Als Gründer benötigt man vor allem eines – Durchhaltevermögen!

RheinWash Textilreinigung und Wäscherei in Köln

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen RheinWash doch kurz unseren Lesern vor!
Innovationen und der Onlinemarkt: Diese beiden Komponenten waren schon immer meine Leidenschaft. Zum ersten Mal konnte ich diese 2004 zu meinem Beruf machen, als ich in die lokale Druckerei meines Bruders eingestiegen bin, die sich an einem Scheideweg befand. Da immer mehr digitale Anbieter auf dem Printmarkt erschienen, nutzten wir den frühen Zeitpunkt und erschlossen das Internet als einzigen Vertriebsweg. So entstand nicht nur die Online-Druckerei YesPrint, die sich in wenigen Jahren vom (Online-) Startup zu einem mittelständischen Unternehmen entwickelte und heute 25 Mitarbeiter beschäftigt, sondern auch mein Wunsch, selbstständig im Onlinemarkt tätig zu werden. Nach meinem abgeschlossenen Studiumzum Diplom-Medienwirt (2010) arbeitete ich zunächst in der Onlinedruckerei YesPrint weiter, um Anfang diesen Jahres mit reichlich Know-How an den Start gehen zu können. Doch mit welchem Geschäftsmodell?
Für mich war klar, dass ich ein weiteres Online-Projekt aufbauen wollte. Ich begann meine Recherche und habe dabei festgestellt, dass es einen Service wie den von RheinWash noch nicht gab, dessen Nutzen in der Gesellschaft aber riesig ist. RheinWash ist eine Online-Textilreinigung, die nicht nur sämtliche Wäsche aller Kölnerinnen und Kölnerwäscht, sondern zusätzlich einen gratis Abhol- und Lieferservice anbietet. Das Resultat, dass der RheinWash-Service unseren Kunden bietet, ist vor allem eins: Mehr Freizeit!

Wie ist die Idee zu RheinWash entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Das Prinzip von RheinWash ist sehr simpel – Wäsche waschen muss jeder Haushalt, gebügelt wird die Wäsche auch und weil das nicht reicht, benötigt man ab und zu eine Reinigung, damit auch empfindliche oder schlecht zu waschende Textilien wieder sauber werden. Im Grunde ist die Idee hinter RheinWash jedoch nicht neu, aber dass eine Online-Textilreinigung über eine eigene Logistik verfügt, das gab es in Köln noch nicht. Es gibt für so ziemlich alles Lieferdienste, warum also nicht auch für Textilreinigungen und Wäschereien? Der Bedarf ist ja in jedem Haushalt gegeben, nicht nur in Restaurants, Hotels, Büros oder Arztpraxen beispielsweise.
So entstand die Idee, einen Rundum-Service mit eigener Logistik anbieten zu wollen, wodurch wir dem Kunden den Weg zur Reinigung abnehmen. Darüber hinaus hat der Kunde bei uns die Möglichkeit, ein flexibles Zeitfenster zwischen 7 – 21 Uhr auszuwählen. So komplikationslos wie möglich, egal ob vor, während oder nach der Arbeitszeit. Hier war Innovation gefragt, denn Reinigungen stecken in alten Strukturen fest.
Seit Januar 2016 ist RheinWash nun live und die erste Bestellung kam überraschenderweise tatsächlich unmittelbar danach. Dass die ersten Aufträge so schnell kamen, zeigte sofort, wie gut der Service angenommen wurde. Das bekräftigte meine Vision als Geschäftsführer nur umso mehr.

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Herausforderungen gab es einige, welche die größte war, kann ich gar nicht so genau sagen. Ein hartes Stück Arbeit war auf jeden Fall die Softwareentwicklung und die damit verbundene, automatisierte Logistik in direkter Zusammenarbeit mit unseren Partnerreinigungen. Denn wir hatten immer ein Ziel: Der Aufwand für die Bestellannahme und Auftragsdurchführung sollte so gering wie möglich gehalten werden.
Deshalb war es sehr wichtig, eine Strategie zu entwickeln, von der alle profitieren – Kunden, die lokalen Partnerreinigungen und natürlich RheinWash als Unternehmen. Das ist uns glücklicherweise inzwischen auch gelungen. Finanziert haben wir uns ausschließlich aus Eigenkapital.

