Dienstag, November 30, 2021

Risiken für Start-ups minimieren: Tipps gegen Niederlagen und Scheitern

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Die Gründung eines Start-ups ist Chance und Risiko zugleich. Neben den finanziellen Aspekten spielen Personalplanung, Projekt-Umsetzung und Marketing eine wichtige Rolle beim Erfolg. 

Pro Jahr werden in Deutschland rund 2.500 Start-ups ins Leben gerufen. Nicht zu verwechseln ist dies mit allgemeinen Unternehmensgründungen. Als Start-up gelten Unternehmen, die eine innovative Geschäftsidee haben und mit einem geringen Kapital an den Start gehen. Dabei wird davon ausgegangen, dass ihr Wachstumspotenzial besonders hoch ist. Mindestens ebenso hoch sind jedoch auch die Risiken. Diese lassen sich in der Branche allerdings gut minimieren. 

Am Anfang stehen die Idee und positive Gedanken 

Die Branche der Start-ups ist immer in Bewegung und geprägt von positiven Gedanken und innovativen Ideen. Dabei ist vielen Gründern nicht bewusst, dass es elf von 12 Start-ups nicht über die Zeit von drei Jahren schaffen. Die Gründe dafür sind vielseitig und nicht immer nur finanzieller Natur. 

Getragen von der eigenen Idee und dem Glauben daran, dass sie ein hohes Wachstumspotenzial hat, werden die Risiken nicht von Beginn an nach Möglichkeiten reduziert. Dabei gibt es verschiedene Optionen der Vorbereitung und Absicherung, die Risiken minimieren können. 

#1 Die Auswahl der Schlüsselpersonen


Die Personalplanung hat eine relevante Bedeutung für den Erfolg eines Start-ups. Die Basis bilden die Schlüsselpersonen. Für die Gründung eines Unternehmens finden sich häufig mehrere Personen zusammen. Erfahrungen im geplanten Produktbereich, der finanziellen Planung und auch der Umsetzung der Projekte werden meist nicht durch eine Person abgedeckt. Einer der Gründe für ein schnelles Scheitern ist, dass wichtige Schlüsselpersonen das Unternehmen früh wieder verlassen. Eine Absicherung kann beispielsweise durch vertragliche Vereinbarungen erfolgen, die durch einen Rechtsbeistand geprüft werden sollten. 

#2 Die Auswahl der Lieferanten

Bei der Planung und Umsetzung der Herstellung von Produkten sind Start-ups auf verlässliche Lieferanten angewiesen. Dass die Finanzen jedoch gerade in der Anfangszeit überschaubar sind, stehen oft die Kosten bei der Auswahl im Fokus. Dies ist einer der häufigsten Fehler. Für die Risikominimierung gelten zwei Punkte: 

  • Wie ist die Marktstellung der Lieferanten? 
  • Begeben wir uns in eine Abhängigkeit? 

Wer sich mit seinem Unternehmen bereits zu Beginn in eine Abhängigkeit begibt und keine Ausweichmöglichkeit hat, bei der eine ebenso gute Qualität gewährleistet wird, geht ein sehr hohes Risiko ein. Für eine Absicherung lässt sich sorgen, wenn Zulieferungen von mehreren Lieferanten bezogen werden. Auch hier sind geprüfte Verträge eine wichtige Grundlage. 

#3 Unvorhergesehene Entwicklungen

Der Businessplan ist bei Start-ups für die ersten Jahre die Orientierung. Hier werden die Planungen und Erwartungen festgehalten und nicht selten auch sehr optimiert gedacht. Auch das ist ein relevanter Fehler. Gerade unvorhergesehene Entwicklungen sollten beachtet werden. Ein Thema ist in diesem Zusammenhang die Liquidität. Nicht eingeplante Kosten sorgen für Verbindlichkeiten, die sich auf die Stabilität des Unternehmens auswirken. Wie kann hier eine Absicherung getroffen werden? Dabei sind die folgenden Aspekte zu beachten: 

  • Marketing
  • Entwicklungen 
  • Technische Ausfälle 
  • Rechtsfälle 

Eine der Möglichkeiten für eine Absicherung ist der Abschluss einer umfassenden Versicherung. Dabei sollte keine Überversicherung stattfinden. Eine objektive Beratung durch einen nicht gebundenen Versicherungsmakler ist optimal geeignet. Ungeplante Entwicklungen betreffen aber nicht allein das Unternehmen. Mit der Firmengründung gehen zahlreiche Belastungen einher, die Gründer körperlich und psychisch fordern – und das hat zuallererst persönliche Konsequenzen.

Manches Start-up scheitert daher gar nicht an finanziellen Fehlplanungen, sondern an den Grenzen der Belastbarkeit: Psychische Erkrankungen (wie Stress, Depressionen oder Burn-Out) und Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates gehören zu den häufigsten Gründen für Berufsunfähigkeit. Bei unzureichender Vorsorge drohen erhebliche finanzielle Einbußen – zumal eine Unfallversicherung ein krankheitsbedingtes Ausscheiden aus dem Berufsleben nicht abdeckt. Auch für Firmengründer ist es deshalb zur eigenen Absicherung wichtig, sich frühzeitig über sinnvolle Alternativen für solche Fälle zu informieren.

Eine der Möglichkeiten für eine Absicherung ist der Abschluss einer umfassenden Versicherung. Dabei sollte keine Überversicherung stattfinden. Eine objektive Beratung durch einen nicht gebundenen Versicherungsmakler ist optimal geeignet. 

