Man braucht ein diverses Team mit unterschiedlichen Ansichten und Erfahrungen

Rebel Meat Burger aus Rindfleisch, Kräuterseitlinge, Hirse und Gewürzen

Stellen Sie sich und das Startup Rebel Meat doch kurz unseren Lesern vor!

Hallo, mein Name ist Cornelia Habacher. Ich bin Co-Founderin und Head of Product bei Rebel Meat. Ursprünglich komme ich aus der Wissenschaft und habe nach meinem Master in Molekularer Biologie und einem Doktorat in Biochemie, im Juli 2019, gemeinsam mit meinen Co-Foundern Philipp Stangl und Wolfgang Haidinger, das Unternehmen Rebel Meat gegründet. Ziel von Rebel Meat ist es die Umweltbelastung die durch unsere Ernährung verursacht wird drastisch zu reduzieren. 

Wir machen das indem wir versuchen den Gesamtfleischkonsum auf köstliche Art, nachhaltig zu reduzieren. Unser erstes Produkt ist ein Burger, welcher zu 100% wie Fleisch schmeckt jedoch nur einen Bruchteil davon benötigt. Der Rest sind Kräuterseitlinge, Hirse und Gewürze. Alle Zutaten sind regional, biologisch und werden von unseren Bio-Fleischermeistern in Niederösterreich hergestellt. 

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Eigentlich stand für mich schon immer fest, dass ich mal “was eigenes” machen will. Nach meiner Zeit als Post-Doc habe ich mich viel mit dem Thema “alternative proteins” beschäftigt und damit welchen Einfluss unsere Ernährung – speziell unser Fleischkonsum –  auf unser Klima hat. Um dieses Problem zu lösen gibt es verschiedenen Ansätze: Zum einen clean meat (unter kontrollierten Bedingungen gezüchtetes Fleisch aus Zellen), zum anderen rein pflanzliche Alternativen. Beide dieser Ansätze haben Vor- und Nachteile. Für uns liegen die Vorteile unserer Mischung klar auf der Hand: reduzierter Fleischgehalt, bei gleichbleibendem Genuss und 100% natürlichen Zutaten. Zudem ist es eine Lösung mit der man schnell eine große Masse der Menschen abholen kann und so einen positiven Einfluss hat. Ein Unternehmen mit so einem Fokus gab es noch nicht und darum haben wir es gegründet. 

Was war bei der Gründung von Rebel Meat die größte Herausforderung?

Die erste Herausforderung bei jeder Gründung ist es die richtigen Mitgründer zu finden: es muss persönlich passen, alle müssen hinter der Idee stehen und bereit sein anfangs viel Zeit, Geld und unbezahlte Arbeitskraft in das Projekt zu stecken. Natürlich ist es auch wichtig, möglichst viele Bereiche des Unternehmens durch die Erfahrungen und Expertisen der Gründer abzudecken. Meine größte persönliche Herausforderung: Entscheidungen zu treffen ohne handfeste Zahlen und Fakten auf dem Tisch zu haben. Ich komme aus der Wissenschaft. Da gewöhnt man sich daran Tests zu machen und aufgrund der Faktenlage zu entscheiden. Bei der Unternehmensgründung und -führung kann man sich bemühen möglichst viele Fakten zusammenzusuchen und einen “educated guess” zu machen. Das war anfangs eine Herausforderung. 

Rebel Meat
© Wolfgang Haidinger

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Natürlich. Ich denke nicht, dass es ein Beispiel für ein Unternehmen gibt bei dem von Anfang an alles perfekt war. Wir leben in einer schnelllebigen Zeit und Produkte müssen sich den Anforderungen und Wünschen ihrer Konsumenten anpassen. Sobald man aufhört Ideen zu ändern und zu adaptieren, kommt es zu einem Stillstand und man hat schon verloren. Rebel Meat hat sich vor der Gründung wie nach der Gründung noch stark verändert und wird sich in den kommenden Jahren ändern. Wenn man versucht vor dem Start alles perfekt zu machen, wird man niemals gründen oder den richtige Zeitpunkt für die Idee verpassen.

