readfy die eBook Revolution

readfy: Warum eBooks kaufen, wenn du sie auch kostenlos lesen kannst?

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehme readfy doch kurz vor!
readfy hat es sich zum Ziel gesetzt, die erfolgreichen Freemium-Modelle aus Content-Branchen wie Film, Games oder Musik auf den eBook Markt zu übertragen. Das heißt ganz konkret: User können mit unseren iOS und Android Apps unseren gesamten eBook Katalog – das sind derzeit mehr als 50 T eBooks – kostenlos lesen. Dies wird monetarisiert über Mobile Ads, die wir in den eBooks anzeigen. Die daraus generierten Werbeeinahmen teilen wir dann mit unseren Verlagen und Autoren.
Ich bin schon seit fast 10 Jahren im Buchmarkt unterwegs und finde es unglaublich spannend zu sehen, wie sich durch die Digitalisierung eine so traditionelle Branche umkrempelt. Vor readfy habe ich unter anderem das Produktmanagement bei einem großen deutschen eBook Händler geleitet. Nebenher habe ich in London einen MBA gemacht und habe mich noch tiefer mit Themen wie Unternehmensführung und -strategie beschäftigt.

Sie haben readfy übernommen. Was war der ausschlaggebende Grund?
Zum einen hatte ich schon seit längerem Lust, in einem Start-Up die Verantwortung zu übernehmen. Die Themen sind so schön vielseitig und ich liebe es einfach, Ideen schnell und mit viel Entscheidungsspielraum umsetzen zu können. Eine große Herausforderung – aber auch ganz sicher nie langweilig! Zum anderen – und auch wenn ich am Anfang zugegebener Weise skeptisch war – hat mich bei readfy das Konzept bei näherem Hinschauen überzeugt. Das Unternehmen hat ein tolles Produkt – mit einem klaren und vor allem sehr einfach zu kommunizierenden USP. Das ist eine riesen Chance – für alle Beteiligten.

Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Unsere letzte Finanzierungsrunde war sicherlich die größte Herausforderung. In einem so frühen Stadium eine 6-stellige Investmentsumme einzusammeln ist gerade in Deutschland nicht einfach. Da muss das ganze Team schon etwas Geduld und Durchhaltevermögen aufbringen.

Wie hat sich readfy entwickelt?
Toll! Seitdem wir Ende letzten Jahres das Investment eingetütet haben, haben wir unsere Marketingausgaben erhöht. Die Anzahl unserer monatlich aktiven User hat sich jetzt in nur 2,5 Monaten fast verdreifacht – und das zu sehr geringen Kundenakquisitionskosten. Diese Wachstumskurve macht gerade richtig Spaß! Es ist einfach schön zu sehen, dass es einen Bedarf gibt, dass die User unser Produkt wirklich gut finden und sich die ganze Arbeit lohnt.

Welche Veränderungen haben Sie vorgenommen?
Ich habe readfy zum Launch übernommen. Sprich: man vergleicht hier zwangsläufig eine Produktentwicklungs- mit einer Launch- bzw. Skalierungsphase – was schwierig ist. Generell kann man aber sagen: Das technische Produkt von readfy ist top. Hier habe ich ein paar Ideen eingebracht, aber im Großen und Ganzen nicht viel verändert. Die Veränderungen sieht man wahrscheinlich am deutlichsten in einer effizienteren Arbeitsweise und einer strukturierteren Planung. Gemeinsam mit dem readfy Team habe ich in den letzten Monaten jeden Prozess, jedes Tool -eigentlich jeden Kosten- oder Zeitfaktor – hinterfragt, abgelöst oder auf Effizienz getrimmt. Eine sehr strikte Kosten-/Nutzenbetrachtung ist aus meiner Sicht entscheidend in einem kleinen Team mit beschränkten Budgets.

Wer ist die Zielgruppe von readfy?
readfys User sind derzeit überwiegend weiblich und Mitte 40. Das ist aber sehr Genre abhängig. Krimileser haben andere Motive als Science Fiction Fans. Verallgemeinert lässt sich sagen: Wir adressieren jeden, der auf Tablets oder Smartphone liest, preissensitiv ist und keine Lust hat, eine Abo-Bindung einzugehen.

Welches Konzept steckt hinter readfy?
readfys „Gratis Lesen“-Strategie wird durch Werbeeinblendungen innerhalb der eBooks monetarisiert. Neben dem werbefinanzierten Modell haben wir letzte Woche ein Bezahl-Modell gelauncht – angelehnt an die In-App-Purchase-Modelle der Games-Branche. Neben dem jetzigen werbefinanzierten Free-Modell können readfy User sich ein eBook für einen begrenzten Zeitraum von 30 Tagen kostenpflichtig mieten. In diesem Zeitraum steht ihnen das eBook ohne Werbung und zum Offline lesen zur Verfügung. Eine solche eBook Miete ist ca. 30-70% günstiger als ein herkömmlicher eBook Kauf. So haben wir neben dem werbefinanzierten Modell ein weiteres klares Alleinstellungsmerkmal im Markt geschaffen.

readfy,wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Dieses Jahr werden wir uns bei readfy auf die Skalierung unserer aktiven User konzentrieren. Erstmal noch im deutschsprachigen Raum – gegen Ende des Jahres auch in einem internationalen Rahmen.
Wo ich mich selber in fünf Jahren sehe? Wenn ich eines in den letzten Jahren gelernt habe- dann: Es kommt immer anders als man denkt. Aber das ist ja auch das Schöne. Wenn man alles genau planen und vorhersagen könnte, würde es ja schnell langweilig werden. Wenn man mich vor 5 Jahren gefragt hätte, hätte ich readfy noch nicht auf dem Schirm gehabt – aber jetzt bin ich sehr froh, dass ich diesen spannenden Weg mit gestalten kann und freue mich auf die kommenden Abenteuer mit readfy!

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Das mit allgemeinen Tipps ist ja immer so eine Sache… Ich denke nicht, dass es da einen ultimativen Ratschlag gibt – und es wirkt auch immer so schrecklich altklug. Aber um mich jetzt nicht einfach vor der Frage zu drücken: Folgende Dinge sind meiner Ansicht für jedes Start-Up wichtig:
1. Ist zwar ein alter Hut – aber ohne ein Team mit unterschiedlichen Skills und auch Charaktereigenschaften wird es sehr schwierig. Man braucht auf jeden Fall einen Perfektionisten und jemanden, der die Geschichte verkaufen kann.
2. Den eigenen Stolz auch mal runterschlucken – es wird auch mal Zeiten geben, in denen nicht alles läuft wie geplant – und da muss man auch manchmal etwas Spott vertragen können.
3. Sich selbst und dem ganzen Unternehmen sehr klare zahlenbasierte Ziele setzen – die Liebe zum eigenen Baby sollte nicht zum kompletten Realitätsverlust führen. Sprich: Egal wie gut eine Idee scheint, erstmal testen – dann entscheiden. Ein Richtungswechsel ist kein Versagen.
4. Immer im Hinterkopf behalten: „Nicht jedes Unternehmen hat so kurze Entscheidungswege wie wir!“ Klingt profan,aber sei es die Investorensuche oder Projekte mit externen Partnern – wenn man in dem so schnelllebigen Start-Up Kosmos steckt, vergisst man leicht, dass die Welt da draußen langsamer tickt. Also die Liquiditätsplanung sollte großzügig sein…

Wir bedanken uns bei Miriam Behmer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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