Geht nicht – gibt’s nicht!

Rock Our Kitchen: neuartiges und kreatives Salat und Pizza Erlebnis

Wie ist die Idee zu Rock Our Kitchen entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
John und ich kennen uns aus der Krabbelgruppe als wir kaum 1 Jahr alt waren. Im Kindergarten hatten wir bereits die Idee,gemeinsam eine Würstchenbude zu eröffnen weil dort immer was los war und wir Würstchen gerne mochten. Von diesem Ursprung haben wir uns zwar entfernt, aber auch in unseren eher klassischen Berufen Bank und Beratung immer wieder Ideen gehabt, die wir konzipiert, gechallengt und z.T. aus beruflichen Gründen nicht weiter verfolgt haben. In unseren Berufen haben wir beide festgestellt, dass es kulinarisch in vielen Städten in denen wir waren, noch nicht genau das gab, worauf wir Lust gehabt hätten. Oft war es zu teuer, zu ungesund, zu ungemütlich bzw. einer der uns wichtigen Faktoren stimmte nicht. Da haben wir insofern noch Potential gesehen und von einem Restaurant geträumt, wo wir sowohl mittags als auch abends gerne sein möchten.

Wir haben den Trend Burger-Revolution beobachtet, uns die Gerichte angesehen, die wir am liebsten mögen und das als Ausgangsbasis genommen. Salate und Pizza neu interpretieren, frischen Wind reinbringen und damit die beiden Produkte weiterentwickeln. Das stand am Anfang der Idee. Daneben ist ein wichtiges Element bei uns das Thema Wein. Wir haben uns geärgert das es eine große Weinauswahl leider in den meisten Fällen nur in der Sternegastronomie gibt, aber warum kann ich nicht auch gerade zu einem guten Essen für unter 10 Euro einen top Wein trinken. Aus diesen Elementen ist Rock Our Kitchen durch John und mich mit viel Herzblut, akribischer Recherche, Branchenerfahrungen, sehr viel Essen, kochen und Reisen entstanden.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung war für uns die Suche nach einer geeigneten Fläche für unser Restaurant. Im Moment herrscht ein regelrechter Anbietermarkt und viele Flächen sind dementsprechend „fair“ bepreist. In der Konkurrenz mit gehobenen Retail hat man leider das Nachsehen, weil diese höhere Mieten durch geringere Investitionen und höhere Margen zahlen können. Außerdem ist die Nachfrage nach Gastro-Immobilien zurzeit sehr hoch, insbesondere auch durch viele große Player dominiert. Also war es als junges -noch unbekanntes- Startup die Kunst, eine anständige Mikrolage mit Potenzial in einer sehr guten Makrolage zu finden und auch für uns zu entscheiden. Viele Eigentümer waren von unserem Konzept total angetan, was uns natürlich gefreut hat. Aber selbst dann, sind insbesondere die institutionellen Eigentümer teilweise bei Startups ohne track-record etwas zurückhaltender.
Finanziert haben wir uns durch Selbsterspartes, ein paar Investoren und ein Gründerdarlehen der KfW.

Wer ist die Zielgruppe von Rock our Kitchen?
Rock Our Kitchen soll ein breites Publikum ansprechen und das tut es auch jetzt schon. Unter der Woche Mittags kommen viele Business Kunden mit tendenziell wenig Zeit. Am Abend sind es kleine Gruppen, Paare und die den Feierabend einläuten möchten und dann auch extra für das ROK Erlebnis in die Stadt kommen. Am Wochenende nachmittags sind es Familien, Touristen und sogar ältere Leute die mal etwas Neues ausprobieren wollen und viel Freude daran haben. Am Freitag- und Samstagabend trifft sich bei uns dann mittlerweile auch das Hamburger Szenepublikum. Diese Mischung gefällt uns sehr gut, unsere Kernzielgruppe hat ein Alter von 25-35, ist eher Single, mittleres Einkommen hat einen Sinn für spannende, frische und hochwertige Kulinarik, Design und Genuss.

Was macht Rock Our Kitchen so einzigartig?
Bei ROK gibt es viele kulinarische Kreationen, die ein Großteil unserer Gäste wahrscheinlich noch nie gegessen hat. Wir haben die Gerichte aber nicht nur anders gemacht um des Andersseins Willen, sondern weil es so viele tolle Kombinationen und Interpretationsmöglichkeiten der klassischen Pizza gibt, dass es ein Frevel wäre hier nicht durchzustarten. Anders gesagt, Salat und Pizza gibt es ja eigentlich überall, aber nur selten so frisch, ausgefallen und dennoch harmonisch kombiniert wie bei ROK. Da kombiniert mit unserer handverlesenen Auswahl an weit über 70 verschiedenen Weinen und den persönlichen Kontakt zu vielen Winzern, die uns zu einer Weinbar macht, die wir so auch noch nicht gesehen haben – etwas für jeden Geschmack und Geldbeutel und das ohne beliebig zu sein! Unser Ziel ist es, das der Gast die kostbare Mittagszeit mit dem Essen verbringt und nicht mit Anstehen in Schlangen, daher arbeiten wir neben unserem bestehenden technischen und prozessualen Streamlining zu dem an einem Online-Bestellsystem, das in Kürze live gehen wird.

