Dienstag, Oktober 19, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Remazing: Dienstleister und Softwareanbieter für Marken auf Amazon und anderen Online-Marktplätzen

Stellen Sie sich und das Startup Remazing doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Hannes Detjen, ich bin Gründer und Geschäftsführer von Remazing. Ich habe das Unternehmen 2016 an den Start gebracht und seitdem gemeinsam mit meinem Mitgründer Emil Beck aufgebaut. Viereinhalb Jahre später sind wir in Europa einer der führenden Dienstleister und Softwareanbieter für Marken auf Amazon und anderen Online-Marktplätzen.

Wir helfen Unternehmen wie Beiersdorf, Henkel und Under Armour dabei, ihre Waren im “digitalen Regal” aller für sie relevanten Länder zu platzieren und sorgen dafür, dass diese dort möglichst leicht zu finden sind. Dafür beraten wir unsere Kunden auf strategischer Ebene und helfen ihnen auch gleichzeitig bei der Umsetzung der täglichen Aufgaben, die anfallen, um auf Amazon und auch anderen Online-Marktplätzen erfolgreich Kunden zu gewinnen und ihre Produkte zu verkaufen.

Über 60 internationale E-Commerce-Experten in unserem Team entwickeln dabei als Partner für unsere Kunden passgenaue Amazon-Marketing-Strategien und kümmern sich in verschiedenen Sprachen um die entsprechende Umsetzung von Content-Optimierungen, Amazon Advertising (Sponsored Ads & DSP) und Monitoring mithilfe unserer Software-Lösung Remdash.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Der Wunsch, selbstständig tätig zu sein, reifte bereits zu Schulzeiten in mir. Während meines Bachelor-Studiums hatte ich schon einige Ideen. Entscheidend war dann aber mit Sicherheit mein erster Master-Abschluss in Entrepreneurship an der ESADE Business School in Barcelona. Dort lernten wir viel über den Aufbau von Unternehmen. Das wichtigste, das uns vermittelt wurde, war in der Hinsicht: „Ihr werdet es schaffen! Macht es!“

Als es für mein zweites Masterstudium 2015 nach Seattle in die USA ging, hatte ich dann genug Zeit, mir darüber Gedanken zu machen, in welchem Bereich ich gründen will. So war es auch der Professor eines Kurses, der mich für die damals noch recht unbekannte Disziplin des Amazon Marketing sensibilisierte – was aufgrund des Umfelds in der Heimatstadt des E-Commerce-Riesen sehr gut passte. So stand für mich der Entschluss, meine Idee eines eigenen Startups in die Realität umzusetzen und Remazing zu gründen, nach meiner Rückkehr nach Deutschland relativ schnell fest.

Welche Vision steckt hinter Remazing?

Auch wenn die E-Commerce-Branche global bereits seit vielen Jahren ein massives Wachstum erlebt, glauben wir daran, dass der Online-Handel immer noch erst am Anfang steht. Insbesondere das letzte Jahr hat durch die Corona-Pandemie gezeigt, wie viel unausgeschöpftes, digitales Potenzial weltweit noch im Handel schlummert.

Unser Ziel ist es, für Hersteller von Produkten und Markenunternehmen durch unseren hybriden Ansatz als Agentur und Software-Anbieter der globale Partner #1 sein, der ihnen dabei hilft, auf allen E-Commerce-Marktplätzen erfolgreich zu sein. Wir sind davon überzeugt, dass im Prinzip jede Marke im E-Commerce seine eigene Erfolgsgeschichte schreiben kann. Es ist unser täglicher Antrieb, dabei bestmöglich zu unterstützen. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Wir haben es geschafft, seit unserem Start ohne externe Investoren zu wachsen und profitabel zu sein. Dank der positiven Ergebnisse, die wir für unsere Kunden erzielen, wurden wir seit jeher stetig weiterempfohlen und haben so mit Blick auf Umsatz, Team und unsere Kundenanzahl jedes Jahr nahezu verdoppelt. Dadurch konnten wir unsere in den letzten Jahren begonnene Entwicklung von einer reinen Agentur hin zum integrierten Tech-Dienstleister aus dem eigenen Cashflow heraus finanzieren.

