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Remetal mobile Schrottplatz: Jetzt Altmetall verkaufen

Stellen Sie sich und Remetal  kurz unseren Lesern vor!

Remetal ist ein CleanTech Startup, mit dem wir den Bergbau zurück in die Industrienationen bringen. Allerdings den städtischen Bergbau, das Urban Mining, bei dem der Rohstoff der Schrott ist, der im Handwerk und bei kleinen Industriebetrieben anfällt, aber auch in den Kellern und Garagen aller Privathaushalte schlummert. Den holt Remetal nicht nur kostenlos ab, sondern vergütet ihn für den Kunden komplett transparent – pünktlich auf Termin und immer mit einem Lächeln und helfenden Händen. Wer dadurch einmal zu einem „Happy Urban Miner“ geworden ist, der bekommt einen ganz neuen Blick auf das, was er oder sie vorher immer für Abfall gehalten hat. Alles hat einen Wert.

Diese Überzeugung hat die Gründer Florian Kriependorf und Max Wagner nach vielen Jahren in der Metallbranche geleitet, die Wertschöpfungskette hin zur Stahlerzeugung neu zu denken und mit Remetal den mobilen Schrottplatz zu schaffen – RETHINKING RECYCLING.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Als Florian Kriependorf sein Haus unter anderem zusammen mit befreundeten Handwerkern umbaute, musste er nicht wenig für die Bereitstellung von Containern berappen. Für Bauschutt vielleicht noch verständlich, aber für das „Entsorgen“ von Metall auch noch bezahlen zu müssen, das fühlte sich nicht richtig an. Denn er ist lange mit Compliance und Corporate Responsibility in der Sekundärrohstoffbranche befasst gewesen und kannte den Wert, der sich mit den gusseisernen Heizkörpern, Messingarmaturen und Kupferrohren hätte erzielen lassen. Aber die wenig vertrauenserweckenden Lenker der verbeulten Lieferwagen, die die Baustelle schnell umkreisten, waren nicht bereit, einen angemessenen Preis zu bezahlen, vom mulmigen „Kundenerlebnis“ ganz zu schweigen. Das musste besser gehen!

Max Wagner hat durch Stationen im Anlagenbau, bei einem großen Stahlerzeuger und schließlich im Schrotthandel praktisch den ganzen Kreislauf der Metallindustrie gesehen. Deshalb weiß er, was es braucht, um Altmetallhändler und ultimativ Schmelzbetriebe zufrieden zu stellen. Gleichzeitig kennt er die Ineffizienzen und völlig fehlende Digitalisierung der fragmentierten Rohstoffbranche.

Deshalb riefen wir  zusammen mit einem Team von erfahrenen Gründern, Digital Natives und Nachhaltigkeitsenthusiasten mit Remetal den mobilen Schrottplatz als echten Full Service Marketplace ins Leben.

Welche Vision steckt hinter Remetal ?

Remetal will diejenigen glücklich machen, die wie wir erkannt haben, dass die Menschheit sich nur dann vom Raubbau an Erzreserven unabhängig macht, wenn wir die Rohstoffe zuvorderst in den „urbanen Mikro-Minen“, den Werkstätten, Materiallagern, Kellern und Garagen in unseren Industrienationen schürfen.

Der mobile Schrottplatz Remetal ist das Online-Portal, über das bekennende „Urban Miners“ dank des nahtlos digitalen Prozesses erstmals nicht nur mühelos und schnell Altmetall loswerden, sondern auch noch fair und transparent entlohnt werden – je besser sortiert, desto höher der Erlös. Datengetrieben und immer mit der Zufriedenheit des Kunden im Blick.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Natürlich sind die bekannten Online Plattform-Modelle schnell die mögliche Blaupause für Branchen, die wie der Schrottmarkt zersplittert, wenig professionell und weitgehend undurchsichtig sind. Aber die meisten Gründer müssen feststellen, dass sich die Konzepte von Amazon & Co. nicht einfach übertragen lassen. Auch wir haben diese Sackgassen gesehen und etwas gebraucht, um das für uns funktionierende Modell zu finden und zu programmieren. Unser Seed-Investor ELG, ein global agierender Aufbereiter von Sekundärrohstoffen aus sogenannten Hochleistungswerkstoffen, ist zwar vom Remetal Geschäftsmodell strategisch sehr weit entfernt. Aber das Vertrauen, das initiale Funding und nicht zuletzt der Zuspruch haben uns bestärkt, in der eingeschlagenen Richtung weiterzuarbeiten. Nun ist es bald Zeit für den nächsten Schritt mit Partnern, die uns mit Erfahrung im Last- / First Mile Logistics-Bereich und im Skalieren von B2B Plattformmodellen noch besser begleiten können.