Wie hat sich das Unternehmen seit dem Start entwickelt?
Wir arbeiten stetig daran, unsere Arbeitsabläufe zu optimieren. Das Team rund um RheinWash wächst und wir haben durchschnittlich auf das Jahr gerechnet ein monatliches Bestellwachstum von knapp 30%.Das alles wäre nicht möglich, wenn wir nicht stetig das Feedback unserer Kunden ernst nehmen undregelmäßig neue Produkte in unser Portfolio aufnehmen würden. Ganz klar ist aber, dass sich jedes Unternehmen ständig weiterentwickelt und gerade Start-Ups lange Zeit immer wieder von Rückschlägen getroffen werden können. Hier gilt es, RheinWash als feste Größe zu etablieren, was auch in ersten Ansätzen bereits geglückt ist.

Wer ist die Zielgruppe?
Vielleicht sollte man besser fragen: Wer ist nicht unsere Zielgruppe? Gibt es in Köln auch nur einen Haushalt oder ein Unternehmen, in dem durchweg keinerlei Textilien getragen bzw. genutzt werden? Die Antwort ist simpel: Nein.
Unsere Zielgruppe lebt deshalb in allen Gesellschaftsschichten. Wäschewaschen ist ja immerhin kein Luxusproblem, sondern etwas, wasregelmäßig erledigt werden muss – Alltagsaufgaben also. Vom Studenten über Hausfrauen bis hin zu Unternehmen, egal wer man ist, egal wo man arbeitet- saubere Wäsche braucht jeder.
Immer mehr große Kölner Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, unseren Service im Office nutzen zu können. Das ist großartig -für die Wohlfühlatmosphäre der Mitarbeiter und natürlich auch für uns.

Wie funktioniert RheinWash?
Einfach, einfacher, RheinWash! Kurz gesagt, gibt man online mit ein paar Klicks seine Bestellung auf, sucht sich das passende Zeitfenster aus, teilt mit, wo die Wäsche abgeholt werden soll und bereits nach zwei Tagen können unsere Kunden die abgegebenen Textilien sauber wieder in ihren Kleiderschrank packen. Da unser Geschäftsmodell einen Online-Vertrieb vorsieht, können unsere Kunden ihre Bestellungen von überall tätigen. Tatsächlich wird unser Service aktuell zu 50% mobil gebucht, mal eben von unterwegs. Das zeigt uns, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden.
Was für uns dabei aber sehr entscheidend ist: Wir geben unseren Kunden damit ein Stück Freizeit zurück. In Zeiten, in denen man von einem Termin zum nächsten hetzt, die Kinder versorgt und zusätzlich noch arbeitet, ist man froh, wenn man ungeliebte und zeitfressende Haushaltsaufgaben abgeben kann. Wir bieten einen extrem flexiblen Service, was unsere Kunden sehr schätzen. Sie müssen sich nicht nach uns richten und können unsere Dienstleistung ganz einfach in ihren Tagesablauf integrieren.

Wo liegt der USP?
Ganz klar in der Logistik. Wir bieten einen gratis Abhol- und Lieferservice, den wir mit unserem eigenen Team leisten. Unsere Kunden bekommen keinen ständig wechselnden Fahrer. Man darf eben nicht vergessen, dass Wäsche eine sehr private und persönliche Angelegenheit ist. Das Vertrauen unserer Kunden liegt uns sehr am Herzen und das sagen wir nicht nur, wir leben es!

RheinWash, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Unsere Vision ist es, dass jedem, der an eine Textilreinigung oder Wäscherei denkt, gleich RheinWash in den Sinn kommt. Die Nutzung unserer Serviceleistung soll zu einer Selbstverständlichkeit heranwachsen, wie die Nutzung eines Pizzalieferdienstes. Um das zu erreichen, liegt noch einiges an Arbeit vor uns: So werden wir beispielsweise unsere Produktpalette weiter ausbauen und unser Liefergebiet erweitern. Außerdem wird es in Zukunft eine App geben, sodass die wachsende Anzahl unserer mobilen Nutzer noch einfacher eine Bestellung durchführen kann.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Als Gründer benötigt man vor allem eines – Durchhaltevermögen! Die Idee alleine reicht oft nicht,weshalb man auch keine Angst vor Fehlern haben darf, auch nicht vor dem Scheitern. In Deutschland geht die Fehlerkultur immer mehr zugrunde und damit auch die Innovationsgeschwindigkeit, da deutsche Unternehmer panische Angst davor haben, auch nur einen Fehler zu machen. Deshalb kann ich schlussendlich nur raten: Try and Error! Man wächst an seinen Herausforderungen.

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Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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