktuell kann man aus 10 verschiedenen Formen wählen, welche alle unterschiedliche Eigenschaften besitzen. Bumerangs für Anfänger und welche für Fortgeschrittene oder Experten. Am Ende sind es natürlich nur Bumerangs, eine Fanggarantie haben natürlich auch Luxusbumerangs nicht. Übung macht den Meister. 

Vorteilhaft ist allerdings auch die flexible Nutzungsweise, denn man kann sie auch als noble Wanddekoration verwenden. Als Sammelobjekt, Geschenk, als Preis, für Marketingzwecke, Kunstwerk, Geldanlage, …

Aufgrund dieses Konzepts haben wir ganz andere Möglichkeiten. Man ist nicht so getrieben in Massen zu verkaufen, sondern hat mehr Zeit für Details, aufwendigere Formen, nie dagewesene Ideen zu verwirklichen und voll auf Qualität zu setzen.

Royal Wing Boomerangs, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? 

Ziel ist es zu einem größeren Unternehmen zu werden, wo jeder sich auf seine Kernkompetenzen konzentrieren kann. Auf diese Weise würde man die Qualität noch weiter steigern können. Beispielsweise durch einen Lackierer, Goldschmied, Verkäufer, usw. Möglich kann das allerdings nur durch weltweiten Verkauf der Luxusbumerangs werden, was hohe Marketingkosten zur Folge hat. Man kann sich langsam selbst hocharbeiten, oder verbündet sich eventuell mit einem Investor. Dieser hat dann die notwendigen Verbindungen und das „Kleingeld“, um das Unternehmen zu skalieren. Ob im Alleingang oder mit Unterstützern, das Ziel wird nicht aus den Augen gelassen. Entweder es dauert länger, oder man fährt im Rennwagentempo.

In 5 Jahren hoffe ich für eine Marke zu stehen, welche genauso ein Begriff wie z.B. Rolex wäre. Die man mit Qualität, Luxus und Kreativität verbindet. Außerdem möchte ich die Gelegenheit bekommen, auch all die anderen spektakulären Ideen und Formen umzusetzen. Es ist noch so viel mehr möglich.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?


1. Machen Sie etwas, was vorher noch keiner gemacht hat. Das Produkt sollte besser, schöner, spektakulärer sein. Nur wenn man sich positiv hervorhebt, wird einem die Aufmerksamkeit sicher sein. Außerdem kann man natürlich höhere Preise verlangen.

2. Versuchen Sie die Kosten  zu minimieren, um den Gewinn zu vergrößern. Durch Vergleiche kann man sehr viel Geld einsparen, zum Beispiel Teilefertigung im Ausland, höhere Stückzahlen einkaufen, Produktionshalle kaufen statt mieten, Solarmodule auf dem Dach, …

3. Sich nicht vom „Gegenwind“ beeindrucken lassen. Es gibt viele Zweifler, Pessimisten, Stolpersteine, Rückschläge, usw., die einen an den Rand der Verzweiflung bringen können. Trotzdem sollte man seinen Weg weiter verfolgen, und hart an seinem Glück feilen. Erfolg wird einem nicht geschenkt, sondern man muss es sich erarbeiten.

Ok, es sind jetzt doch 4 geworden. Ein Punkt wird gerne vernachlässigt. Was nützt das beste Produkt, wenn es niemand kennt ? Man sollte deshalb viel Zeit und Geld auch für das Marketing einplanen. Sowohl als Startup, als auch bei der Kalkulation des Verkaufspreises. Ob Messe, Werbespot, Suchmaschinenoptimierung oder Influencer, glauben Sie Roger Federer würde für ein paar Euro Rolex Uhren tragen ? Gerade bei Luxusprodukten werden hohe Beträge für PR ausgegeben. Dazu zählen sicher auch Royal Wing Boomerangs. 

Wir bedanken uns bei Marco Saß für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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