Es ist letztendlich immer die innere Einstellung, die den Unterschied macht

RESPOND Accelerator gegründet von der BMW Foundation und der UnternehmerTUM

Stellen Sie sich doch kurz unseren Lesern vor

Mein Name ist Heba Aguib und ich arbeite für die BMW Foundation Herbert Quandt. Gemeinsam mit der UnternehmerTUM haben wir Anfang des Jahres das Accelerator-Programm RESPOND aufgelegt. Dieses Programm leite ich als Chief Executive. 

Tech-, Impact- und Start-up-Themen sind mir sehr vertraut, denn ich bin gelernte Maschinenbauingenieurin und Absolventin der Technischen Universität München (TUM). Mir war es schon immer wichtig, Technologien, Know-how und Strategien einzusetzen, um das Leben von Menschen zu verbessern. 

Warum hat sich die Foundation entschieden, den Accelerator RESPOND aufzusetzen?

Technologie und Impact – also positive gesellschaftliche Wirkung im Sinne der Agenda 2030 der Vereinten Nationen – werden viel zu selten zusammengedacht. Dabei gibt es weltweit viele Ansätze und lösungsorientierte Innovationen, die dazu beitragen, Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt miteinander in Einklang zu bringen. 

“Tech for Good” ist somit eine Antwort aus der Wirtschaft und Technologiebranche auf die immer rasanter wachsenden globalen Herausforderungen. Innovationen mit diesem Fokus sind nicht nur eine zwingende Notwendigkeit im Kerngeschäft eines Unternehmens, um den Wandel hin zu einer nachhaltigen Welt zu ermöglichen. Sie sind mittlerweile auch eine zwingende Notwendigkeit, um wirtschaftlichen Erfolg zu haben.

Mit RESPOND inspirieren und unterstützen wir Entrepreneure, die die drängenden Probleme unserer Zeit anpacken. Wir glauben, dass Start-ups die Agilität, Kreativität und Dynamik in besonderem Maße besitzen, um positive Veränderungen zu bewirken. 

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit der UnternehmerTUM?

Mit RESPOND wollen wir verantwortungsvolles Handeln von Führungspersönlichkeiten und die Welt der Start-ups und Tech-Entrepreneure zusammenbringen. Das Team der UnternehmerTUM besitzt viel Erfahrung in den Bereichen Entrepreneurship, Bildung und Innovation. Als Europas Start-up-Hub Nummer 1 mit einem starken internationalen Netzwerk unterstützen sie High-Tech-Start-ups bei der internationalen Skalierung. Durch ihre Expertise, ihr globales Netzwerk und natürlich der örtlichen Nähe sind sie der logische Partner für uns.

Die BMW Foundation Herbert Quandt inspiriert durch ihr weltweites “Responsible-Leaders-Netzwerk” Führungspersönlichkeiten weltweit, ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen und sich für eine friedliche, gerechte und nachhaltige Zukunft einzusetzen. Durch diese Kombination wird Gründern ein einzigartiges und weit über Business- und Tech-Themen hinausgehendes Programm geboten.

Welche Vision steckt hinter RESPOND?

Wir haben uns gefragt: Wie sehen die unternehmerischen und innovativen Antworten auf die drängendsten Herausforderungen unser Zeit aus? Wie können sie zur Umsetzung der 2030 Agenda und ihren nachhaltigen Entwicklungszielen beitragen? 

Mit RESPOND bringen wir wichtige Stakeholder der Start-up- und Tech-Welt zusammen: Unternehmer, Technologieentwickler und Sozialunternehmer, Coaches und Mentoren, Experten, Venture Capitalists und Investoren.

Unser Ziel ist es, den strukturellen und wirtschaftlichen Wandel mit ganz konkreten Lösungsmodellen partnerschaftlich voranzutreiben. 

Wer kann sich für den Accelerator bewerben?

Wir suchen weltweit Gründer und Entrepreneure, die sich mit Energie, Kreativität und innovativen Technologien für Gesellschaft und Umwelt einsetzen. Dabei muss ein Impact, im Sinne einer positiven gesellschaftlichen Wirkung, im Kern der Technologie und des Geschäftsmodells verankert sein.

Im ersten Jahr fokussieren wir uns auf Start-ups, die einen Beitrag zu den folgenden drei nachhaltigen Entwicklungszielen der Agenda 2030 leisten:

  • „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“,
  • „Industrie, Innovation und Infrastruktur“ und
  • „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ 

Wir suchen allerdings nur Teams, die motiviert sind, auch ihre Rolle als Leader zu reflektieren und daran zu wachsen.

Wie und bis wann kann man sich bewerben?