#4 Die Abfrage des Marktes

Die eigene Überzeugung für eine Idee ist noch lange nicht ausreichend, um mit einem Unternehmen auch Erfolg zu haben. Genau diese Überzeugung treibt jedoch viele Gründer eines Start-ups an und sorgt dafür, dass das Unternehmen ins Leben gerufen wird. Die Begeisterung von weiteren Schlüsselpersonen, die für die Gründung relevant sind, scheint ein ausreichender Hinweis dafür zu sein, dass es auch Interesse am Markt gibt. Genau dies ist jedoch der Denkfehler, der ein Scheitern nach sich ziehen kann. 

Eine der wichtigsten Grundlagen für die Gründung eines Start-ups ist die Abfrage des Marktes. Diese sollte vor der Investition von Kapital in das Start-up erfolgen und bei verschiedenen Zielgruppen durchgeführt werden. 

#5 Verzicht auf den Steuerberater

Vor allem in der Anfangsphase eines Start-ups führen Einsparungen häufig dazu, dass Arbeiten selbst übernommen werden, für die nicht ausreichende Kompetenzen vorliegen. Das führt zu Fehlern, die ein Scheitern herbeiführen können. Spezialisierte Experten aus dem Steuerrecht sind in der Lage, Herausforderungen oder Schwierigkeiten schnell zu erkennen, Beratungen zu möglichen Unterstützungen zu geben und die Konzentration auf das Kerngeschäft zu ermöglichen. 

Die Durchführung der Risikoidentifikation 

Risiken können zu Chancen werden. Dies gilt allerdings nur dann, wenn sie auch rechtzeitig erkannt werden. Hier ist die Durchführung von verschiedenen Maßnahmen empfehlenswert: 

Brainstorming mit den Schlüsselpersonen

In regelmäßigen Sitzungen mit den Schlüsselpersonen des Unternehmens wird ein Brainstorming durchgeführt. Wichtig ist die klare Unterteilung in Kategorien sowie deren Bearbeitung. Die Teilnehmer geben an, welche möglichen Risiken sie sehen. Hierbei sollten alle Angaben beachtet werden. Durch die Betrachtung der Risiken von allen Seiten besteht die Chance, diese schnell zu erkennen und optimierte Lösungen zu finden. 

Befragung der Mitarbeiter

Neben den Schlüsselpersonen haben vor allem die Mitarbeiter einen Blick auf die Entwicklungen in den einzelnen Bereichen eines Start-ups. Viele Unternehmen profitieren davon, regelmäßig Befragungen der Mitarbeiter durchzuführen und auf diese Risiken zu erkennen. Die Befragungen können anonym durchgeführt werden. Dies hat den Vorteil, dass durch die Mitarbeiter offen über mögliche Missstände gesprochen wird. 

Pflege von Listen für Risiken

Die sogenannten Risikolisten können in einem Unternehmen einen schnellen Überblick über bestehende Problematiken oder Eventualitäten bieten. Dabei ist es relevant, dass jeder im Unternehmen auf die Liste zugreifen und diese auch anpassen kann. Durch eine regelmäßige Kontrolle der Vermerke wird eine Basis für eine Reduzierung der Risiken gelegt. Dies kann Niederlagen vorbeugen. 

Veränderungen nicht nur positiv betrachten

Veränderungen innerhalb eines Unternehmens lassen sich nicht verhindern und sind wichtig für das Wachstum. Dabei wird oft nur die positive Seite gesehen. Es sollte immer ein Betrachter abgestellt werden, der eine kritische Position einnimmt und sich Gedanken darüber macht, wo die möglichen Risiken bei der Veränderung liegen. Dies kann technische Systeme betreffen, Anpassungen von Produkten oder auch die Öffnung oder Schließung von Abteilungen. 

Schadensfälle ausreichend analysieren

Nicht alle Risiken lassen sich vorhersehen und dadurch rechtzeitig ablenken. Es kann auch bei einem gut geplanten und abgesicherten Start-up zu Schadensfällen kommen. Wichtig ist dabei der Umgang mit diesen Fällen. Eine fundierte Schadensfallanalyse hilft zu erkennen, wie der Fall eintreten konnte und wie sich präventiv vorbeugen lässt. 

Nicht jede Variante der Risikominimierung ist auch für jedes Unternehmen geeignet. Die einzelnen Optionen zeigen jedoch auf, wie wichtig die regelmäßige Kontrolle möglicher Fallstricke ist, um dauerhaft Risiken und Niederlagen von einem Unternehmen abwenden zu können. 

Fazit: Das Risikomanagement in Start-ups ist ein bunter Blumenstrauß

Um ein Scheitern mit dem eigenen Start-up zu verhindern, ist ein Risikomanagement unumgänglich. Dieses beginnt bereits vor der Gründung und wird auch nach dem erfolgreichen Start weitergeführt. Es ist geprägt von einer Zusammenarbeit der Mitarbeiter, Offenheit bei kritischen Punkten sowie einer objektiven Sicht auf die einzelnen Bereiche. 

In den ersten drei Jahren nach der Gründung sind Start-ups für ein Scheitern besonders anfällig. Sie sind davon abhängig, dass ihre innovative Idee vom Markt gut angenommen wird und sie sich gegen Mitbewerber durchsetzen können. Bereits die Abfrage des Marktes spielt dabei eine grundlegende Rolle. Doch das Risikomanagement hat noch viel mehr Seiten. Im Rahmen der Gründung sollten sich Schlüsselpersonen daher bewusst machen, welches strategische Vorgehen dabei helfen kann, Risiken schnell zu erkennen, aus Fehlern zu lernen und eine Prävention in den Unternehmensalltag zu integrieren, durch die das Start-up dauerhaft gestärkt und vor dem Scheitern geschützt werden kann. 

Bild: adobe.stock / Jacob Lund

Autor: Marianne Schwarz

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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