Welche Gerichte gibt es bei Rock our Kitchen?
Bei ROK gibt es jeweils 7 Signature Salat- und Pizzakreationen die wir den Gästen vorschlagen und womit wir sie kulinarisch hinterm Ofen hervorlocken wollen. Bei uns ist der Name aber auch Programm und unsere Gäste können sich ihren Salat oder Pizza auch selber zusammenstellen. Damit ist der kulinarischen Kreativität praktisch keine Grenze gesetzt und von klassischer Salami Pizza bis hin zu den ausgefallensten Kombinationen kann man sich alles selbst zusammenstellen lassen. Zusätzlich bieten wir eine frische daily soup und frisch gebackenes Pizzabrot mit verschiedenen Dips an. Abgerundet wird das Menu von unseren süßen Versuchungen von der Pizza, die super zum Teilen sind und sich großer Beliebtheit erfreuen!

Rock our Kitchen Pizza Salat
Fotograf Nikolai Buroh

Wie ist das Feedback?
Das Feedback ist bisher sehr positiv was uns täglich überaus freut, einbisschen stolz macht und auch uns genauso wie unser Team motiviert, weiterhin Vollgas zu geben. Das ist ja das Schöne an der Gastronomie, man bekommt ein direktes Feedback und ist in ständiger Interaktion mit den Gästen. So haben wir schon jetzt extrem viele Stammkunden sowohl mittags als auch Abends. Einige Kunden vermissen die klassischen Pizzen auf unserer Speisekarte. Mit der Erläuterung, dass man sich diese auch gerne zusammenstellen kann, wir aber auf unserer Karte unsere Neukreationen fokussieren, sind dieses dann aber auch zufrieden. Etwas Erklärungsarbeit gibt es hier und da manchmal bei unserem Bestellsystem, bei dem man ja direkt in der Küche sein Essen zusammenstellen kann und wir im kompletten Küchenbereich das Bargeldhandling zum Empfangs/Kassentresen am Eingang ausgelagert haben. Aber auch das ist schnell erklärt.

Rock Our Kitchen, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir wollen im ersten ROK Jahr erstmal dafür sorgen, dass das erste Baby laufen, sprechen und noch vieles mehr perfekt lernt. Hier ist es Ziel, unsere Prozesshandbücher zu überarbeiten, die learnings der Pilotierung einzuarbeiten und Kundenwünsche noch schneller umzusetzen. Ganz konkret bedeutet das, die Nachbestellungen direkt am Tisch endlich in unser System zu integrieren, wie anfangs bereits geplant und das online Vorbestellen zu aktivieren.
In den nächsten 5 Jahren würden wir gerne noch das eine oder andere Rock Our Kitchen Restaurant eröffnen um auch Gästen in anderen Teilen Deutschlands mit dem ROK Fieber anzustecken indem wir sie mit unseren ausgefallenen Gerichten begeistern.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
– Geht nicht – gibt’s nicht!
Viele Experten erzählen einem dem ganzen Tag was alles nicht geht, einfach ausprobieren und wenn man feststellt es wird nicht angenommen, kann man esimmer noch anpassen. Wenn man alles so macht wie es viele Leute Empfehlen ist man am Ende genauso wie alle anderen. Daher ist ein Festhalten an der eigenen Vision aus unserer Sicht der bessere Weg.

– Sich selbst hinterfragen ist erlaubt!
Wenn man davon überzeugt ist, die eigene Idee oder das entwickelte Konzept anzupassen, dann sollte man das machen – egal zu welchem Zeitpunkt! Jedes Thema darf immer wieder kritisch hinterfragt und ggf. angepasst werden.Entscheidungen sollten sinnvoll, aber auch nicht zu lange abgewogen werden und im Endeffekt immer zum Wohle des Business getroffen werden.

– Team ist Trumpf! Bei der Wahl des Businesspartners ist es aus unserer Sicht neben Fähigkeiten, die sich ergänzen sollten, essentiell wichtig, dass man menschlich gut zusammen arbeiten kann. Man verbringt zeitweise mehr Zeit mit dem Geschäftspartner als mit dem Lebenspartner und erlebt viele Herausforderungen gemeinsam. Das kann man nur meistern, wenn die Chemie stimmt!

Titelbild: Rechtehinweis whats-cooking.com Chiara Cigliutti

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Wir bedanken uns bei Nicolas Sievers für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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