Freitag, September 30, 2022

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Die Gründer von Repaq, plastikfreie und kompastierbare Folienverpackungen, in der Höhle der Löwen

Stellen Sie sich und das Startup Repaq doch kurz vor!

Mit der Verpackungsmarke Repaq bieten wir seit 2017 als eines der ersten Unternehmen in Europa industrielle Folienverpackungen an, die zertifiziert gartenkompostierbar sind – und sogar farbig bedruckbar. Gegründet wurde das Unternehmen von Sven Seevers, Katja Seevers und Hannes Füting, drei Produktdesigner*innen mit der Motivation das Plastikproblem zu lösen.

Wie ist die Idee zu Repaq entstanden?

Durch unsere Arbeit als Produktdesigner*innen haben wir viel Einblick in die unterschiedlichsten Industrien und waren an den grundlegenden Ideen zur Produktentwicklung beteiligt. Das ist besonders aus der Perspektive der Nachhaltigkeit eine hohe Verantwortung. Design beeinflusst, welche Materialien und Prozesse bei der Produktion eingesetzt werden. Oft werden Entscheidungen getroffen, die gegen unsere Überzeugung stehen: Die Kreislauffähigkeit als wichtigster Parameter für den Konsum der Zukunft. Unser konkretes Ziel war es Plastik einzusparen und so haben wir uns für Verpackungen entschieden – sie verursachen über 40% des weltweiten Plastikmülls.

Welche Vision steckt hinter Repaq?

Unsere Vision ist es, die Industriekultur zu verändern. Wir zeigen, dass der Zero-Waste-Gedanke heute schon möglich ist. Und zwar in einem industriellen Maßstab. Unsere Verpackungen sind einsatzbereit und erfüllen alle Anforderungen an den Produktschutz. Die Materialien laufen auf den konventionellen Verpackungsmaschinen und erfordern keine hohen Investitionskosten zur Umstellung auf eine plastikfreie Verpackung. Ziel ist es, den Wandel von einer linearen Wirtschaft zu einer Kreislaufwirtschaft gemeinsam mit den Konsument*innen und den Herstellenden umzusetzen.

Wer ist die Zielgruppe von Repaq?

In erster Linie sind wir in einem reinen B2B Geschäft tätig. Unsere Kund*innen sind ganz klar Hersteller von Lebensmitteln und sonstigen Produkten die in einer hohen Stückzahl für unseren täglichen Bedarf verpackt werden müssen. Gleichzeitig müssen wir aber auch bei den Konsument*innen eine Bekanntheit erreichen um Kaufentscheidungen zu unterstützen. Stellen Sie sich ein Regal mit 10 fast identischen Nudelverpackungen vor. Wenn Sie Repaq Zero Waste Verpackung kennen und erkennen, können Sie eine aktive Kaufentscheidung treffen. Gleichzeitig wollen wir aber auch den Entsorgern einen Hinweis über die Materialien geben, um diese dem richtigen Verwertungskreislauf zuzuführen. 

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Sendung Die Höhle der Löwen zu bewerben?

Die Höhle der Löwen ist eine spannende Sendung für junge Unternehmen mit guten Ideen. Wir wollen Menschen für Nachhaltigkeit begeistern und auch eine positive Nachricht in die Welt senden. Wir sind bereit plastikfrei zu Verpacken. Da ist die Höhle der Löwen natürlich ein tolles Medium, um eine große Öffentlichkeit zu erreichen. Spannend war für uns aber sicherlich auch die Reaktion der Investoren. Zum einen steht mit dem Investment der Löwen ein kompetenter Partner zu Seite, aber auch die Resonanz nach dem Pitch ist wertvolles Feedback.

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?

