Samstag, Mai 28, 2022

Wie können Gründer:innen zu Responsible Leadern werden(Teil 2)?

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In einer Welt voller globaler Herausforderungen sind gerade Führungskräfte und Entscheidungsträger:innen mehr denn je gefordert, sowohl verantwortungsbewusst als auch visionär zu denken und einen Beitrag für das Erreichen der Sustainable Development Goals (SDGs) der Agenda 2030 der UN zu leisten. In einem ersten Beitrag zu diesem Thema haben wir bereits die grundlegende Bedeutung von Responsible Leadership definiert sowie einen Blick darauf geworfen, wie Gründer:innen dieses Konzept in Bezug auf ihr eigenes Team umsetzen können. 

Nun wollen wir schauen, wie sich verantwortungsvolle Führung auch nach außen hin auswirkt – denn der letztendliche Effekt des Responsible-Leadership-Mindsets ist über die professionellen und persönlichen Aufgaben hinaus auf einen übergreifenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel ausgerichtet. Um diesen zu erreichen, sollten folgende Punkte beachtet werden.

Verantwortungsvolle Führung ist eine kollektive Anstrengung

Genauso wie globale Herausforderungen – ob Klimawandel, Hungersnöte oder Pandemien – in einem großen Netz aus komplexen Abhängigkeiten miteinander verbunden sind, können auch Responsible Leader nicht alleine und losgelöst von anderen Akteuren handeln. Dies sollte sich jede Führungskraft bewusst machen: Denn keine einzelne Person oder Organisation ist für Probleme wie die Erderwärmung oder Armut verantwortlich, trägt aber zusammen mit allen anderen negativ dazu bei. Genauso kann auch nicht eine Entität alleine diese Probleme lösen, sondern nur das Kollektiv mit vereinten Kräften.

Diese Erkenntnis hat zwei Konsequenzen für das Responsible-Leadership-Konzept: Erstens nimmt es ein Stück weit den alleinigen Druck von Gründer:innen, weil die verantwortliche Führung nun als geteilt betrachtet wird und dadurch sowohl interne Parteien stärker eingebunden werden als auch externe Partner:innen unterstützend in Erscheinung treten. Zweitens bedeutet das kollektive Verständnis von Responsible Leadership aber auch, das Gründer:innen vor der besonderen Herausforderung stehen, diese Zusammenarbeit zu managen und im ständigen interaktiven Austausch in die richtige Richtung zu lenken.

Kommunikation ist der Schlüssel

Um dies zu bewerkstelligen, müssen Responsible Leader vor allem effektiv mit allen Stakeholdern kommunizieren. Gute Kommunikationsfähigkeiten sind in zahlreichen Positionen eines Unternehmens erforderlich, aber die Anforderungen an Führungskräfte sind besonders hoch. Das Einrichten von Kommunikationskanälen mit allen Stakeholdern ist dabei ein erster Schritt. Dem muss dann ein klarer und koordinierter Plan folgen, wonach jede Gruppe über die Fortschritte des Startups informiert wird und die Reaktionen der Stakeholder in die Entscheidungsprozesse einbezogen werden.

Für eine verantwortungsvolle Kommunikation ist zudem das aktive Zuhören sowohl gegenüber Mitarbeiter:innen, Partner:innen oder betroffenen Gruppen extrem wichtig. Wer aktiv zuhört, konzentriert sich auf das, was der/die Sprecher:in sagt und paraphrasiert regelmäßig, um zu überprüfen, ob die beabsichtigte Botschaft verstanden wurde. Gute Führungskräfte stellen dabei viele Fragen, ziehen alle Optionen in Betracht, führen in die richtige Richtung und geben konstruktives Feedback. 

Management von Komplexität

Nicht nur das Netzwerk an Mitarbeiter:innen, Partner:innen, Regierungen, NGOs und allen weiteren Stakeholdern ist komplex, auch die globalen Herausforderungen und ihre vielfältigen und voneinandern abhängigen Faktoren. Hinzu kommt, dass Responsible Leader in der Lage sein müssen, gleichzeitig eine wirtschaftliche und eine sozial-nachhaltige Logik zu vereinbaren, was bedeutet, dass sie in ihrer Entscheidungsfindung oftmals mit Konflikten umgehen müssen. Verantwortungsbewusste Führungskräfte benötigen daher starke kognitive, relationale und verhaltensbezogene Fähigkeiten, um ihr Handeln auf eine Vielzahl von unterschiedlichen Anforderungen anzupassen.

Aber was bedeutet Verantwortung in komplexen Problemlagen, in denen es keine Lösungen oder richtigen Antworten zu geben scheint und es die vielfältigen Verflechtungen zwischen den Akteuren unmöglich machen, verlässliche Prognosen zu treffen? Ein wichtiger Punkt ist hierbei die Erkenntnis, dass, wenn wir in ein komplexes System eingreifen, es letztlich immer auch unbeabsichtigte Konsequenzen geben wird. Daher ist vor allem schnelle und flexible Reaktionsfähigkeit gefragt sowie die Bereitschaft, kalkulierte Risiken einzugehen und aus Fehlschlägen zu lernen. Denn bei komplexen Problemfällen gibt es häufig keine Regeln oder Best Practices, die man befolgen kann. Es geht, bildlich gesprochen, eher darum, einen Fluss zu überqueren, indem man die Steine ertastet, anstatt über eine vorgefertigte Brücke zu laufen.

Responsible Leadership als Mindset

Somit sind die grundlegenden Aufgaben und Kompetenzen, die sich mit dem Responsible-Leadership-Mindset verbinden, relativ klar umrissen. Gründer:innen, die als verantwortungsvolle Führungskräfte einen positiven Impact erzielen wollen, sollten vor allem kollektives Handeln vorantreiben, mit allen Stakeholdern offen und effektiv kommunizieren und nicht vor Entscheidungen bei komplexen Problemlagen zurückschrecken. 

Autorin:

Heba Aguib ist Chief Executive von RESPOND, einem Accelerator-Programm der BMW Foundation Herbert Quandt mit Unterstützung von UnternehmerTUM.

Weitere Beiträge von Heba Aguib finden Sie hier

Bildquelle BMW Foundation

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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