Roland Voß: Man darf das Ziel, die Vision nicht aus den Augen verlieren

Roland Voß Gründungs- und KMU-Berater im Interview

Welche Fehler sollte ich als Gründer vermeiden?
Roland Voß: Es sollte unbedingt vermieden werden um jeden Preis zu gründen, um z. Bsp. aus der Arbeitslosigkeit zu entfliehen. Sicher ist eine Selbstständigkeit während der Arbeitslosigkeit immer ein Thema und kann auch durchaus die Initialzündung sein. Letztendlich sollte die Geschäftsidee eine Herzensangelegenheit sein.

Was sind die wichtigsten Tools für Gründer?
Roland Voß: Das aus meiner Sicht stärkste Tool ist die Vision. Was will ich als Gründer erreichen? Was will ich bewegen? Ist das Ziel meine Nachbarn und Freunde mit einem teuren Auto zu beeindrucken oder will ich meine Kunden eine gute Dienstleitung bzw. ein zuverlässiges Produkt anbieten? Will ich als Gründer die Welt mit meiner Geschäftsidee verbessern?
Ein weiteres, wichtiges Tool ist die Kommunikation. Der Austausch mit Freunden, in Netzwerken, eben überall. Dadurch erhält der Gründer wichtigen Input, den er in all seine Überlegung einbeziehen kann.
Zu den notwendigen Werkzeugen gehören die Notizen, egal in welcher Form. Ob mit Stift und Papier oder digital auf dem SMART-Phone. Jede Idee, jeder Gedanke will notiert werden, so entstehen neue Ideen und Überlegungen. Diese bringen die Geschäftsidee voran.

Warum sollte ich einen Gründercoach zurate ziehen?
Roland Voß: Mein Bestreben als Berater ist es, das meine Kunden nachhaltig und so zukunftsorientiert gründen. Ich zeige Risiken und Chancen auf und bin gut vernetzt, so dass meine Kunden automatisch Teil dieses Netzwerkes werden. So werden meine Kunden in ein Netzwerk eingebunden und profitieren davon.
Durch mich erhält der Kunde eine Reflexion seines Vorhabens, seiner Ideen und Notizen, dadurch werden Entscheidungen und Meilensteine neu bedacht.
Ich prüfe unabhängig das Gründungsvorhaben, führe Berechnungen durch und steuere so in der Gründungsphase wichtige Erkenntnisse zum Geschäftsvorhaben bei.
Als zusätzliche Aufgabe spüre ich Schwachstellen und Unbedachtes auf.
Gründen ist wie eine Schiffsreise und ich bin der benötigte Lotse auf dieser Reise.

Wie wichtig ist der Business Plan?
Roland Voß: Der Business-Plan ist ein unumgängliches Muss für jeden Gründer. Hier werden die oben beschriebenen Ideen und Gedanken in Zahlen gefasst und die Umsetzung beschrieben. Der Business-Plan ist der aktuelle Stand des Gründungsvorhabens und somit immer nur eine Momentaufnahme. Eine Gründung ist sehr dynamisch und daher muss der Business-Plan gegebenenfalls während der Gründung angepasst werden.
Der Business-Plan ist die Roadmap, die Schatzkarte der Gründung, und muss natürlich auch nach der Gründung regelmäßig aktualisiert werden. Auch hier bin ich ein wichtiger Ansprechpartner.

Was sind die größten Fehler die Gründer immer wieder machen?
Roland Voß: Da fällt mir als erster Satz ein: „Schuster bleib bei deinen Leisten“ –
Man darf das Ziel, die Vision nicht aus den Augen verlieren. Mit der Gründung fängt die Arbeit an gesteckte Ziele zu erreichen. Man muss sich kleine, realistische Ziele setzen und diese konsequent verfolgen.
Ein weiterer Fehler ist das „Selbermachen“, für die Dinge, die man nicht kann, gibt es Spezialisten. Ich bin z. Bsp. Geprüfter Technischer Betriebswirt, vom Programmieren einer Internetseite habe ich keine Ahnung, also gebe ich das an eine Agentur die sich darauf spezialisiert hat. Die Optimierung von Suchmaschinen-Einträgen könnte ich mir vielleicht anlesen aber lieber gebe ich auch das an eine Agentur. Die so entstandene Zeit nutze ich zur intensiven Vorbereitung z. B. für Präsentationen und Vorträge.
Ein Fehler ist auch das Thema Diversifikation. Die viel zu frühe Ausweitung auf Geschäftsfelder, die zwar an die Geschäftstätigkeiten angrenzen aber nicht direkt im Zusammenhang mit dem Kerngeschäft stehen. Das führt auf Kundenseite zu Verwirrung und kostet Authentizität.

Wie sollte ich mich auf einen Elevator Pitch vorbereiten?
Roland Voß: Mit Computer, Drucker, Stoppuhr und Smartphone.
Den Text verfassen und ausdrucken, danach sollte man die Zeit für das Vorlesen mit der Stoppuhr messen. Am besten nimmt man mit dem Handy einmal die Präsentation auf. Diese sollte dann kritisch optimiert werden.
Schnell wird man feststellen, dass zu schnell gelesen oder gesprochen wird. Eventuell ist die Betonung abhanden gekommen. Mein Tipp:
Langsam und ruhig präsentieren (vor)lesen, kurze Sätze bilden, klares und kurzes Storyboard. Dabei sollten die drei folgenden Fragen beantwortet werden:
Warum? Was wäre wenn? Wie? – zum Beispiel so: Warum … mache ich das? – meine Mission. Was wäre wenn … Sie mein Kunde wären? – Problemlösung. Wie … profitieren Sie als Kunde von meiner Leistung? – Alleinstellungsmerkmal. Dabei muss jeder die WARUM? -WAS WÄRE WENN? -WIE? -Frage für sich individuell erarbeiten. Der Elevator-Pitch sollte dann auch nicht länger als 20 bis 30 Sekunden dauern.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Roland Voß für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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