REVOIC-Studie: Schlechte Performance großer Marken auf Amazon

Eine umfassende Studie der Kölner Amazon-Agentur REVOIC, bei der 4.400 Listings analysiert wurden, hat ergeben, dass viele Marken großen Nachholbedarf haben, was ihre Produktlistings auf Deutschlands größtem E-Commerce Marktplatz angeht.Nach wie vor wird Amazon von vielen Unternehmen keine große Bedeutung zugewiesen. Im Test wurden 100 Marken untersucht.

Die Testsieger sind:

Pampers
HP
Ansmann
Wicked Chili
Braun

Die Testverlierer sind:

Mellerud
Neudorff
Ohropax
Johnson & Johnson
Pelikan

Die Marktmacht von Amazon ist eindrucksvoll: Allein in Deutschland hat der Marktplatz einen Marktanteil von 46% desgesamtenE-Commerce Umsatzes. 2017 konnte Amazon-Chef Jeff Bezos einen Handelsumsatz von 160 Milliarden Dollar verbuchen. Allein im vierten Quartal 2017 erwirtschaftete Amazon ein Plus von 38 % gegenüber dem Vorjahr. Tendenz steigend. Angesichts dieser Dominanz und imposanten Zahlen möchte man meinen, dass sich jedes Unternehmen, das Produkte herstellt oder handelt, zumindest mit dem Thema Amazon beschäftigt hat. Dies ist jedoch nicht der Fall, wie die Studie des Unternehmens REVOIC aus Köln aufdeckt.

Vorgehensweise & Ergebnisse:

In der Analyse beleuchteten die REVOIC-Gründer Trutz Fries und Stephan Bruns die Performance von 100 so genannter “Amazon TOP-Marken” aus unterschiedlichen Kategorien wie Haushaltswaren, Computer oder Gesundheit. In den Produktlistings wurden die Elemente Produkttitel, Produkt-Highlights, Produktbeschreibungen, Verwendung von Bildern, Videos, sowie von erweiterten Markeninhalten (A+ Content) untersucht. Es handelt sich bei allen um Listingelemente, auf die der Hersteller selbst Einfluss nehmen kann. Ein Produktlisting konnte in der Analyse zwischen 0 und 100 Punkte erreichen. In den Ergebnissen fällt das überdurchschnittlich schlechte Abschneiden großer Marken auf, sowie die Tatsache, dass nur wenige Marken eine wirklich gute Punktzahl bei ihren Amazon-Angeboten erreichen. Pampers und HP schnitten am besten ab: Sie überzeugten mit einem aussagekräftigen, gut formulierten Titel, nutzen alle Highlights, inkludierten eine Vielzahl von HD-Bildern und Videos in die Produktanzeige und stellten hilfreiche Inhalte wie zum Beispiel eine Größentabelle, Angaben zu Garantie und weitere kundenfreundliche Informationen zur Verfügung.

Große Marken wie Ohropax, Wella oder Pelikan, die beliebte und weit verbreitete Verbrauchsgüter herstellen, schnitten in der Analyse vergleichsweise schlecht ab – hier stimmte weder Produktbeschreibung, noch Bildmaterial. Es fehlten bei vielen Produkten hochauflösende Bilder und ausführliche Produktbeschreibungen und weiterführende Kundeninformationen. Angaben innerhalb eines Listings haben sich stellenweise widersprochen. “Wir haben solch negative Ergebnisse bei den großen Marken nicht erwartet”, kommentiert Initiator Trutz Fries. “Was wir untersucht haben, ist keine gehobene Amazon-Mathematik, sondern das 1×1 eines jeden Listings auf der Plattform. Trotzdem scheinen große Marken sich kaum um ihre Produktdarstellung zu kümmern und dieser wenig Relevanz zuzuschreiben. Dies überrascht, denn die eindeutige Dominanz von Amazon im E-Commerce, auch im deutschsprachigen Raum, ist unbestritten.”

Auswertung

Die Studie zeigt klar, dass trotz der Bedeutung Amazons dieser Kanal von vielen Marken noch nicht aktiv bearbeitet wird.“Bei vielen Entscheidern scheint die Skepsis gegenüber Amazon noch groß zu sein und führt zu Untätigkeit. Dabei empfehlen wir genau das Gegenteil: Sich jetzt um seine Produkte zu kümmern, um langfristig die jeweiligen Kategorien zu dominieren. Sonst macht es der Wettbewerb,“kommentiert Stephan Bruns. Als weiteren Grund für die schlechten Produktlistings identifizieren die Macher der Studie die mehrstufige Handelsstruktur vieler Hersteller, bei der ein Unternehmen den Vertrieb und die Markenpräsentation ihrer Produkte den eigenen Händlern überlässt. Amazons unklare Regelungen, wer die Hoheitsrechte über ein Listing hat und dieses entsprechend bearbeiten kann, tragen wesentlich zu dem Problem bei.

Letztlich ist es jedoch so, dessen sind sich die Amazon-Experten sicher, dass jedes Unternehmen – egal ob es selbst seine Produkte vertreibt oder nicht – ein Interesse an einer guten Markendarstellung haben sollte. Denn: Übernimmt es hier keine Verantwortung, kann dies dem Image der Marke und dem Abverkauf der Produkte langfristig schaden.“Amazon ist nicht nur als Verkaufs-, sondern in vielen Fällen auch als Informationsplattform anzusehen. Konsumenten informieren sich hier über Produkte, die sie nicht unbedingt online, sondern oftmals stationär kaufen. Daher wundert es uns, dass nicht nur aus vertrieblicher Sicht, sondern auch aus Marketingperspektive Amazon so stiefmütterlich behandelt wird. Die Optimierungsmaßnahmen, die zu tun sind, bestehen letztlich aus einer Mischung aus Strategie-, Kommunikations- und reiner Fleißarbeit. Mit ein wenig Investitionsbereitschaft könnte jedes Unternehmen sie stemmen und sein volles Amazon-Potenzial ausschöpfen”,so Trutz Fries.

Weitere Informationen finden Sie hier

Quelle: Die Zukunftsmanufaktur

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