Trotz aller Vorteile bringt der “Bootstrapping”-Ansatz aber natürlich auch ein paar Herausforderungen mit sich. So haben wir wie eigentlich alle Startups in den ersten Jahren an verschiedenen Stellen auch Lehrgeld zahlen müssen, u.a. standen wir am Anfang vor der Herausforderung, unser Kundenportfolio zu diversifizieren, und haben unsere Bürokapazitäten zu vorsichtig geplant. Aufgrund unseres Wachstums hatten wir Phasen, in denen wir teilweise keine passenden Meetingräume mehr zur Verfügung hatten, da unser Team immer größer wurde. Mittlerweile sind wir in unser drittes Büro umgezogen, was aber für das nächste Jahr erst einmal genügend Platz bieten sollte.

Außerdem ist es herausfordernd, bei der steigenden Nachfrage nach unseren Services die Anzahl unserer Mitarbeiter ebenso schrittweise zu erhöhen, da wir ohne externes Investorengeld finanziell natürlich etwas vorsichtiger agieren. Mit Venture Capital könnte man sicherlich schneller mehr Leute einstellen. Unser Ansatz ist jedoch auf Qualität und Nachhaltigkeit ausgelegt, sodass wir lieber organisch aus den eigenen Mitteln heraus wachsen.

Wer ist die Zielgruppe von Remazing?

Neben führenden CPG-Konzernen und börsennotierten Unternehmen wie Henkel gehören Digitally Native Brands wie HelloBody und Mittelständler wie MAM zu Remazings Kunden. Diese Zielgruppe betrifft sowohl unsere Agentur-Tätigkeiten als auch unsere Softwarelösung Remdash.

Wie funktioniert Remazing? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unser Team arbeitet mit unseren Kunden auf Augenhöhe und gibt als unternehmerisch denkender Partner tagtäglich alles, um das Beste für sie auf Amazon und anderen Online-Marktplätzen herauszuholen. Dabei agieren wir vorausschauend und schlagen basierend auf unserer datengetriebenen Herangehensweise proaktiv neue Lösungen vor. 

Wir sind zudem seit Tag 1 international aufgestellt, was bei den meisten Anbietern in unserem Markt nicht der Fall ist. Für jedes Land, in dem Amazon aktiv ist, kennt unser jeweiliges Country Team mit Muttersprachlern die lokalen Besonderheiten. In unserem Headquarter in Hamburg arbeiten Digital Natives aus mehr als 15 Nationen in den Bereichen Consulting, Creation, Content, Advertising, Data Analytics, und Tech, wodurch wir unseren Kunden für ihre weltweiten Verkaufsaktivitäten alles aus einer Hand anbieten können.

Eine unserer größten Stärken liegt in der Hinsicht vor allem in den Bereichen Content und Advertising.

Wir bieten marktführende Lösungen insbesondere für Amazon SEO, Premium Brand Content und grafische Optimierungen. Visueller Content ist eine der wichtigsten Stellschrauben, um Amazon als Vertriebskanal erfolgreich auszunutzen. Unser Experten-Team kümmert sich darüber hinaus z.B. um Sponsored-Ads-Kampagnen. Als “verified Amazon DSP Partner” sind wir außerdem einer der wenigen Anbieter im Markt, der tiefgehende Expertise in Amazon DSP (“Demand Side Platform”) hat. Amazon DSP ermöglicht Programmatic Advertising auf Basis von Amazon-Daten. Seit Anfang des Jahres setzt Amazon in der Hinsicht z.B. auf eine stärkere Verzahnung mit der Tochter-Plattform Twitch, die wir entsprechend als weiteren Werbekanal für unsere Kunden erschlossen haben.

