Ihr braucht eine Vision, die nachhaltig verfolgt werden sollte, mit allen Ups und Downs.

RechtSmart – Nimm Dein Recht selbst in die Hand!

Stellen Sie sich und das Startup RechtSmart doch kurz unseren Lesern vor!
RechtSmart ist eine Legal Tech-App, die Verbrauchern die Möglichkeit bietet, ausgewählte Rechtsthemen (sog. Fälle) ohne eine anwaltliche Rechtsberatung selbst, intuitiv und mit wenigen Schritten kostengünstig (über App-in-Kauf) digital zu verfolgen.

Mit dem ersten Fall „Datenauskunft“ können unsere App-Nutzer beispielsweise ohne juristische Vorkenntnisse juristisch geprüfte Auskunftsansprüche zu gespeicherten und weitergeleiteten persönlichen Daten an Unternehmen und Behörden (z.B. Schufa, Versicherungen, etc.) selbst in wenigen Minuten verschicken.

Mit dem zweiten Fall „Abmahnung Filesharing“ kann der Nutzer eine erhaltene Abmahnung wegen illegalen Filesharings selbst beantworten und dabei Beweise für eine Nichtverletzung des Urheberrechts aufführen. Weitere Fälle von Arbeits- über Familien- und Sozial- bis hin zu Vertrags- und Zivilrecht werden regelmäßig hinzugefügt. Bei Rechtsfragen überprüft der App-Nutzer also zunächst, ob er seinen Fall mit Hilfe RechtSmart lösen bzw. selbst verfolgen kann, bevor er sich entweder selber schlau macht oder einen Anwalt aufsucht.

Wie ist die Idee zu RechtSmart entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Wir (Dr. Simon Woldeab und Ingo Gravel, LL.M.) sind langjährige Freunde. Simon berät im Rahmen seiner Beratertätigkeit eine Vielzahl von Unternehmen im Bereich Digitale Transformation und Disruptive Innovation. Ingo beschäftigt sich beruflich als Fachanwalt mit allen Nuancen des Medien-, IT- und Datenschutzrechts.

Im Herbst letzten Jahren haben wir uns intensiver mit der Disruption und dem Wandel im Rechtsgebiet beschäftigt. Hierbei haben wir uns insbesondere Konzepte überlegt, wo Verbraucher bestimmte Rechtsthemen intuitiv mit digitalen Instrumenten auch selbst angehen könnten, ohne einen Anwalt einschalten zu müssen. Die Lösung: Scheinbar komplexe Rechtsthemen für den Verbraucher transparent zugänglich machen, rechtsgültige automatisierte Prozesse entwickeln und auf einer einfach zu bedienenden Plattform anbieten.

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die Ideen bzw. Konzepte für die geeigneten Rechtsthemen sind aufgrund der juristischen Erfahrungen und Netzwerke sowie eingeholter Nutzer-Feedbacks relativ zeitnah verfügbar. Die Herausforderung bestand darin, auf der einen Seite eine technologische Architektur aufzusetzen, um unterschiedliche Prozesse jederzeit zu ergänzen und dabei die Komplexität für den Nutzer relativ gering aber gleichzeitig effektiv abzubilden. Auf der anderen Seite sind wir gerade dabei herauszufinden, in welchen Abständen wir neue Rechtsthemen aufspielen.

Die Finanzierung stemmen wir aktuell selber. Zusätzlich bietet der App-in-Kauf einen ROI. Wir sind aktuell, nach Abschluss der Proof of Concept-Phase, auf der Suche nach Investoren, insbesondere für die kapitalintensiven Marketingaufwendungen.

Wer ist die Zielgruppe von RechtSmart?
Rechtsthemen und in diesen Kontext tangierende Fragestellungen beschäftigen jeden geschäftsfähigen Menschen. Sobald es die Themen sind, die wir anbieten, gehört dieser Mensch auch zur Zielgruppe.

Wie funktioniert RechtSmart?
Wir bieten den Mehrwert einer Plattform für verschiedene Rechtsthemen. Hierzu werden anwaltlich geprüfte Abläufe zur Verfügung gestellt. Der Nutzer wählt ein Rechtsthema aus und folgt dem intuitiven Ablauf, um den Fall selber zu verfolgen. Hierfür verlangen wir bei der Nutzung unseres Services eine relativ geringe Gebühr, die über den App-in-Kauf bezahlt werden kann.

Ein weiterer Use Case wird zum Beispiel die Schadensmonierung beim Reiseveranstalter vor Ort. So können über die App Fotos vom fehlenden Meerblick oder dem Schimmelbefall im Zimmer direkt an den Reiseveranstalter mit einem entsprechenden Schreiben zur Schadensregulierung versendet werden.

Welche Vorteile bietet RechtSmart?
Zu jeder Zeit, selbst und ohne anwaltliche Kenntnisse kann jeder sein Recht in die Hand nehmen und dabei auf juristisch geprüfte Abläufe zu sehr günstigen Konditionen zurückgreifen.

Wie ist das Feedback?
Sehr positiv! Wir haben über die Social Media-Kanäle interessante Anregungen für weitere Rechtsthemen erhalten. Wir wurden sogar zur Messe des Deutschen Anwaltstages auf die StartUp-Corner eingeladen. Auf unserem Stand konnten wir sehr konstruktive Gespräche mit Anwälten führen.

RechtSmart, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Unsere Vision ist, dass ein App-Nutzer bei Rechtsthemen zunächst sofort an die Plattform RechtSmart denkt und schaut, ob der Rechtsfall über die App selbst umsetzbar ist. Und das nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten EU plus Norwegen und der Schweiz.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Ihr braucht eine Vision, die nachhaltig verfolgt werden sollte, mit allen Ups und Downs.
2. Das Team sollte aus unterschiedlichen Disziplinen bestehen.
3. Schaut, dass ihr so viel wie möglich an nützlichem User-/Kunden-Feedback einholt und in der Lage seid, schnell umzusetzen (Time to market)

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Dr. Simon Woldeab und Ingo Gravel, LL.M. für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Schreibe einen Kommentar

X
X