Wer ist die Zielgruppe von Remetal?

Ihr alle, jeder kann ein Remetal Happy Urban Miner sein. Denn jeder verfügt über einen kleinen Rohstoffschatz – der Ein-Personen-Haushalt ein bisschen weniger, der Elektriker oder Dachdecker ein bisschen mehr, in unserem Einzugsbereich kommen wir zu jedem. Aber auch der für die Schrottentsorgung zuständige Mitarbeiter im Metallbetrieb wird in Remetal eine simple und lukrative Alternative zur teuren Containermiete finden.

Wie funktioniert Remetal ? Wo liegen die Vorteile?  Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Remetal digitalisiert den Altmetallhandel und macht diesen unkompliziert online buchbar. Das Unternehmen übernimmt die komplette Abwicklung – von der Sichtung, Analyse und Wiegen des Metallschrotts vor Ort beim Kunden, der entsprechenden Wertermittlung bzw. des Preises und der dann kostenfreien Mitnahme des Materials, bis hin zum Transport zum fachgerechten Recyclingbetrieb und dessen Beauftragung zur Verwertung.

Der Kunde gibt online mit wenigen Klicks Metallsorte und -menge (sofern er das selbst bestimmen kann) sowie seine Postleitzahl ein. Vom Kundenservice erhält er telefonisch ein Preisangebot. Nimmt er es an, wird im Telefonat ein Termin für die kostenfreie Abholung vereinbart. Das klappt in der Regel innerhalb der nächsten 48 Stunden. Mit einem Analysegerät prüft Remetal direkt beim Kunden die Metallsorte und ermittelt das tatsächliche Gewicht mit einer geeichten Waage. Die Daten werden vor Ort in die von Remetal entwickelte App eingetragen und das Angebot so angepasst. Damit ist die Vergütung für den Kunden stets transparent. Noch vor Ort erhält der Kunde seine Gutschrift, die er per SMS oder E-Mail als PDF-Dokument auf seinem Handy einsehen kann.

Das Remetal-Angebot orientiert sich an den tagesaktuellen Schrottpreisen. Für die Logistik-Dienstleistung erhält Remetal nichts. Geld verdient das Unternehmen mit einem Anteil am Verkaufserlös.

Wie ist das Feedback?

Wenn irgendeiner unserer RePeople mal einen schlechten Tag hat, dann liest er sich die Kommentare zu unserer NPS-Abfrage durch. Danach weiß jeder, warum wir mit Remetal tun, was wir tun. Die Zufriedenheit messen wir übrigens auch bei unseren Mitarbeitern selber umfassend. So wissen wir immer, wie es um die Stimmung steht und wo wir uns mehr anstrengen müssen.

Unsere Abnehmer schätzen unsere Professionalität und Lernfähigkeit: das Material kommt stets gut sortiert und wird immer mehr. Wer bestimmtes Material bevorzugt, bekommt eben das – in der gewünschten Qualität und zu seinem Preis.

Remetal , wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Uns gibt es in dieser Form erst seit September 2018 – fünf Jahre sind insofern eine lange Zeit, in der wir viel vorhaben, uns aber sicher auch noch ein paar Mal neu erfinden werden.

Im Idealfall sind einige Tage- oder Tiefbauvorhaben in der Welt nicht umgesetzt worden, weil Remetal alle größeren Metropolregionen mindestens in Europa erschlossen hat und auf beiden Seiten des Marktplatzes mit Millionen zufriedenen Partnern zusammenarbeitet und damit Teile des industriellen Hungers nach Stahl mit Sekundärrohstoffen gestillt hat.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Finde ein Thema, das Dich erfüllt. Wenn Du nicht mit Leidenschaft dabei bist, mach lieber was anderes.

Umgib Dich mit Leuten, von denen Du etwas lernen kannst. Wenn es die richtigen sind, bringen Sie Dir nicht nur Sachen bei, sondern wollen Dich auch Erfolg haben sehen.

Strategy is most important. But Culture eats Strategy for breakfast.

Bild: Copyright EIE Services GmbH

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Florian Kriependorf und Max Wagner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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