Darüber hinaus stehen wir unseren Kunden auch beratend zur Seite, wenn es beispielsweise um Verhandlungen mit Amazon geht. Vor dem Hintergrund des Booms im “Amazon Seller”-Bereich helfen wir auch immer mehr Kunden beim Aufbau ihres Marktplatz-Kanals, u.a. großen Markenherstellern, die die meiste Zeit sehr tief auf der Retail-Seite verankert waren. Dabei ist es ein Vorteil, dass wir sowohl ehemalige als auch aktive Seller im Team haben. Als Firma haben wir selber Produkte über Amazon verkauft und wissen so aus erster Hand, was es zu beachten gilt.

Eine besonders wichtige Weiterentwicklung für die Zukunft stellt in der Hinsicht die erfolgte Einführung unseres eigenen Tech-Produkts Remdash dar. Dieses haben wir in den letzten Jahren basierend auf unserer Agenturarbeit entwickelt. Unsere eigene Softwarelösung hilft unseren Kunden, die Kontrolle über ihre Tätigkeiten auf Amazon zu behalten und zahlreiche manuelle Handgriffe zu automatisieren. Mit Remdash können wir auch Unternehmen bedienen, die unsere Agentur-Dienstleistungen nicht in Anspruch nehmen. Es ist uns extrem wichtig, dass wir unseren Kunden immer die technologisch besten Lösungen bieten. Dafür wollen wir in Zukunft auch verstärkt mit künstlicher Intelligenz (KI) arbeiten.

Remazing, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Unser Ziel ist es, in unserem Bereich die #1 zu werden und für unsere Kunden der global beste Partner für Amazon und auch andere E-Commerce-Marktplätze wie z.B. Otto.de, Bol in den Niederlanden, Allegro in Polen oder Walmart in den USA zu sein. Dafür planen wir, in den nächsten Jahren weiter kräftig zu wachsen und international zu expandieren, wobei wir auch Büros im Ausland eröffnen werden. Wir wollen kontinuierlich neue Kunden gewinnen, weitere Mitarbeiter einstellen und neben unserer Agenturarbeit auch unsere Softwarelösung Remdash als eines der führenden Tools für Amazon-Marketing etablieren.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Durchhalten, wenn es hart wird

Wenn man dann erst mal auf dem Weg ist und sein eigenes Startup aufbaut, werden unausweichlich nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen kommen. Fehler passieren, Dinge klappen nicht – das ist normal. Das allerwichtigste ist jedoch, nicht den Glauben an die eigene Idee, das eigene Team und den Markt, den man bearbeitet, zu verlieren. In den ersten Monaten von Remazing hatten wir quasi keine Umsätze. Es wäre leicht gewesen, damals direkt wieder aufzugeben. Unsere Hartnäckigkeit und Ausdauer haben sich dann im Laufe der Zeit jedoch ausgezahlt. 

Company Culture bewusst aufbauen

Das Team ist das wichtigste Asset jeder Firma. Deshalb sollten Gründer größten Wert auf den bewussten Aufbau ihrer Company Culture und das dementsprechende Hiring legen. Hohe Standards zahlen sich in dieser Hinsicht langfristig aus, da man nur mit einer starken Mannschaft gewinnen kann. 

Wenn möglich, auf Investoren verzichten

Je nachdem, was für ein Produkt oder welchen Service man als Unternehmen anbieten möchte, ist es sinnvoll oder gar notwendig, Investoren an Bord zu holen. Auch wir haben in der Anfangszeit u.a. mit Business Angels Gespräche geführt und überlegt, Wachstumskapital aufzunehmen. Letztendlich haben wir uns jedoch dagegen entschieden, um unsere Unabhängigkeit zu bewahren und durch gute Arbeit aus dem eigenen Cashflow heraus zu wachsen. Dies würde ich jedem Gründer empfehlen, wenn die Möglichkeit besteht, auf Fremdkapital zu verzichten. 

Wir bedanken uns bei Hannes Detjen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Remazing

Kontakt:

Remazing GmbH
Brandstwiete 1
20457 Hamburg

www.remazing.eu
info@remazing.eu

Ansprechpartner: Hannes Detjen

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