Bewerbungen können bis zum 1. März direkt auf der RESPOND-Website ausgefüllt werden. Dazu werden Informationen über die Start-ups, ihre Produkte und auf welche gesellschaftliche positive Wirkung diese Produkte abzielen sowie Angaben zum Team und das aktuellste Pitch Deck benötigt. Im März folgen Telefongespräche mit den von uns ausgewählten Kandidaten und eine finale Pitch-Präsentation am 15. April. Die Auswahl von bis zu 12 Start-ups wird am 24. April bekannt gegeben.

Wie geht es weiter, wenn man im Accelerator aufgenommen wird?

Das Programm startet am 22. Juni in München. Zuvor gibt es für die Teilnehmer ein Pre-Event in Oslo, auf dem Katapult Future Fest 2020. Das wird ein spannender Start sein, bei dem sich viele Gründer und Investoren zum Austausch treffen.

RESPOND ist ein fünfmonatiges Programm, mit vier Sprintphasen in München, die jeweils zwischen drei bis vier Tagen dauern. Auf dem Programm stehen Coachings und Mentorships zu Themen wie Business, Technologie und Impact sowie spezielle Workshops zum Thema Responsible Leadership. Die Teilnehmer werden zu Veranstaltungen von Partnern und Konferenzen eingeladen und bekommen die Möglichkeit, sich und ihr Start-up dort vorzustellen. Das große Finale im Oktober ist die RESPOND Demo Night, ein großes Pitch-Event vor mehr als 250 Investoren, Industrievertretern und Medien. 

Was unterscheidet RESPOND von anderen Acceleratoren?

Der ganzheitliche Ansatz und die Verankerung des Themas Responsible Leadership. Wir bieten Gründern ein ausbalanciertes Coaching, Hands-on-Training und Mentoring in den Bereichen Business und Tech, Impact und Leadership auf höchstem Niveau. Unser größtes Pfund sind die globalen Netzwerke beider Organisationen und die erstklassigen Partner aus Tech und Business.

Was uns auch von vielen anderen unterscheidet: Wir verzichten komplett auf Anteile am Unternehmen. Interessant könnte für die Teilnehmer sein, dass die BMW Foundation zum Thema “Technology for Good” eine Studie veröffentlicht, bei der Gründer die Möglichkeit haben, sich gegen eine finanzielle Vergütung von bis zu 15.000 Euro zu beteiligen. 

Wie sieht ein normaler Arbeitstag von Ihnen aus?

Mein „normaler Tag“ ist sehr schwierig zu beschreiben, da jeder Tag anders abläuft. So bleibt es immer spannend! Wir sind ein dynamisches Team, das mit viel Begeisterung RESPOND als ein neues und wirkungsvolles Programm etabliert. Gemeinsam mit Bennet Barth, Program Director von RESPOND, Miki Yokoyama, COO RESPOND bei UnternehmerTUM, und unseren Teams bauen wir das Programm Schritt für Schritt auf. Zudem bin ich viel unterwegs, habe regelmäßig Treffen mit Personen aus unserem globalen Netzwerk und Partnern aus den verschiedenen Branchen.  

Wo sehen Sie sich in den nächsten fünf Jahren? 

Ich sehe das Accelerator Programm als Plattform für innovative Geschäftsmodelle. Die Kombination von Tech und Impact  soll “raus aus der Nische” und Einzug in den Mainstream halten. Ingenieure und Unternehmer sollen sich künftig nicht mehr entscheiden müssen zwischen Profit oder positiver gesellschaftlicher Wirkung. Beides von Anfang an zusammenzudenken, ist das eigentliche Erfolgsmodell – und zwar nicht nur in den nächsten fünf Jahren.

Welche drei Tipps haben Sie für Gründer?

Es ist letztendlich immer die innere Einstellung, die den Unterschied macht: Verantwortungsvoll führen und handeln, für andere da sein und einen positiven Wandel vorantreiben. Meine Tipps sind daher:

Übernehmt selbstbewusst und mutig Verantwortung und folgt eurer Bestimmung. Wichtig ist, dabei bescheiden zu bleiben und anderen weiterhin zuzuhören.

Arbeitet zusammen. Es ist nie einfach, eine innovative Lösung zu entwickeln. Mit Netzwerken und Kooperationen kommt man effizienter ans Ziel.

Umgebt Euch mit Menschen, die ähnlich denken. Erfolg braucht Durchhaltevermögen und einen langen Atem, da helfen diese Menschen. Aber sorgt auch für Diversität! So lasst ihr euch herausfordern, um immer besser zu werden.

Wir bedanken uns bei Heba Aguib für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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