Da wir zwischen der Einladung und dem Dreh nur wenige Tage Zeit hatten, mussten wir uns fokussiert Gedanken machen. Wir haben überlegt welche Beispiele die unbegrenzten Einsatzmöglichkeiten unserer Folie am besten transportieren. Also haben wir unsere Muster und Verpackungsbeispiele vorbereitet. Gemeinsam mit unserem vierten Gesellschafter Patrick haben wir viel Arbeit in das Investmentangebot gesteckt, da wir unbedingt unabhängig bleiben und nicht mehr als 25% des Unternehmens abgeben wollten. Unser Team ist vertraut und eingespielt – wir waren uns schnell sicher, wer welchen Part im Pitch übernimmt. Das ist einer der Vorteile, wenn man sich schon so lange kennt. 

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen, dass es in die Sendung Die Höhle der Löwen geschafft hat. Wie motivierend war das für Sie?

Die Einladung war für uns eine tolle Bestätigung, dass wir an einem wichtigen Thema arbeiten. So eine Nachricht ist aber auch für unser gesamtes Team gut. Die Motivation und Vorfreude sind einfach wichtig, um sich der vielen und manchmal unplanbaren Arbeit in einem Start-Up zu stellen. Alle bei uns im Team identifizieren sich stark mit der Vision und da gibt so eine Einladung natürlich einen ordentlichen Schub.

Wie wichtig war dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch Die Höhle der Löwen viele Interessenten und auch Medien auf Repaq aufmerksam werden?

Wie in den vorigen Fragen schon angedeutet, ist es für die Etablierung einer Kreislaufwirtschaft essentiell, dass alle Beteiligten wissen, welche Materialien es gibt und welche Eigenschaften sie haben. Die Höhle der Löwen hilft uns dabei, die Bekanntheit bei Konsument*innen und Entsorgenden zu erhöhen und Klarheit in den Markt der Verpackungen zu bringen. Systeme kann man nur ändern, wenn die Masse mitmacht. Dabei hilft diese Öffentlichkeit natürlich.

Welchen Investor hatten Sie im Fokus?

Da gab es verschiedene Ansichten. Carsten Maschmeyer und Nico Rossberg waren in der engeren Auswahl. Herr Maschmeyer, da er genau wie wir, sehr branchenübergreifend agiert. Nico Rosberg, weil er jung und dynamisch ist und bestimmt Drive ins Unternehmen bringt. Ralf Dümmel war auf Grund seiner sehr sympathischen Art auch auf der Favoritenliste.

Repaq, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir wachsen gerade in einem guten Tempo und haben sehr spannende Projekte im Haus. Eine zertifizierte Kompostierbarkeit erfordert viel langwierige und aufwendige Prüfverfahren. Nur so können wir aber klar und transparent die Industrie und die Konsument*innen zum Handeln auffordern. Wir wollen, dass Repaq der Standard für nachhaltige Verpackungen wird.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Eine Vision ist wichtig und man sollte etwas verändern wollen. Die tiefe Überzeugung und der Glaube an die Idee hilft einem dabei, anstrengende Phasen zu meistern. Wer nur Geld als Motivation hat, wird schnell feststellen, dass das am Anfang eigentlich immer zu knapp ist.

Das Team ist ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs. Die Menschen müssen die Begeisterung teilen und die muss in jedem einzelnen spürbar sein. Flache Hierarchien bewerkstelligen viel Kreativität – und machen einfach mehr Spaß.

Man sollte keine Angst vor bestehenden Systemen und Prozessen haben. Es empfiehlt sich, frühzeitig mit kompetenten Partner*innen zusammenarbeiten, um die gesamte Unternehmung sowohl von den Zahlen als auch rechtlich auf ein solides Fundament zu stellen. Hier unterstützen zum Beispiel viele  Beratungsstellen und Förderprogramme. Es lohnt, sich zu informieren und die Angebote wahrzunehmen.

Bild: Hannes Füting (l.), Katja und Sven Seevers präsentieren mit „rePAQ“ plastikfreie Folienverpackungen. Sie erhoffen sich ein Investment von 600.000 Euro für 10 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen.
Foto: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Sehen Sie Repaq am 22. März 2021 in der Höhle der Löwen

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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