Wichtig ist es früh Verantwortung an gute Leute abzugeben

Rebelle Online-Marktplatz für Secondhand Designerfashion

Stellen Sie sich und das Startup Rebelle doch kurz unseren Lesern vor!
Mein Name ist Cécile Wickmann (34) und ich bin Gründerin und CEO von Rebelle, Deutschlands führendem Online-Marktplatz für Secondhand Designerfashion. Rebelle ist bereits heute in Großen Teilen Europas vertreten. Mit unserem rund 100köpfigem Team sitzen wir in der Hamburger Speicherstadt.

Wie ist die Idee zu Rebelle entstanden?
Die Idee entstand aus einem persönlichen Problem heraus. Nach meinem Studium habe ich für eine Modeagentur gearbeitet und viele textile Schätze angesammelt. Als ich umgezogen bin, hatte ich keinen Platz dafür, die Teile sind bei meinen Eltern im Keller gelandet und eingestaubt. Im November 2012 wollten meine Eltern ihren Keller „zurück“ und ich sollte meine Kleiderkartons abholen. Ich hatte gerade einen neuen Job angefangen und der Verkauf über den Flohmarkt oder über bestehende Online-Portale war mir zu aufwändig und zeitintensiv. Zu der Zeit gab es kein Unternehmen, das den gesamten Verkauf für mich übernommen hätte. Dadurch kam mir die Idee das selber zu machen.

Welche Vision steckt hinter Rebelle?
Ideell: Wir möchten einst geliebten Designerstücken ein neues Zuhause geben und den Konsum nachhaltiger gestalten, indem wir den Lebenszyklus von Kleidung im Zeitalter von Fast Fashion verlängern.
Unternehmerisch: Rebelle zum größten, Full-Service Online-Marktplatz für Secondhand Designerfashion in Europa machen.

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Es gab sehr viele juristische und bürokratische Themen mit denen wir uns beschäftigen mussten, um alles in trockene Tücher zu bringen. Dieser Bereich war eine große Herausforderung und hat uns am Anfang viel Zeit gekostet, aber ich habe auch jeden Tag etwas Neues dazu gelernt. Auch die Internationalisierung haben wir uns anfangs einfacher vorgestellt. Dabei habe ich aber auch viel über andere Märkte und ihre Besonderheiten lernen können.

Zu unseren Investoren gehören sowohl Business Angels als auch internationale Investoren wie North-East Venture und Friheden Invest. Außerdem haben wir gerade einen Media-for-Equity Deal mit dem größten italienischen Medienunternehmen Mediaset geschlossen.

Wer ist die Zielgruppe von Rebelle?
Modeaffine Frauen zwischen 25 und 65 Jahre

Wie funktioniert Rebelle?
Auf www.rebelle.com können Modebegeisterte und Vintage-Fans ganz einfach ehemalige Lieblingsstücke verkaufen und gleichzeitig Originale Designerschätze aller Jahrzehnte von ca. 600 Luxusmarken finden.

Wir bieten einen umfassenden Verkaufsservice: Kundinnen können ihre aussortierten Schätze einfach zu uns senden und ganz bequem von uns verkaufen lassen. Das heißt, wir übernehmen den gesamten Verkaufsprozess, inklusive professioneller Fotoerstellung, versicherter Zahlungsabwicklung und Versand.

Welche Vorteile bietet Rebelle? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?
Bei uns findet man ausschließlich auf Echtheit geprüfte Artikel aus dem High-end und Luxusbereich. Kunden profitieren von einer handverlesenen Auswahl und von Preisen, die bis zu 80 Prozent günstiger sind als im Geschäft. Viele Teile, die es auf Rebelle.com gibt sind bereits überall ausverkauft, oder ohne Warteliste gar nicht erst erhältlich.

Verkäufern bieten wir mit unserem Concierge-Service ein einzigartiges Full-Service Angebot
Für gewerbliche Partner also z. B. Secondhand-Shops, bieten wir mit einer B2B App eine Omni-Channel Lösung an.

Wir und viele unserer Kundinnen finden es wichtig, der Gesellschaft etwas zurück zu geben. Deshalb nutzen wir unser Netzwerk und unsere Idee, um das Kinderhilfswerk Plan International zu unterstützen. Verkäuferinnen können ganz einfach den Verkaufserlös Ihrer Designerstücke an ein ausgewähltes Projekt von Plan International spenden und damit Frauen und jungen Mädchen in Simbabwe helfen, sich eine selbstbestimmte Zukunft aufzubauen.

Rebelle, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
So rasant wie sich die letzten fünf Jahre entwickelt haben wünsche ich mir das natürlich auch für Rebelles Zukunft. Wir sind auf dem Weg von einem Startup zu einem veritablen kleinen Unternehmen zu werden. Wichtig ist für mich auf dem Weg weder unsere DNA noch unsere Kultur zu verlieren. Der Spirit und unser Team sind das was mich jeden Tag motiviert und das möchte ich auf keinen Fall missen.

In fünf Jahren wünsche ich mir für Rebelle noch mehr internationale Bekanntheit und eine Bedeutung, die vielleicht sogar über Europas Grenzen hinauswachsen kann.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Wichtig ist es früh Verantwortung an gute Leute abzugeben, damit das Unternehmen und das Team gesund wachsen kann.
Vieles dauert oft länger als ursprünglich geplant. Häufig werden auch mehr Ressourcen benötigt. Das sollte man mit einkalkulieren.
Man muss Wachstumsschmerzen einplanen, wenn ein Unternehmen schnell von einem sehr familiären Team plötzlich zu mehr Strukturen finden muss. Hier ist es wichtig, klare Linien vorzugeben.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Cécile Wickmann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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