Welche Vision steckt hinter Rebel Meat?

Wir wollen den globalen Fleischkonsum reduzieren und die Welt auf clean meat (Fleisch , welches direkt durch kontrollierte Vermehrung von Muskel- und Fettzellen hergestellt wird) vorbereiten.
Zur Zeit sind wir mit einem Burgerpattie auf dem Markt das vier einfache biologische Zutaten hat: Rindfleisch, Kräuterseitlinge, Hirse und Gewürze. Damit wollen wir zum einen den Fleischkonsum reduzieren und zum anderen zeigen, dass Regionalität und Produktion im Einklang mit der Natur wichtig sind. Unser Burgerpatty kommt mit 50% Fleisch aus. Mittelfristig wollen wir den Fleischgehalt auf 25% reduzieren und langfristig sollen diese 25% durch clean meat ersetzt werden. Wir wollen zunächst den Übergang von einer sehr fleischlastigen Ernährung auf eine fleischreduzierte Ernährung unterstützen und später den Übergang zur reinen tierfreien Ernährung mit clean meat ermöglichen. 

Wer ist die Zielgruppe von Rebel Meat?

Unsere Zielgruppe sind umweltbewusste und ernährungsbewusste Fleischesser, die beim Fleisch auf Qualität und Herkunft achten. Je mehr Fleisch jemand isst, desto eher wollen wir sie/ihn von Rebel Meat überzeugen. Wir glauben daran, dass wir den höchsten positiven Einfluss haben, wenn wir die große Gruppe der Fleischesser ansprechen. Viele Konsumenten wollen sich gesünder und umweltfreundlicher ernähren und haben auch schon mal davon gehört, dass übermäßiger Fleischkonsum ein Problem darstellt, genau hier wollen wir eine Lösung bieten die sich leicht in den Alltag integrieren lässt. 

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Auf dem österreichischen Markt gibt es noch keinen Anbieter von fleischreduzierten Produkten wie Rebel Meat. Der Unterschied zu herkömmlichen Fleischersatzprodukten ist, dass wir nur mit natürlichen, regionalen und biologischen Zutaten arbeiten und auch in Österreich produzieren. Zusätzlich stecken in Rebel Meat weder Geschmacksverstärker, noch Konservierungsmittel oder Allergene. Darüber hinaus hat es den Vorteil, dass durch den Fleischanteil das typische Geschmackserlebnis erhalten bleibt. 

Rebel Meat, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Der Weg soll von Wien, in die Schweiz die DACH Region gehen. Gleichzeitig wollen wir neue Produkte mit unserer Technologie entwickeln und zusätzlich zu Restaurants auch in den Einzelhandel. Es liegt also viel Arbeit vor uns, aber wir sind hochmotiviert und alle drei absolut von der Idee überzeugt. In fünf Jahren wollen wir Marktführer bei fleischreduzierten Produkten sein und unser erstes Produkt mit clean meat auf den Markt bringen. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Es ist etwas schwer allgemeine Tipps zu geben, weil GründerInnen so unterschiedlich sind wie deren Produkte. 1.“Love it or leave it” gerade als sehr kleines Start-up ist es absolut essentiell, dass jeder sein Bestes gibt. Das geht nur wenn man zu 100% hinter der Idee steht. 2. “Trau di”  – Es gibt 1000 Ideen und 1000 Wege erfolgreich zu sein. Manchmal muss man sich einfach dazu entschließen es zu tun. Im schlimmsten Fall lernt man eine Lektion fürs Leben. 3. man kann nicht alles alleine machen und sollte sich seine Partner gut aussuchen: Man braucht ein diverses Team mit unterschiedlichen Ansichten und Erfahrungen, aber am Ende des Tages muss man seinen Geschäftspartnern vertrauen können.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Cornelia Habacher für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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